Johannes Eggestein verlässt mit einem großen Pappkarton das Weserstadion
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Johannes Eggestein verließ am Dienstagmittag mit einem großen Pappkarton das Weserstadion. Der Stürmer wurde vom SV Werder Bremen an den Linzer Ask ausgeliehen.

Werder-Stürmer wechselt nach Österreich

Jojo Eggestein über seinen Wechsel von Werder Bremen zum Linzer ASK: „War hier nicht mehr das, was ich mir vorstelle“

Bremen – Die Mannschaft hatte sich gerade auf den Weg zum Trainingsplatz gemacht, da verließ am Dienstagmorgen, 11.10 Uhr, nahezu unbemerkt ein Mann im grauen Tweetmantel das Weserstadion. In seinen Armen trug er einen großen Umzugskarton, den er nur wenige Meter weiter auf die Rückbank seines Autos verfrachtete, um Werder Bremen kurz darauf zu verlassen. Bis Sommer 2021 wird Johannes Eggestein auf Leihbasis für den Linzer ASK auflaufen.

Bevor er sich auf den Weg zum österreichischen Erstligisten machte, hat er der DeichStube die Beweggründe für seinen Wechsel erklärt. „Ich wage jetzt diesen Schritt, weil ich mehr Spielpraxis haben möchte. Das ist wichtig für meine Entwicklung“, sagte Eggestein, der genau diese Perspektive bei Werder Bremen nicht mehr gesehen und auch von niemandem verbindlich zugesagt bekommen hatte. „Es gab zwar Phasen, da habe ich schon gemerkt, dass ich im Kader bin und auch Spielminuten bekomme. Auf der anderen Seite war es hier dann aber wieder nicht mehr das, was ich mir vorstelle.“

Trainer Florian Kohfeldt hatte den 22-Jährigen in der Schlussphase der Vorsaison ab Mai gar nicht mehr in den Kader berufen. In der neuen Spielzeit wurde Johannes Eggestein auf Schalke und gegen Bielefeld zwar jeweils eingewechselt, Chancen auf eine tragende Rolle im Team sah er für sich aber dennoch nicht. „Ich muss einfach mehr spielen, doch das konnte ich mir bei Werder selbst nicht mehr versichern, und der Trainer im Endeffekt auch nicht“, sagte der Angreifer, der es in seinen bisher 46 Bundesliga-Einsätzen (seit 2017) auf fünf Tore und zwei Vorlagen gebracht hatte.

Werder Bremen: Sportchef Frank Baumann schloss Wechsel von Johannes Eggestein aus

Dass Werder Bremen sein einstiges Toptalent, das der Verein 2011 bei einem Hallenturnier entdeckt und dann ins Nachwuchsinternat gelockt hatte, am letzten Tag der Transferperiode doch noch ziehen ließ, war durchaus überraschend – zumal es Sportchef Frank Baumann nur ein paar Tage zuvor noch kategorisch ausgeschlossen hatte. Für Johannes Eggestein selbst hatte sich der Wechsel aber schon seit „einigen Wochen“ mehr und mehr abgezeichnet. Schon kurz nachdem Werder und Linz während des Sommer-Trainingslagers im Zillertal ein Testspiel gegeneinander absolviert hatten, klopfen die Österreicher bei Eggesteins Berater an – und blieben danach hartnäckig. „Ich hatte das Gefühl, dass sie mich wirklich wollten. Das war für mich sehr spannend, weil es genau darum ging: einen Verein zu finden, der nicht nur mal lose anfragt, sondern der mich wirklich braucht und mit mit plant.“ Zwar signalisierte Werder dem Spieler bis zuletzt, dass er auch bleiben und weiterhin seine Chance in Bremen suchen könne, doch Eggestein entschied sich dagegen.

Johannes Eggestein will im nächsten Sommer neuen Anlauf bei Werder Bremen wagen

Am Montag verbrachte er den kompletten Tag in Linz, unterschrieb seinen neuen Vertrag, posierte im LASK-Trikot, sah sich Stadt und Trainingsgelände an und will sich nun als nächsten Schritt noch eine Wohnung suchen. „Es wird wohl etwas Möbliertes werden, denn es ist ja nur für ein Jahr“, sagte Eggestein, der nächsten Sommer bei Werder Bremen einen neuen Anlauf wagen möchte: „Das ist der Plan.“ Um es sportlich in Bremen doch noch allen zu zeigen – aber auch, um möglichst wieder mit seinem älteren Bruder Maximilian zusammenspielen zu können. „Seinen Segen musste ich mir vor dem Wechsel nicht abholen, aber wir sind natürlich beide traurig darüber, dass sich unsere Wege jetzt vorerst trennen. Hoffentlich können wir nach diesem einen Jahr wieder zusammenspielen.“

Werder Bremen: Johannes Eggestein spielt mit dem Linzer ASK international

Bis es soweit ist, dürfte sich Johannes Eggestein über viel Spielzeit beim Linzer ASK freuen – und das sogar in der Europa League, wo die Mannschaft von Trainer Dominik Thalhammer in Gruppe J unter anderem auf Tottenham Hotspur trifft. „Europa war natürlich ein Pluspunkt, der für den Wechsel gesprochen hat“, erklärte Eggestein, der sich das entscheidende Quali-Spiel der Linzer bei Sporting Lissabon (4:1) am vergangenen Donnerstag im Fernsehen ansah und so einen ersten Eindruck von den neuen Kollegen bekam. (dco)

Zur letzten Meldung am 05. Oktober 2020:

Transfer fix: Werder Bremen verleiht Johannes Eggestein nach Österreich

Jetzt ist es offiziell: Johannes Eggestein verlässt den SV Werder Bremen und wechselt für eine Saison auf Leihbasis zum Linzer ASK nach Österreich.

Johannes Eggestein wechselt zum Linzer ASK in die erste Liga Österreichs. „Es hat sich für Johannes die Möglichkeit ergeben, diesen Schritt nach Linz zu machen. Wir erwarten, dass Johannes nach einer schweren Vorsaison dort zu mehr Einsatzzeiten kommen wird als bei uns“, wird Frank Baumann, Sportchef des SV Werder Bremen, in einer Mitteilung des Bundesliga-Clubs zitiert. Werder-Cheftrainer Florian Kohfeldt über den Wechsel des 22-jährigen Stürmers: „Johannes muss viel spielen und kann dies beim LASK auch auf internationalem Niveau machen. In sieben, acht Monaten ist er wieder in Bremen und wir hoffen darauf, dass er sich so gut entwickelt hat, um dauerhaft Stammspieler bei Werder Bremen zu werden.“ (tst) Ein Kommentar zur Transfer-Politik: So spart sich Werder Bremen in die 2. Liga!

Letzte Meldung vom 5. Oktober 2020, 15.31 Uhr:

Johannes Eggestein vor Wechsel? Linzer ASK an Angreifer von Werder Bremen dran - „Sieht sehr gut aus“

Das wäre am letzten Tag der Transferphase ein echter Hammer: Stürmer Johannes Eggestein könnte den SV Werder Bremen Anfang doch noch verlassen. Die besten Karten auf eine Leihe scheint der Linzer ASK aus Österreich zu haben.

„Es sieht sehr gut aus, wir kämpfen noch um letzte Details“, wird Jürgen Werner, Vize-Präsident des Linzer ASK, in der Kronen-Zeitung zitiert. Demnach seien die Österreicher in den Verhandlungen mit Werder Bremen über ein Leihgeschäft von Stürmer Johannes Eggestein sehr weit.

Zuletzt hatte Sportchef Frank Baumann zwar immer wieder betont, dass weder Werder Bremen noch der Spieler einen Wechsel anstreben, sondern gemeinsam in die Zukunft blicken, doch inzwischen wurden längst Gespräche über eine Ausleihe von Johannes Eggestein geführt, wie die DeichStube bereits am Sonntag berichtet hatte. Der Vertrag des 22-Jährigen läuft noch bis 2022.

Werder Bremen: Wechselt Johannes Eggestein zum Linzer ASK?

Es geht um Eggesteins Einsatzchancen bei Werder Bremen. Der Konkurrenzkampf im Bremer Angriff ist groß. In der Vorbereitung sah es so aus, als sollte sich der jüngere der beiden Eggestein-Brüder einen Stammplatz erobert haben, doch dann saß er im Pokal gegen Jena nur auf der Bank, kam erst in der Nachspielzeit. Beim Bundesliga-Auftakt gegen Hertha schaute der Angreifer dann komplett zu. Auf Schalke und gegen Bielefeld reichte es wenigstens zu Einsätzen von 22 und neun Minuten.

Aber eigentlich ist das zu wenig für einen Spieler, der in dieser Saison endlich den Durchbruch schaffen will. Wenn dann auch noch ein Milot Rashica bleiben würde, wäre kaum noch Platz für Johannes Eggestein in der Offensive des SV Werder Bremen. Interessenten soll es reichlich geben - vor allem auch aus dem Ausland. Dort könnte er auch für Clubs spielen, die international vertreten sind, heißt es. (kni) Derweil wagt Werder Bremen offenbar eine erneute Transfer-Offensive bei Marko Grujic vom FC Liverpool.

Zur letzten Meldung vom 29. September 2020:

Ansage von Manager Frank Baumann: Johannes Eggestein bleibt beim SV Werder Bremen

Bremen – In der Vorbereitung hatte Johannes Eggestein nicht nur mit Toren beim SV Werder Bremen aufgetrumpft, doch in den ersten beiden Pflichtspielen durfte er nur eine Minute mitwirken. War das schon ein Fingerzeig darauf, dass Werder ohne den 22-Jährigen plant? Mitnichten! Beim 3:1-Sieg auf Schalke wurde der Angreifer immerhin schon in der 67. Minute eingewechselt und anschließend gab es eine deutliche Transfer-Ansage von Sportchef Frank Baumann.

„Es steht für ,Jojo‘ und für uns fest, dass er bleibt. Da gibt es keine anderen Gedanken“, sagte Baumann und erklärte die Situation: „Es ist einfach sehr eng bei uns im Offensivbereich. ,Jojo‘ ist aber immer ein Kandidat für Einsätze.“ Immerhin das hat der jüngere der beiden Eggestein-Brüder geschafft. Denn in der vergangenen Saison war Johannes Eggestein nach dem Re-Start der Bundesliga Mitte Mai quasi kaltgestellt worden, wurde nach seiner Einwechslung beim 1:4 gegen Bayer Leverkusen überhaupt nicht mehr in den Kader des SV Werder Bremen berufen.

Ein Wechsel des 22-Jährigen, dessen Vertrag noch bis 2022 läuft, wäre im Sommer keine Überraschung gewesen. Und es gab und gibt auch durchaus Interesse. Der FC St. Pauli hat mal angefragt, doch sportlich und finanziell ist das keine umsetzbare Lösung. Interessanter sollen da schon Anfragen aus dem europäischen Ausland sein, aber bislang galt Johannes Eggesteins Fokus immer Werder Bremen. Und so soll es auch bleiben, wenngleich am Ende einer Transferphase immer vieles möglich ist. Baumanns klare öffentliche Aussage kann auch als Signal für den jungen Angreifer gewertet werden, dass der Club weiterhin auf ihn baut.

Werder Bremen: Für einen Platz in der Startelf reichte es für Johannes Eggestein bisher nicht

Bereits im Trainingslager im Zillertal hatte Coach Florian Kohfeldt erklärt, dass er sich mit „Jojo“ auf einen Neustart geeinigt habe – inklusive eines erneuten Positionswechsels zurück aus dem Mittelfeld in den Sturm. Dabei gab es einen klaren Auftrag von Kohfeldt für Johannes Eggestein: „Und jetzt setz‘ dich durch!“

Das hatte sich der Stürmer offenbar zu Herzen genommen. Er spielte nicht nur gut, sondern war mit vier Toren nach Davie Selke (fünf Treffer) auch zweitbester Bremer Torschütze in der Vorbereitung. Für einen Platz in der Startelf reichte es trotzdem nicht, da bekamen Selke, Josh Sargent, Tahith Chong, Niclas Füllkrug und Leonardo Bittencourt bislang den Vorzug. (kni) 

Zur letzten Meldung vom 24. September 2020:

Abgang oder Verbleib? Clemens Fritz über Werder-Stürmer Johannes Eggestein: „Wir hoffen, dass es hier klappt“

Bremen – Eines gegen den Linzer ASK, eines gegen Austria Lustenau, dann eines gegen den FC Groningen und zum Abschluss noch eines gegen den BSV Rehden – vier Tore hatte Johannes Eggestein in den Sommer-Testspielen des SV Werder Bremen erzielt, und da der 22-Jährige nun mal Stürmer ist, sollte das eigentlich schon ausreichen, um ihm eine gute bis sehr gute Vorbereitung zu attestieren.

Eggestein, so schien es, ist bei Werder Bremen plötzlich wieder dran, hat das für ihn persönlich sehr schlecht gelaufene Vorjahr mit nur 14 Bundesliga-Einsätzen und der Gar-nicht-mehr-Berücksichtigung in den letzten elf Partien verarbeitet und abgehakt, um jetzt einen neuen Anlauf zu wagen. Dann kam das Pokalspiel in Jena und der Liga-Auftakt gegen Hertha BSC, und Johannes Eggestein stürmte weder im Zentrum noch auf Linksaußen, sondern war: außen vor. Nach nur zwei Pflichtspielen muss daraus freilich noch kein Trend für den Rest der Saison abgeleitet werden. Fragen wirft es aber dennoch auf.

Werder Bremen: Der Konkurrenzkampf für Johannes Eggestein ist hoch

Direkt die erste, etwas zugesptizt: Was hat dieser Mann eigentlich getan, dass er beim SV Werder Bremen keine Chance bekommt, obwohl die Kollegen bisher auch keine Bäume ausgerissen haben? „Er hat gar nichts getan“, antwortet Clemens Fritz, der in dieser Woche mit Medienvertretern über die Personalie Johannes Eggestein sprach – und festhielt: „Der Konkurrenzkampf ist einfach hoch. Davie Selke hat eine gute Vorbereitung gespielt, Yuya Osako und Leo Bittencourt auch, auch Niclas Füllkrug merkt man an, dass er immer mehr reinkommt.“ Dieses Aus-dem-Vollen-schöpfen-können mache es dem Trainer eben schwer: „Er kann ja nicht alle spielen lassen.“

Johannes Eggestein dürfte das spätestens nach dem Verlauf der Vorsaison festgestellt haben. Das einstige Toptalent war während der Serie 19/20 in eine sportliche Sackgasse geraten, selbst ein Abschied aus Bremen vor der neuen Spielzeit schien nicht ausgeschlossen. Das angebliche Interesse des Zweitligisten FC St. Pauli soll nach der Bremer Ablöseforderung in Höhe von fünf Millionen Euro aber schnell wieder erloschen sein. Generell soll Eggestein auch Interesse daran haben, bei Werder Bremen weiter am Durchbruch zu arbeiten – was sich allerdings noch ändern könnte, wenn die Spielzeit weiterhin gering bleibt und womöglich vor Ende der Transferphase noch ein passendes Angebot eintrudelt. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir gar nichts ausschließen können und nicht in der finanziellen Situation sind, um Spieler als unverkäuflich zu erklären“, sagt Fritz allgemein. Und speziell auf Eggestein bezogen: „Aktuell gibt es da nichts.“

Werder Bremen: Trainer Florian Kohfeldt ist ein Förderer von Johannes Eggestein

Dem Angreifer bleibt also nichts anderes übrig, als bei Werder Bremen weiter auf seine (nächste) Chance zu warten. Vielleicht bekommt er sie ja schon im Auswärtsspiel bei Schalke 04. „Florian Kohfeldt ist ein Förderer von ihm, er kennt ihn sehr lange“, sagt Fritz über das Verhältnis zwischen Trainer und Spieler, was zuletzt allerdings nichts an den Entscheidungen des Coaches geändert hat. „Klar ist bei Jojo eine Unzufriedenheit da. Er will spielen“, sagte Fritz. Und zum Abschluss noch: „Wir hoffen, dass es hier klappt.“ (dco)

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