Wechselt aus Ecuador an die Weser: Das 18-jährige Talent Johan Mina wird in der kommenden Saison das Trikot des SV Werder Bremen überstreifen.
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Wechselt aus Ecuador an die Weser: Das 18-jährige Talent Johan Mina wird in der kommenden Saison das Trikot des SV Werder Bremen überstreifen.

Kaka ist Minas Vorbild

Nicht Micoud! Werder-Neuzugang Johan Mina verrät: Nach diesem Fußballer wurde ich benannt

Johan Mina hatte sich verplappert. Schon einige Wochen vor der Bekanntgabe seines Transfers zum SV Werder Bremen postete das Mittelfeld-Talent, gefragt nach seiner Zukunft, eine Instagram-Story mit einem kurzem Video aus dem Weserstadion. Der Clip war wenig später wieder verschwunden, die Gerüchteküche kam trotzdem ins Brodeln.

Jetzt wird klar: Das Video hatte Johan Mina offenbar schon Anfang September 2019 aufgenommen. Denn der Ecuadorianer war am dritten Spieltag der Saison, beim Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den FC Augsburg (3:2), Gast im Weserstadion. „Das war eine tolle Erfahrung, wirklich beeindruckend“, sagt Mina jetzt im Interview mit „werder.de“.

Werder hat also schon eine ganze Weile am jetzt 18-Jährigen gebaggert. Und die Reise nach Bremen hat sich für beide Seiten gelohnt. „Dieser Besuch hat definitiv dazu beigetragen, dass ich mich für Werder entschieden habe", sagt Mina. Besonders beeindruckt hätten ihn die Fans: „Vor dem Spiel, wie die Massen in Grün und Weiß in das Stadion geströmt sind und dann natürlich die Atmosphäre während des Spiels. Da habe ich mir kurz vorgestellt, wie es denn wäre, wenn ich selber mal hier auflaufen werde.“

Neuzugang Johan Mina: Werder Bremen ist ein „großer Verein“

Trotz des drohenden Abstiegs in die Zweite Liga bezeichnet Mina Werder Bremen als „großen Verein“, der auch in Südamerika für gute Nachwuchsarbeit bekannt sei. „Bremen hat in der Vergangenheit schon immer auf junge Spieler gesetzt, die eine beeindruckende Entwicklung genommen haben.“

Mina, der im Juli nach Deutschland kommt, will sich da einreihen. Klar, dass das Geduld erfordert. Sportchef Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt haben bereits versucht, die Erwartungen an den 18-Jährigen zu bremsen. Mina hat seit anderthalb Jahren keine Spiele auf Clubebene bestritten, auch bei Werder darf er vorerst nur mittrainieren, eine Spielerlaubnis in der U19 und U23 gibt es für den Spieler wegen seines ecuadorianischen Passes erst mal nicht.

Werder Bremen: Johan Mina will nach Wechsel erstmal ankommen

Mina setzt sich daher einfache Ziele: „Ich möchte so schnell wie möglich ankommen, wie man so schön sagt. Mich also in die Mannschaft integrieren, die Stadt kennenlernen, die Sprache lernen und dann natürlich versuchen, der Mannschaft auf dem Platz zu helfen.“ Dass Mina fußballerisch gute Anlagen hat, liegt auf der Hand. Er selbst beschreibt sich so: „Ich denke, ich habe ein ganz gutes Gespür für Spielsituationen und kann meine Mitspieler dementsprechend in Position bringen. Auch meine Distanzschüsse und der Abschluss sind ganz okay.“

Der Name, die Spielweise – dass da in Bremen Vergleiche mit Johan Micoud unweigerlich aufkommen, hat Mina schon mitbekommen. „Das habe ich bereits mehrfach gehört. Micoud war ein herausragender Fußballer, und ich weiß, dass er Werder zum Double geführt hat. Aber da bin ich weit von entfernt. Ebenso weit wie von Johan Cruyff, der der eigentliche Namensgeber ist.“ Minas Vater war Cruyff-Fan. „Beide waren zwei unglaublich gute Fußballer. Von so einer Karriere kann man nur träumen“, sagt der Junior, der Kaka sein fußballerisches Vorbild nennt. Übrigens: Als Werder Bremen mit Micoud 2004 das Double holte, ist Mina (Geburtstag: 15. Mai 2002) gerade zwei Jahre alt geworden. (han)

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Zur letzten Meldung vom 5. Juni 2020

Werder Bremen und die großen Hoffnungen in den kleinen Johan M.

Bremen – Ach herrje, diese Namensähnlichkeit! Vermutlich hat Johan Mina, das 18 Jahre alte Fußballtalent aus Ecuador, keinen blassen Schimmer, welche Vergleiche ihn bei Werder Bremen erwarten werden. Johan M. zu heißen, dann auch noch im zentralen, offensiven Mittelfeld zu spielen und in Kürze das Werder-Trikot zu tragen – wie soll es sich da vermeiden lassen, weitere Parallelen zu Johan Micoud zu suchen?

Geht ja nicht. Selbst Frank Baumann gelingt es nicht. „Der Vorname“, sagt der Sportchef des  SV Werder Bremen über die Neuverpflichtung aus Südamerika, „ist aber nicht der Grund, weshalb wir ihn verpflichtet haben.“ Dass Johan Mina aber mal einer werden könnte wie Micoud, will Baumann gar nicht verhehlen. Mina sei „ein ähnlicher Spielertyp wie Micoud, „er ist spielerisch unheimlich gut, kann seine Mitspieler gut einsetzen und ist selbst torgefährlich.“ 

Der große Unterschied zu Johan Micoud ist jedoch, dass der Franzose 2002 schon 29 Jahre alt war und sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere befand, als er zu Werder Bremen kam. Mina dagegen ist vor drei Wochen gerade einmal 18 Jahre alt geworden, ein Talent in der Kinderschuhen gewissermaßen. „Er bringt viel mit, aber wir sollten die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen“, mahnt Baumann.

Werder Bremen-Neuzugang: Johan Mina wird es schwer haben

Keine Frage: Johan Mina wird es schwer haben, wenn er im Juli nach Bremen kommt. Neuer Club, neues Land, neuer Kontinent, neues Leben – für den Teenager wird nichts mehr so sein, wie es mal war. Und ob seine fußballerische Entwicklung bei Werder direkt den Verlauf nimmt, den sich Baumann und Trainer Florian Kohfeldt insgeheim wünschen, wird erst die Zukunft zeigen.

Eine Zukunft, die in Bremen gestaltet werden soll. Johan Mina könnte sogar noch U19 spielen, darf es aber wegen seines ecuadorianischen Passes nicht. Auch die U23 ist für ihn Sperrgebiet. Weshalb er ähnlich wie einst Josh Sargent während seiner ersten Monate in Bremen zunächst nur am Übungsbetrieb teilnehmen kann. „Johans Eingewöhnung wird im Training ablaufen“, bestätigt Baumann. Einsätze im Profi-Team des SV Werder Bremen sind vorerst weit weg für den auf Fotos sehr schmächtig wirkenden jungen Mann. Baumann: „Für die kommende Saison ist er in der Bundesliga nicht vorgesehen. Aber wenn er uns positiv überrascht, wäre es umso besser.“ Eine Ausleihe im ersten Werder-Jahr sei zudem nicht geplant, meint der Manager.

Florian Kohfeldt: Werder Bremen-Neuzugang Johan Mina mit „herausragenden Fähigkeiten“

Erstmal muss Johan Mina ankommen im Profi-Fußball. Nachdem er bei seinem Verein CS Emelec quasi seit eineinhalb Jahren ausgebremst war, keine Spiele auf Clubebene bestreiten durfte, geht es für den U-Nationalspieler darum, Rhythmus und Sicherheit zu finden. Das fußballerische Rüstzeug für eine Karriere in Europa sei auf jeden Fall vorhanden, urteilt Werder-Coach Kohfeldt. 

Johan Minas Fähigkeiten seien „in seiner Altersstufe herausragend - nicht nur in seinem Land, sondern generell. Wir sind froh, dass wir so ein Talent für uns begeistern konnten. Aber es ist auch kein ganz einfacher Schritt für ihn, die Heimat zu verlassen“, sagt der 37-Jährige: „Ich hoffe, dass er sich schnell akklimatisiert. Dann werden wir sehen, wie wir ihn nach und nach Richtung Bundesliga bekommen. Das ist natürlich die Zielstellung, kann aber nicht während der nächsten Wochen und Monate erwartet werden.“ Und bis aus dem kleinen Johan M. mal ein großer Johan M. geworden ist, wird es – wenn überhaupt – sogar noch Jahre dauern. (csa)

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