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Will sich bei Werder Bremen zurück ins Rampenlicht spielen; US-Boy Josh Sargent.

US-Boy hofft auf Durchbruch bei Werder Bremen

Werder-Stürmer Josh Sargent erklärt seinen Tor-Instinkt: „Das kann man lernen“

Grassau – Der Schuss könnte kaum strammer sein – und dann schlägt die Kugel auch unhaltbar für den Keeper ein: Josh Sargent hat im Training mal wieder zugelangt. Der junge Profi des SV Werder Bremen agiert auch im Trainingslager in Grassau wie schon zuvor in der Vorbereitung sehr auffällig. Der 19-Jährige wirkt viel robuster, viel erwachsener.

Und wie selbstverständlich stellt sich Josh Sargent inzwischen auch den Medien, sitzt ganz locker im Teamhotel „Golf Resort Aichtal“ und plaudert entspannt, aber durchaus auch selbstbewusst über seine Zukunft und seinen Torinstinkt. „Ich weiß nicht, wann mein Durchbruch kommt. Es wäre großartig, wenn mir der Durchbruch in dieser Saison gelingen würde. Wir werden sehen, was passiert“, sagt Sargent.

Hoffnungsträger Josh Sargent musste erste Rückschläge bei Werder Bremen und in der Nationalelf wegstecken

Er ist ein Hoffnungsträger. Einer, der in der Bundesliga schon bewiesen hat, was er drauf hat. Zehn Einsätze, zwei Tore lautet die Bilanz aus seiner Premieren-Saison. Er war als großes Versprechen im Januar 2018 an die Weser gewechselt und hat sich wirklich gut entwickelt. Doch im März endete plötzlich sein Höhenflug in der Bundesliga. Trainer Florian Kohfeldt setzte ihn in den letzten elf Bundesligaspielen nur noch einmal für sieben Minuten ein. 

Ansonsten musste Josh Sargent, der Anfang des Jahres seinen Vertrag vorzeitig verlängert hatte, zuschauen. Keine angenehme Situation für den Nationalspieler der USA. Genauso wenig wie die überraschende Nicht-Nominierung für den Gold-Cup in der Sommerpause. Doch Sargent mag nicht mehr zurückblicken und hadern. Für ihn gehören diese Rückschläge zur Entwicklung eines jungen Spielers dazu.

Werder Bremen: Josh Sargents größte Waffe ist sein Tor-Instinkt

„Jetzt geht es wieder von vorne los“, sagt er – und sieht sich in einer durchaus guten Ausgangsposition: „Wir haben zwar viele gute Spieler für de Offensive, aber ich fühle mich sehr gut. Ich bin bereit für den Wettbewerb mit den anderen.“ Er sagt auch ganz offen, wo er gerne spielen würde: „Am liebsten als Mittelstürmer. Aber ich spiele natürlich dort, wo der Trainer glaubt, es sei das Beste für das Team und für mich. Hauptsache ich bekomme mehr Einsatzzeit.“

Helfen könnte ihm dabei eine ganz besondere Qualität: sein Tor-Instinkt. Als er darauf angesprochen wird, muss er schmunzeln. Es ist ihm erst ein wenig unangenehm, über seine größte Stärke zu sprechen. „Ich habe schon einen guten Instinkt vor dem Tor“, sagt er dann aber doch und lässt eine nette Geschichte folgen: „Der Trainer sagt immer zu mehr: ,So etwas wie den Tor-Instinkt kann man nicht lernen.‘ Aber ich glaube, jeder kann das mit viel Training lernen.“ Da ist aber jemand bescheiden, allerdings nicht lange. Denn schließlich gibt Sargent noch zu: „Ich weiß nicht, ob das mein großer Vorteil gegenüber den anderen ist. Es ist auf jeden Fall nicht verkehrt, diesen Instinkt zu haben.“

Siehe Claudio Pizarro. Die kickende Werder-Legende hat ihren Tor-Instinkt zu einer großen Karriere genutzt. Nun ist der 40-Jährige Sargents Lehrer. „Claudio ist eine große Hilfe für mich, auf und neben dem Platz. Manchmal geht es nur um Kleinigkeiten wie den richtigen Pass oder die richtige Bewegung. Und Claudio hat eine ganz besondere Mentalität“, schwärmt Sargent vom über 21 Jahre älteren Teamkollegen.

Der US-Amerikaner ist endgültig angekommen beim SV Werder Bremen, er fühlt sich wohl und bereit für den nächsten Schritt. Eine Ausleihe, um woanders vielleicht mehr spielen zu können, ist für ihn kein Thema: „Ich bin sehr glücklich hier und werde alles tun, um so viel wie möglich zu spielen.“ Die körperlichen Voraussetzungen dafür hat er in den letzten Monaten geschaffen. Dank der Athletiktrainer, wie Sargent hervorhebt. „Ich habe viel über meinen Körper gelernt. Es ist für jeden gut, kräftig zu sein. Aber nicht so kräftig, dass man nicht mehr laufen kann“, sagt Sargent und grinst. Genauso wie nach diesem strammen Schuss, der seine Mannschaft im Trainingsspiel in Führung bringt.

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Bei den Transfers hat bei den Grün-Weißen weiter die Verpflichtung eines Außenverteidigers Priorität, Benjamin Henrichs von der AS Monaco ist dabei weiterhin die Wunschlösung von Werder Bremen. Die zuletzt in den Medien gehandelten Thomas Murg und Mert Müldür von Rapid Wien sind allerdings kein Thema bei Werder Bremen. Jetzt aber wieder zum Sportlichen: das Testspiel von Werder Bremen gegen SD Eibar gibt's hier im Liveticker.

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