Sprachprobleme, keine Spielerlaubnis - Johan Mina hatte bei Werder Bremen bislang keine gute Zeit. Jetzt soll das Talent erneut ausgeliehen werden!
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Sprachprobleme, keine Spielerlaubnis - Johan Mina hatte bei Werder Bremen bislang keine gute Zeit. Jetzt soll das Talent erneut ausgeliehen werden!

Werder-Talent Mina über Probleme

„Habe meine Familie vermisst“: Johan Mina über seine schwierigen Anfänge beim SV Werder und in Bremen

Bremen – Noch sucht der SV Werder Bremen nach einer weiteren Leihstation für Johan Mina. Dass der 20-jährige Ecuadorianer vorerst nicht nach Bremen zurückkehren wird, steht fest, erst kürzlich hatte Sportchef Frank Baumann gegenüber der DeichStube erklärt, dass es „einige Interessenten aus dem Auslande“ gebe. An den Qualitäten des offensiven Mittelfeldspielers bestehen derweil keine Zweifel, wenngleich Mina bislang keine einfache Zeit an der Weser hatte. In einem Interview in seinem Heimatland mit dem Radiosender „La Bruja“ hat er nun erzählt, mit welchen Problemen er zu kämpfen hatte.

„In Deutschland wurde ich krank“, sagte Johan Mina, der nach seinem Wechsel 2020 im Internat des Weserstadions untergebracht wurde. „Ich war nicht allein, aber ich habe meine Familie vermisst.“ Ein großes Problem war vor allem die Sprachbarriere – und damit auch die Integration. Das Talent spricht kein Englisch, mit deutschen Vokabeln hapert es ebenfalls. Häufig versuchte er sich nach eigenen Angaben mit Händen und Füßen zu verständigen. Das ein oder andere Teammitglied war zwar des Spanischen mächtig, doch das genügte offenkundig nicht, um Mina bei Werder Bremen eine Wohlfühlzone zu schaffen.

Johan Mina über seine schwierigen Anfänge bei Werder Bremen: „Ich habe meine Familie vermisst“

Hinzu kommen die sportlichen Probleme. Für einen Einsatz bei den Profis reicht es noch nicht, für die Regionalliga besitzt er als Nicht-EU-Ausländer keine Spielerlaubnis, weshalb er auch bei der U23 der Bremer nicht in Pflichtspielen auflaufen durfte. So trainierte Johan Mina zunächst ausschließlich bei Werder Bremen, ehe er im Sommer 2021 zum portugiesischen Erstligisten GD Estoril Praia verliehen wurde. Die gewünschte Spielpraxis erhielt er aber auch dort kaum. So gehörte der Junioren-Nationalspieler, der bei Werder laut eigener Aussage noch einen Vertrag bis zum Jahr 2025 besitzt, auch in Portugal weitgehend zur U23 des Clubs, Stammkraft wurde er jedoch nicht. Immerhin klappte die Verständigung etwas besser.

Nun soll der nächste Wechsel endlich für mehr Zeit auf dem Rasen sorgen. Womöglich bleibt Johan Mina sogar gleich in Ecuador. Dort soll Werder Bremen – wie auch in den USA – einen Club für ihn suchen, wie er verriet. Allerdings berichtete just das ecuadorianische Sportportal „Bolavip“, dass die Bremer eigentlich ein Leihgeschäft innerhalb Europas bevorzugen würden, als mögliches Ziel wird der dänische Verein FC Nordsjaelland genannt. „Ich will einfach zu einem Verein, bei dem ich spielen kann“, betonte Johan Mina, der keinen Hehl daraus macht, dass er am liebsten im Westen Südamerikas bleiben würde. „Und wenn es hier ist, ist es umso besser.“ (mbü)

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