Johannes Eggestein wollte eigentlich einen neuen Anlauf bei Werder Bremen nehmen, wurde aber aussortiert. Jetzt spielt er für Royal Antwerpen in Belgien.
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Johannes Eggestein wollte eigentlich einen neuen Anlauf bei Werder Bremen nehmen, wurde aber aussortiert. Jetzt spielt er für Royal Antwerpen in Belgien.

Eggestein: Aussortierung bei Werder war „schade“

Nach Wechsel: Johannes Eggestein wundert sich über Werder-Trainer Markus Anfang

Bremen/Antwerpen – Europa League statt 2. Liga: Eigentlich ist der Sommer für Johannes Eggestein gar nicht so schlecht gelaufen, doch der 23-Jährige hatte mehr mit einer Zukunft beim SV Werder Bremen gerechnet als mit einem Wechsel zu Royal Antwerpen. Mit dem belgischen Club trifft Eggestein am Donnerstagabend (18.45 Uhr) in der Europa League auf Eintracht Frankfurt. Gegenüber dem „kicker“ drückte der Stürmer nun sein Unverständnis darüber aus, dass er nach seiner Ausleihe zum Linzer ASK in Bremen sofort vom neuen Trainer Markus Anfang aussortiert wurde.

„Ich habe mich ja mit dem Plan nach Österreich ausleihen lassen, Spielpraxis zu bekommen und danach einen neuen Versuch bei Werder zu starten. Aber mir wurde relativ schnell signalisiert, dass das nicht von beidseitigem Interesse war“, berichtet der jüngere der beiden Eggestein-Brüder und betont, dass „Bremen über all die Jahre zu meiner zweiten Heimat geworden ist“. Bereits mit 15 Jahren war vom TSV Havelse zu Werder Bremen gewechselt, galt dort als Riesentalent und spielte auch 46 Mal für die Grün-Weißen in der Bundesliga. Doch der ganz große Durchbruch gelang ihm nicht, die Ausleihe nach Linz sollte helfen. Dort machte er nicht nur mit zwölf Toren in 28 Ligaspielen auf sich aufmerksam, er hatte insgesamt eine ganz ordentliche Saison gespielt und wie geplant viel Selbstvertrauen getankt.

Werder Bremen-Transfers: Johannes Eggestein verwundert über Aussortierung

Nach seiner Rückkehr rechnete der Angreifer deshalb damit, „dass ich als fester Kaderspieler eingeordnet werde und meine feste Position habe. Dass das dann nicht so gesehen wurde, hat mich zumindest zu diesem frühen Zeitpunkt überrascht. Auch, weil ich mit dem Bundesliga-Abstieg ja relativ wenig zu tun hatte und die Rede davon war, neue Gesichter zu integrieren. Da habe ich mich schon in einer solchen Position gesehen.“ Doch gleich zum Start der Vorbereitung sei im signalisiert worden, dass er nicht gebraucht werde – und zwar von Trainer Anfang persönlich. „Ich fand es schade, dass Markus Anfang mir nicht die Chance gegeben hat, ihn zu überzeugen. Er war sich sicher, dass ich als hängende Spitze nicht in sein System passe“, erzählt Johannes Eggestein, hegt deshalb aber keinen Groll: „Fairerweise hat er es mir wenigstens ehrlich und frühzeitig gesagt. Das mag ich lieber, als wenn man nur mit der halben Wahrheit rausrückt. Ich bin da auch nicht nachtragend, weil er mir die Gelegenheit und die nötige Zeit gegeben hat, einen neuen Verein zu suchen.“

Den fand Johannes Eggestein dann auch mit Royal Antwerpen. Für eine Ablösesumme von einer Million Euro ließ ihn Werder Bremen ziehen. Richtig rund läuft es für Eggestein in Belgien aber noch nicht. In der Liga kam er zwar sechs Mal zum Einsatz, stand dabei aber nie in der Startelf. „Ich bin ja noch relativ neu hier, habe die Vorbereitung auch nicht mitgemacht. Es ist doch immer so eine Art Gamble, zwischen Geduld und Ungeduld. Man muss sich selbst die Zeit geben, in die Mannschaft und die belgische Liga hineinzufinden; andererseits muss man kurzfristig auch etwas vorweisen können“, erklärt der Angreifer.

Nach Werder Bremen-Wechsel: Für Johannes Eggestein läuft es bei Royal Antwerpen noch nicht richtig rund

Und vorzuweisen hat er durchaus schon etwas: In der Europa-League-Qualifikation traf der 23-Jährige im Elfmeterschießen gegen Omonia Nikosia, ist also mitverantwortlich dafür, dass Royal nun gegen Frankfurt spielt. Seinen Wechsel hat er keineswegs bereut, weil es ihm ohnehin nicht nur ums Sportliche geht: „Es muss ja generell nicht immer England, Spanien, Italien oder Deutschland sein. Auch in anderen Ländern wird guter Fußball gespielt. Und für mich ist nicht ausschließlich der Aspekt entscheidend, in der besten Liga aufzulaufen, sondern ich sehe meine Karriere wie ein Abenteuer, in dem ich ganz viele Erfahrungen sammeln kann. Nicht nur sportlich, sondern als Person.“ (kni) Verfolgt das Zweitliga-Duell des SV Werder Bremen gegen Heidenheim im Live-Ticker der DeichStube! Lest auch: So könnte Werder Bremens Startelf-Aufstellung gegen den 1. FC Heidenheim aussehen

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