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Josh Sargent erzielte zwar das Führungstor für  Werder Bremen in Berlin, seine Leistung war allerdings durchwachsen.

Lob und Kritik für den jungen Stürmer

Werder-Trainer Florian Kohfeldt: Josh Sargent soll „sauber bleiben“

Berlin - Im Hinspiel war er schon schnell gewesen. Nach gerade einmal sieben Minuten hatte Josh Sargent im vergangenen Herbst zum 1:0 gegen Hertha BSC getroffen - ein Traumstart, der für Werder Bremen am Ende allerdings nur einen Punkt wert war, 1:1.

Das Drehbuch des Rückspiels, es wies nun gleich mehrere Parallelen auf: Wieder ein frühes Sargent-Tor, dieses Mal sogar schon in der dritten Minute, und später wieder die große Bremer Ernüchterung. Denn Werder Bremen war beim 2:2 in Berlin nach furiosem Start ebenso plötzlich wie unwiderruflich eingebrochen, was freilich nicht nur an Josh Sargent lag. Am Auftritt des 19-jährigen Stürmers ließ sich hinterher allerdings gut veranschaulichen, was bei Werder schief gelaufen war.

„Wir hatten Lösungen für dieses Spiel, die nachweislich funktioniert haben“, sagte Trainer Florian Kohfeldt und verwies auf starke erste 25 Minuten seiner Mannschaft. „Klare Handlungsmuster“ habe er seinen Spielern vor der Partie mit auf den Weg gegeben, „und plötzlich sind es einfache fußballerische Dinge, die wir falsch machen.“ Womit wir beim Fall Sargent wären.

Werder Bremen verliert die Kontrolle gegen Hertha BSC - auch weil Josh Sargent vom Plan abweicht

Der zentrale Angreifer sollte sich bei Berliner Ballbesitz auf die Zehnerposition zurückfallen lassen, weil Werder Bremen im Mittelfeld mit einer Raute für defensive Kompaktheit sorgen wollte. „Das hat anfangs so gut geklappt, dass die Hertha jeden Ball die Linie lang gespielt hat und wir den hinten ablaufen konnten“, sagte Kohfeldt, „doch nach 25 Minuten sehe ich, wie ein Josh Sargent auf einmal in gutem Willen den Innenverteidiger anläuft, weil er Druck machen will.“ 

Für Kohfeldt der Auslöser einer Kettenreaktion. „Dadurch muss der Achter raus, dann ist der Flügel frei, dann geht auch der Sechser raus, und Cunha kommt in den Raum.“ Oder kurz gesagt: Werders Plan zerfällt durch plötzliche Abweichungen Einzelner in seine Einzelteile, die anfängliche Kontrolle schwindet und schwindet.

Werder Bremen: Josh Sargent unterlaufen noch zu viele Stockfehler

Sargent war dabei natürlich nur eines mehrerer Puzzleteile, die plötzlich nicht mehr passten, Kohfeldt wollte den Stürmer nicht allein für den Einbruch verantwortlich machen, was auch zu hart gewesen wäre. „Josh hat alles reingeworfen, was er heute hatte. Er hat gute Aktionen gehabt“, lobte der Coach, dem auf der anderen Seite aber auch nicht entgangen war, dass der Angreifer noch sehr viel lernen muss.

So richtig angekommen auf dem Niveau der Bundesliga scheint Sargent nach bisher 28 Spielen (fünf Tore, zwei Vorlagen) noch immer nicht. Nach seinem frühen Treffer in Berlin fiel er vornehmlich durch Stockfehler und verlorene Zweikämpfe auf. „Er muss lernen, dass er sich darauf fokussiert, die kleinen Dinge zu Ende zu bringen“, sagte Kohfeldt. „Er hat den Ball, er sichert ihn, das macht er mittlerweile auch deutlich besser, aber er verliert den Ball dann häufig mit dem zweiten Kontakt, weil er nicht sauber bleibt und schon wieder weggehen will.“ Für Florian Kohfeldt eine Frage der Entwicklung, etwas, das jungen Spielern zugestanden werden müsse - auch wenn es im Abstiegskampf doppelt wehtut: „Das ist in seinem Alter leider normal.“ (dco)

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