Johannes Eggestein war im DFB-Pokalspiel gegen Weiche Flensburg offensiv ein ständiger Unruheherd.
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Johannes Eggestein war im DFB-Pokalspiel gegen Weiche Flensburg offensiv ein ständiger Unruheherd.

Werder-Talent will seinen Vertrag noch nicht verlängern

Jojo Eggestein: Im Winter wird es heiß

Bremen - Für die vergangenen Wochen im Fußballerleben des Johannes Eggestein eine Überschrift zu finden, ist nicht schwer. Es geht voran, könnte sie lauten. Oder: Auf dem Vormarsch.

Eine positive Ausrichtung also – so wie auf dem Platz. Es ist eine gute Richtung, die er eingeschlagen hat. Dass diese Entwicklung zwangsläufig zu einer Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags bei Werder Bremen führen wird, ist nach jetzigem Stand aber keinesfalls sicher. „Es hat erste Gespräche zwischen uns und Werder Bremen gegeben“, sagt der 20-Jährige zwar, „aber es steht noch nicht fest, dass ich verlängere.“ Bis zur Winterpause will er sich noch die Zeit nehmen, die weitere Entwicklung abzuwarten, danach können die Gespräche „richtig beginnen“.

Tendenz spricht klar für einen Verbleib

Es wird eine interessante Zeit für den jüngeren der beiden Eggesteins. Denn es gilt für ihn, abzuwägen und zu erkennen, ob er sich in Bremen dauerhaft durchsetzen kann, ob aus ihm, dem Talent, ein Stammspieler werden kann. Im Moment spricht die Tendenz klar für einen Verbleib. Gegen den VfL Wolfsburg war Eggestein sein erstes Bundesliga-Tor gelungen, am Mittwochabend, also dreieinhalb Wochen später, folgte der erste Startelf-Einsatz. Eggestein gehörte im DFB-Pokalspiel gegen den Regionalligisten Weiche Flensburg zum ersten Aufgebot und bedankte sich bei dem 5:1-Sieg mit einer starken Leistung auf dem rechten Flügel.

Johannes Eggestein: Seine Karriere in Bildern

Johannes Eggestein
Mit 15 Jahren wechselte Johannes Eggestein zur Saison 2013/14 vom TSV Havelse zu Werders U17. In seiner ersten Saison schoss er 19 Tore und wurde Torschützenkönig. © imago
Johannes Eggestein
Von der U17 ging es zwei Jahre später zur U19. Mit 33 Toren aus 26 Spielen wurde Eggestein in der Spielzeit 2015/16, wie schon in den beiden Jahre zuvor, Torschützenkönig der Junioren-Bundesliga. © Gumz
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Ein guter Grund für Werder, Eggestein längerfristig zu binden: Im Juni 2016 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag. © gumzmedia
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Anschließend durfte Johannes Eggestein mit den Profis ins Trainingslager reisen. Die Saison absolvierte er aber bei der U23, nur im DFB-Pokal bekam er Einsatzzeit bei den Profis. © Gumz
Johannes Eggestein
Auch unter Alexander Nouri trainierte Eggestein bei den Profis mit. Zu Saisonende erlitt er einen Syndesmosebandanriss, fiel für die letzten elf Spieltage aus. © Gumz
Johannes Eggestein
In der folgenden Saison 2017/18 war Johannes Eggestein zur Vorbereitung wieder fit. So konnte er unter anderem in den Testspielen gegen West Ham United ein Tor beisteuern. © Gumz
Johannes Eggestein
Er stand anschließend zwar häufiger im Profikader als zuvor, bekam aber nur drei Kurzeinsätze in der Bundesliga und einen im Pokal. © Gumz
Johannes Eggestein
In den Jugendmannschaften des DFB war er dagegen ein fester Bestandteil. Schon 2012 wurde er für Deutschlands U15 nominiert, spielte dann in allen Juniorenteams. © imago
Johannes Eggestein
Für die U17 nahm er 2015 an der Europameisterschaft und an der Weltmeisterschaft teil. © imago
Johannes Eggestein
Im September 2017 folgte das Debüt für die U21-Nationalmannschaft und die Teilnahme an deren EM-Qualifikation. Das Besondere: Erstmals stand er dort mit seinem Bruder Maximilian auf den Platz. © imago
Johannes Eggestein
Nur zwei Monate später lief Eggestein auch erstmals für die U20-Mannschaft des DFBs auf. © imago
Bei den Profis wartet Johannes Eggestein noch auf seinen Durchbruch. In der Saison 2017/18 kam er auf sieben Einsätze.
Bei den Profis wartet Johannes Eggestein noch auf seinen Durchbruch. In der Saison 2017/18 kam er auf sieben Einsätze. © gumzmedia
In der ersten Runde des DFB-Pokals 2018/19 erzielte Johannes Eggestein seinen ersten Pflichtspieltreffer für Werder. Der Clou: Auch sein Bruder Maximilian Eggestein traf beim 6:1-Sieg.
In der ersten Runde des DFB-Pokals 2018/19 erzielte Johannes Eggestein seinen ersten Pflichtspieltreffer für Werder. Der Clou: Auch sein Bruder Maximilian Eggestein traf beim 6:1-Sieg. © gumzmedia
Am siebten Spieltag der Saison 2018/19 hatte das Warten endlich ein Ende: Johannes Eggestein schoss gegen Wolfsburg sein erstes Bundesligator überhaupt. Vorlage: Claudio Pizarro, 40 Jahre. Torschütze: Johannes Eggestein, 20 Jahre.
Am siebten Spieltag der Saison 2018/19 hatte das Warten endlich ein Ende: Johannes Eggestein schoss gegen Wolfsburg sein erstes Bundesligator überhaupt. Vorlage: Claudio Pizarro, 40 Jahre. Torschütze: Johannes Eggestein, 20 Jahre. © gumzmedia
Am zehnten Spieltag der Saison 2018/19 bedankt sich Johannes Eggestein im Spiel gegen Mainz 05 mit einer Vorlage für Claudio Pizarro.
Am zehnten Spieltag der Saison 2018/19 bedankt sich Johannes Eggestein im Spiel gegen Mainz 05 mit einer Vorlage für Claudio Pizarro. © gumzmedia
Johannes Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Bruder Maximilian folgte mit seiner Vertragsverlängerung zwei Tage später.
Johannes Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Bruder Maximilian folgte mit seiner Vertragsverlängerung zwei Tage später. © gumzmedia

„Ich habe erst am Spieltag erfahren, dass ich von Anfang an spielen würde. Der Trainer hat mich im Hotel zur Seite genommen und es mir verraten. Das Gefühl, dann von Anfang an für die Profis auf dem Platz zu stehen, war sehr schön“, erzählt der U20- und U21-Nationalspieler.

An zwei der fünf Tore war er maßgeblich beteiligt. Dem 1:0 ging ein Eggestein-Pass voraus, den Sportchef Frank Baumann später als „Weltklasse“ bezeichnete. Und den Elfmeter, der das 3:1 brachte, hatte ebenfalls „Jojo“ herausgeholt. „Sehr zufrieden“ war er mit dem Abend, sagt Eggestein: „Ich hatte gute Aktionen in Offensive und auch Defensive.“

Große Konkurrenz in Werders Offensive

Erstes Bundesliga-Tor, erster Startelf-Einsatz – dies sind die Meilensteine, die ein junger Profi erreichen muss, um Mut zu schöpfen für die nächsten Monate und Jahre. Eggestein hat den Mut, sagt, dass ihm die Situation, so wie sie sich im Moment darstellt, gefällt. „Ich habe in dieser Saison schon einen weiteren Schritt nach vorne gemacht, das merke ich“, erklärt er: „Ich bin glücklich und auf einem guten Weg.“

Er war wenige Sekunden im Spiel und schon der Held: Johannes Eggestein erzielte gegen den VfL Wolfsburg das 2:0, sein erstes Bundesliga-Tor!

Keine Widerrede. Doch dass dem ersten Startelf-Einsatz gleich der nächste in der Bundesliga folgen wird, ist keinesfalls garantiert. Zu groß ist die Konkurrenz in der Bremer Offensive. Aber Johannes Eggestein geht das Ganze mit dem frisch gewonnenen Selbstvertrauen an: „Ich war in dieser Saison bislang immer im Kader, habe auch meine Spielanteile bekommen. Das zeigt mir, dass ich mich auch bei so einer Vielzahl an guten Spielern wie bei uns durchsetzen kann.“ Am Sonntag im Auswärtsspiel bei Mainz 05 wird man sehen, ob sich Johannes Eggestein mit seinem Pokal-Auftritt bei Trainer Kohfeldt nachhaltig für die erste Elf empfohlen hat. Wenn es nach ihm ginge, wäre die Sache schon klar: „Ich fühle mich gut. Von mir aus kann es losgehen.“

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