Johan Mina, hier im Training des SV Werder Bremen, hat seit seiner Ausleihe an CS Emelec noch kein einziges Pflichtspiel für den Club absolviert.
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Johan Mina, hier im Training des SV Werder Bremen, hat seit seiner Ausleihe an CS Emelec noch kein einziges Pflichtspiel für den Club absolviert.

Werder-Talent noch ohne Pflichtspiel für Leihclub

Transfer-Flop? Werder-Sportchef Frank Baumann gibt Johan Mina nicht auf

Bremen/Guayacil – Keine Frage, die Rückkehr Johan Minas in seine ecuadorianische Heimat zu seinem Ausbildungsclub CS Emelec hatten sich alle Beteiligten ganz anders vorgestellt – natürlich auch die Verantwortlichen des SV Werder Bremen. Denn in den vergangenen sechs Monaten hat der 20-Jährige bislang noch kein einziges Spiel für das Team aus der Hafenstadt Guayacil absolviert – und damit sportlich nahtlos an seine unglückliche Zeit an der Weser angeknüpft.

„Natürlich können wir nicht zufrieden sein, das braucht man auch nicht wegzudiskutieren. Wir haben uns das anders vorgestellt, was seine Entwicklung auf dem Platz betrifft“, erklärt Werder Bremens Sportchef Frank Baumann im Gespräch mit der DeichStube und fügt an: „Wir hatten schon die Hoffnung, dass Johan in seiner Heimat wieder Einsatzzeiten bekommt, um sein fußballerisches Talent, das definitiv gegeben ist, weiterentwickeln zu können.“ Das sei bislang zwar nicht der Fall gewesen, aber es gelte auch, die Ausleihe in den kommenden sechs Monaten abzuwarten. „Die Saison ist auch noch nicht zu Ende“, gibt Baumann die Hoffnung auf den Durchbruch von Johan Mina nicht auf. „Wir sind mit seinem Berater im Austausch und hoffen, dass er noch seine Einsätze bekommen wird.“

Werder Bremens Frank Baumann: „Wir hatten die Hoffnung, dass Johan Mina in seiner Heimat wieder Einsatzzeiten bekommt“

Dabei hatte bereits Minas Ausleihe in der vergangenen Saison zum portugiesischen Erstligisten Estoril Praia unter keinem guten Stern gestanden. Dort kam das Talent des SV Werder Bremen ausschließlich in der U23 zum Zug – und das ziemlich selten. Johan Mina bestritt nur zehn von möglichen 28 Pflichtspielen. Wer geglaubt hatte, dass in Ecuador alles besser werden würde, sollte sich täuschen. Bei Emelec verschlechterte sich Minas Situation sogar, weshalb in ecuadorianischen Medien zwischenzeitlich darüber spekuliert worden war, ob das Leihgeschäft Ende November vorzeitig beendet werden könnte, da beide Seiten unzufrieden waren. Doch dazu ist es nicht gekommen. Johan Mina soll sich in seiner Heimat durchbeißen. Wie es dann im Sommer mit ihm weitergeht, ist völlig offen.

Werder Bremens Frank Baumann will sich nicht festlegen, wie es im Sommer mit Johan Mina weitergeht

„Da wollen wir uns jetzt noch nicht festlegen. Es geht erst mal darum, dass er in den nächsten Monaten weiter an sich arbeitet. Dann werden wir sehen, was der nächste richtige Schritt für ihn in seiner Entwicklung ist“, erklärt Frank Baumann, der weiterhin für mehr Nachsicht mit dem früheren Junioren-Nationalspieler wirbt. „Man darf nicht vergessen, dass er noch immer ein sehr junger Spieler ist. Insofern ist Geduld sehr wichtig.“ Der Schritt aus Ecuador nach Deutschland sei für einen jungen Spieler sprachlich und kulturell eben ein sehr großer. Mit dieser schwierigen Situation war Mina bei Werder Bremen nicht klargekommen, wie er in einem Interview in Ecuador mit dem Radiosender „La Bruja“ selbst verriet: „In Deutschland wurde ich krank. Ich war nicht allein, aber ich habe meine Familie vermisst.“ Hinzu kam die Sprachbarriere, denn Mina spricht weder Deutsch noch Englisch. Die sportlichen Probleme machten das Dilemma komplett: Für die Profis war Johan Mina noch nicht weit genug, bei der U23 fehlte als Nicht-EU-Ausländer die Spielerlaubnis, weswegen er keine Pflichtspiele bestreiten durfte.

Doch obwohl der Linksfuß bei Werder Bremen und während seiner beiden Leihstationen bislang überhaupt nicht funktioniert, hofft Frank Baumann bei Johan Mina weiterhin auf den Turnaround und verteidigt dessen Transfer im Sommer 2020: „Wir sind damals kein finanzielles Risiko eingegangen. Er hat sein Talent in Ecuador schon gezeigt in einem sehr guten Jahrgang. Vielleicht dauert es bei ihm einfach ein bisschen länger. Ich schreibe ihn jedenfalls noch nicht komplett ab.“ (mwi)

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