Wann platzt der Knoten bei Josh Sargent? Der Stürmer des SV Werder Bremen hat in dieser Saison bisher Ladehemmung - im Pokalspiel gegen Hannover hat er endlich wieder genetzt.
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Wann platzt der Knoten bei Josh Sargent? Der Stürmer des SV Werder Bremen hat in dieser Saison bisher Ladehemmung - im Pokalspiel gegen Hannover hat er endlich wieder genetzt.

Nach 555 Minuten ohne Treffer für Werder Bremen

Werder-Trainer Florian Kohfeldt Prophezeiung über Josh Sargent: „Er wird viele Tore machen“

Hannover/Bremen – Ein kurzer Antritt im richtigen Moment, dann Ballannahme mit rechts und präziser Abschluss mit links – so flüssig und locker kann es schon mal aussehen, das Toreschießen. Josh Sargent hat es im DFB-Pokalspiel gegen Hannover 96 (3:0) gerade erst bewiesen, als er in der 32. Minute für das so wichtige 2:0 sorgte. Wichtig für seine Mannschaft, aber auch ganz besonders für ihn selbst – schließlich ist der Mittelstürmer des SV Werder Bremen bisher nicht gerade für seine Torjäger-Qualitäten bekannt.

Satte 555 Pflichtspielminuten war Josh Sargent zuvor ohne Treffer geblieben, da tut so ein Erfolgserlebnis natürlich gut. Weil es Bestätigung bringt und für positive Schlagzeilen sorgt. „Es ist schön für ihn, weil das Tor für sein Gefühl wichtig war“, freute sich Werder-Trainer Florian Kohfeldt, für den es übrigens nur eine Frage der Zeit ist, bis Sargent-Tore zu einer verlässlichen Größe im Spiel von Werder Bremen werden.

„Er wird viele Tore machen und ist unglaublich wichtig für uns“, lobte Kohfeldt, wollte seine Prognose zeitlich aber nicht präzisieren: „Wann es soweit ist, kann ich nicht sagen. Als Stürmer durchläuft man einen gewissen Reifeprozess. Josh ist da auf einem sehr, sehr guten Weg.“ Und dieses Tor in Hannover, so wünscht es sich der Trainer, könnte dafür sorgen, dass es Sargent auf diesem Weg in nächster Zeit etwas leichter hat. „Hoffentlich hört jetzt die Diskussion um ihn auf“, sagte Kohfeldt, ahnte aber bereits: „Die wird wohl erst aufhören, wenn er auch in der Liga trifft.“

Werder Bremen: Josh Sargent seit dieser Saison absoluter Stammspieler

Seit dieser Saison ist Sargent bei Werder Bremen absoluter Stammspieler, stand in 14 der bisher 15 Pflichtspiele in der Startelf und fiel dabei auch immer wieder positiv auf. Allerdings in für einen zentralen Angreifer eher ungewöhnlicher Art und Weise – nämlich weniger durch Torraumszenen, sondern durch seine disziplinierte Arbeit gegen den Ball. Sargent ist Werders vorderster Verteidiger. „Eigentlich ist er trotzdem ein Abschlussstürmer“, sagte Kohfeldt, „im Strafraum, da liegt normalerweise seine Kernkompetenz.“

Mit fortschreitendem Alter werde die auch mehr zum Tragen kommen. „Das sind Erfahrungswerte, einfach Situationen, die man erlebt haben muss“, sagte der Coach und verwies auf Dortmunds Stürmer-Star Erling Haaland: „Er ist nicht umsonst das größte Talent der Welt, weil er bestimmte Dinge eben schon mit 19 kann. Andere brauchen dafür ein, zwei Jahre länger“, sagte Kohfeldt, der Sargent zutraut so ein „Anderer“ zu sein: „Er wird diese Momente noch viel häufiger kriegen, denn er macht Dinge, die man einem Stürmer nur schwer beibringen kann, sehr, sehr gut. Josh ist in vielen Bereichen schon ein kompletter Spieler.“ (dco)

Zur letzten Meldung vom 19. Dezember 2020:

SV Werder Bremen hofft auf Tore: Alle Augen auf Obelix

Bremen – Ob es tatsächlich sein gängiger Spitzname in der Mannschaft ist, der sich bei Werder Bremen womöglich schon vor längerer Zeit etabliert hat, ist nicht bekannt. Genauso gut könnte es sein, dass sich Ömer Toprak einfach einen kleinen Scherz mit seinem Mitspieler Josh Sargent erlaubt hat, als er dem Stürmer nach dem sechsten Spieltag via Instagram zu dessen erstem Saisontor gratulierte.

„Well done Obelix“, schrieb Toprak unter ein Bild, das Josh Sargent beim Torjubel zeigt. Und bei näherer Betrachtung ist der Vergleich des Stürmers des SV Werder Bremen mit dem weltberühmten Gallier gar nicht mal so unpassend, was weit über die gemeinsame Haarfarbe hinausgeht. Ähnlich wie Comic-Figur Obelix verfügt nämlich auch Sargent zweifelsohne über besondere Fähigkeiten in seinem Metier, und ähnlich wie Obelix ist er nicht immer in der Lage, sie gewinnbringend einzusetzen, was sich dann so liest: elf Bundesligaspiele in der laufenden Saison, ein Tor. Wahrlich keine besonders glänzende Bilanz für einen Mittelstürmer, aber eine, für die es Gründe gibt.

Während der Pressekonferenz vor Werder Bremens Auswärtsspiel bei Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr) war Sargent ein großes Thema gewesen, nicht etwa, weil ihm sein 50. Einsatz in der Bundesliga bevorsteht, sondern weil der 20-Jährige nun schon seit fünf Spielen nicht mehr getroffen hat und – schlimmer noch – kaum mehr gefährlich vor dem Tor in Erscheinung tritt. Über Sargents jüngsten Auftritt während des 1:2 gegen Dortmund sagte Trainer Florian Kohfeldt: „Er hat wieder viel gearbeitet, aber die offensiven Bewegungen waren nicht so, wie wir uns das gewünscht hätten.“ Womit das Kernproblem im Grunde angerissen ist.

Werder Bremen: „Obelix“ Josh Sargent soll nicht nur malochen, sondern auch treffen

Schon während der gesamten Spielzeit fällt Josh Sargent durch enorm disziplinierte Arbeit gegen den Ball auf. Heißt: Der US-Amerikaner geht weite Wege mit nach hinten, stellt Räume zu, läuft Gegner an – agiert, wenn man so möchte, als Werders vorderster Verteidiger. Zur allgemeinen defensiven Stabilität der Mannschaft, die von Kohfeldt vor der Saison zur Maxime Nummer eins ausgerufen wurde, trägt Sargent dadurch einen großen Teil bei. Allerdings wirkt es so, als würde ihn der ständige Blick nach hinten seiner eigentlichen Stärken berauben. Oder anders ausgedrückt: Wer viel nach hinten mitmalocht, dem fehlt im entscheidenden Moment vielleicht ganz einfach die Kraft, sich vorne körperlich zu behaupten und dann entschlossen zum Abschluss zu kommen. Rein athletisch gesehen bringt Sargent jedenfalls alles dafür mit, um keinen Innenverteidiger der Liga fürchten zu müssen. Nach knapp drei Jahren bei Werder Bremen wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt, um es regelmäßig zu zeigen. Schließlich fallen die Alternativen fürs Sturmzentrum gerade allesamt aus.

„Ich werde als Trainer auf gar keinen Fall zu viel über die reden, die nicht da sind“, sagte Kohfeldt, gestattete sich aber trotzdem den Hinweis auf die großen und momentan fehlenden Qualitäten der Mittelstürmer Niclas Füllkrug (Wadenverletzung) und Davie Selke (Oberschenkelverletzung). In Flügelangreifer Milot Rashica, der ebenfalls am Oberschenkel verletzt ist, fehle zudem der dritte „unserer gestandesten Bundesliga-Stürmer“. Jetzt stünden alle anderen gemeinsam in der Verantwortung, Lösungen dafür zu finden – und die naheliegendste dieser Lösungen führt eben zu: Obelix. Also Sargent.

Werder Bremen: Glückloser Josh Sargent wird auch gegen Mainz 05 beginnnen

„Die jungen Spieler werden an dieser Phase wachsen“, ist Kohfeldt überzeugt, „das gilt auch für Josh, denn er spielt jetzt nicht mehr mit den anderen Seite an Seite, sondern ist derjenige, auf den sich alle fokussieren.“ Der Coach glaubt fest daran, dass Sargent dieser Scheinwerfer nicht schadet. Nach seiner „kleinen Fußverletzung“, zugezogen beim Anschwitzen vor dem Wolfsburg-Spiel, sei der Stürmer zwar etwas aus dem Rhythmus geraten (Kohfeldt: „Das hat ihm ein bisschen Selbstverständnis genommen“), aber dennoch bleibe er, der Trainer, dabei, „dass Josh weiterhin mein absolutes Vertrauen hat“. Damit bestätigte Kohfeldt einen seiner Sätze von vor der Saison, als er erklärt hatte, sich keine Startauftstellung des SV Werder Bremen ohne Josh Sargent vorstellen zu können.

Der US-Amerikaner wird also auch in Mainz beginnen, wo sich ihm die nächste Chance bietet, seinerseits einen Satz von vor der Saison zu unterstreichen. „Ich will die meisten Tore im Team schießen“, hatte Sargent im Sommer angekündigt. Wäre doch kein schlechter Zeitpunkt, diesem Ziel im Duell gegen die Rheinhessen ein Stückchen näher zu kommen. (dco) Auch interessant: So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen Mainz 05 aussehen.

Zur letzten Meldung vom 11. Dezember 2020:

Josh Sargent ein Verkaufskandidat? Der Plan des SV Werder Bremen mit der Sturm-Hoffnung

Bremen – Der eine Transfer ist vollzogen beim SV Werder Bremen: Milot Rashica ist von der Verkaufsliste auf die Verletztenliste gewechselt. Aber ansonsten? Dass sich in der in drei Wochen beginnenden Transferphase tatsächlich etwas tut, ist eher unwahrscheinlich. Laut Sportchef Frank Baumann gibt es derzeit wenig Anzeichen. Das gilt auch für die Personalie Josh Sargent, dem Spieler mit dem nach Rashica und Maximilian Eggestein aktuell dritthöchsten Marktwert im Bremer Kader.

Auf neun Millionen Euro hat das Branchenportal „transfermarkt.de“ den angeblichen Wert des 20 Jahre alten Angreifers Sargent (bislang nur ein Saisontor) zuletzt hochgeschraubt. Es bleibt aber eine unbeantwortete Frage, ob Werder Bremen den US-Amerikaner für diese Summe tatsächlich gehen lassen würde. Denn: Niemand bietet für Josh Sargent. Werder-Sportchef Frank Baumann erklärt: „Bei uns sind keine Anfragen für ihn eingegangen. Es wäre aber auch kein Thema, weil wir unsere jungen Spieler gerne langfristig behalten möchten.“

Werder Bremen-Transfers: Wechselt Josh Sargent, wenn das Geld stimmt?

Josh Sargents aktueller Vertrag läuft noch bis 2022, sollte Werder Bremen mit ihm also Geld verdienen wollen, müsste der Stürmer in diesem Winter oder im kommenden Sommer verkauft werden. Oder er müsste mit einem neuen Vertrag ausgestattet werden, um das Thema nach hinten zu verschieben. Im Augenblick ist laut Baumann aber weder das eine noch das andere in Arbeit. Eine kleine Prognose gibt der Manager aber dennoch ab: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Josh den Weg bei uns über die Saison hinaus weitergehen wird.“ Heißt wohl: Eher vorzeitige Vertragsverlängerung als Verkauf. Ein Sinneswandel bei entsprechenden Offerten ist jedoch nie auszuschließen bei Werder. Denn der Club bleibt trotz des frisch bewilligten 20-Millionen-Euro-Kredits durch ein lokales Bankenkonsortium grundsätzlich auf Transfereinnahmen angewiesen. (csa) Auch interessant: So könnte die Startelf-Aufstellung von Werder Bremen gegen RB Leipzig aussehen. Und hier gibt es Werder Bremen gegen RB Leipzig im Live-Ticker der DeichStube.

Unbedingt lesen: Elfmeter-Ärger: Werder Bremen-Coach Florian Kohfeldt geht an die Decke - und entschuldigt sich beim Schiedsrichter!

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