Jubelszenen wie diese will Josh Sargent in der kommenden Saison beim SV Werder Bremen so oft wie möglich erleben: Der US-Amerikaner will Werders Toptorschütze werden.
+
Jubelszenen wie diese will Josh Sargent in der kommenden Saison beim SV Werder Bremen so oft wie möglich erleben: Der US-Amerikaner will Werders Toptorschütze werden.

US-Amerikaner gibt sich ehrgeizig

Sargents großes Saisonziel: Er will Werders Tor-König werden

Bremen – Ehe Groningens Verteidiger Wessel Dammers, so wirkte es jedenfalls auf den Betrachter von außen, so richtig verstanden hatte, was da gerade direkt neben ihm vor sich ging, war es auch schon zu spät – Josh Sargent hatte getroffen. Nach einer Hereingabe von Ludwig Augustinsson hatte der Stürmer des SV Werder Bremen während des Testspiels gegen den FC Groningen im Strafraum nur zwei schnelle Kontakte gebraucht, ehe er jubelnd abdrehte.

Ballannahme mit links, schnelle Drehung um den Gegenspieler, Abschluss mit links – und fertig war eines jener Tore, die gerne mit der Wendung „in Mittelstürmermanier“ beschrieben werden. Für Josh Sargent hätte es zu keinem besseren Zeitpunkt fallen können. Schließlich hatte ihn Trainer Florian Kohfeldt kurz vor der Partie noch ausgiebig gelobt, ihm gar die „Pole Position“ im Angriff attestiert. Und genau das möchte Sargent sein: Werder Bremens Stürmer Nummer eins. 

„Ich möchte so viele Tore schießen, wie nur möglich und am liebsten die meisten von allen Spielern in der Mannschaft“, sagte der 20-Jährige in einer Medienrunde am Mittwoch. Und spätestens nach diesem Satz war klar: Sargent hat sich für seine dritte Saison im Werder-Trikot enorm viel vorgenommen.

Werder Bremen: Josh Sargent hat nach wie vor seine Schwierigkeiten mit dem Deutsch sprechen

Kleiner Themensprung, gleich zu Beginn und nur ganz kurz. Aber unerwähnt bleiben sollte es nicht, dass bei diesem Josh Sargent im für ihn bisher so sonnigen Sommer 2020 bei Werder Bremen eben doch nicht alles klappt. Die deutsche Sprache ist nach wie vor ein Problem. „Es ist ganz okay“, sagte der US-Amerikaner auf Englisch, „denn ich kann jetzt schon etwas mehr verstehen, aber Deutsch zu sprechen, ist nach wie vor sehr schwierig für mich.“ Dann ein Versprechen, das während der Medienrunde im anderen, wesentlich entscheidenderen, weil sportlichen Zusammenhang noch mehrfach folgen soll: „Ich werde weiter hart arbeiten.“

Es scheint eine Art Credo von Sargent zu sein. Vielleicht ist es auch einfach eine Floskel, um lästige Nachfragen schnell abzubügeln. Aber dieses „work hard“ zieht sich durch seine Sätze wie ein roter Faden – und es scheint sich sportlich, Stand heute, für ihn auch auszuzahlen.

Werder Bremen-Coach Florian Kohfeldt kann sich keine Aufstellung ohne Josh Sargent vorstellen

Zwei Tore hat der Angreifer während der Vorbereitung bisher erzielt, darüber hinaus ist er bei seinen Auftritten mit großer Präsenz aufgefallen. Es scheint, als hätte dieser Josh Sargent nach zweieinhalb Jahren in Bremen gelernt, seinen wuchtig-muskulösen Körper – 1,85 Meter groß und 79 Kilogramm schwer – auf dem Platz endlich zum eigenen Vorteil einzusetzen. Dass er darüber hinaus einen ausgeprägten Torriecher hat, davon waren sie bei Werder Bremen von Anfang an überzeugt, nur dauerhaft beweisen muss er sie eben noch, diese Mittelstürmermanier. 

Trainer Kohfeldt ist mit Sargent aktuell sogar derart zufrieden, dass er dem Stürmer via Medien folgenden Satz aufschulterte: „Ich kann mir momentan keine Startaufstellung am ersten Spieltag ohne Josh vorstellen.“ Angesichts der großen Konkurrenz – Niclas Füllkrug, Davie Selke, Yuya Osako, Johannes Eggestein, Milot Rashica, Tahith Chong und Nick Woltemade – war es eine überraschende Aussage, die Sargent einerseits freut („Das ist schön zu hören, denn es ist ein Zeichen dafür, dass ich es gut mache“), ihm andererseits aber auch gehörigen Druck aufbürdet: Vorbei mit Welpenschutz, jetzt sind die Ansprüche andere. „Er ist kein Herausforderer mehr“, betonte Kohfeldt.

Werder Bremen: Josh Sargent will Torjäger Nummer eins werden

Es wird also spannend sein, zu sehen, wie Josh Sargent mit der neuen Rolle umgeht. Bereit dafür fühlt er sich jedenfalls, was auch mit dem Stahlbad Relegation am Ende der Vorsaison zu tun hat: „Es war sehr gut für mich, durch diese Spiele zu gehen und zu erfahren, wie hart es in so einer Saison werden kann.“ Noch einmal erleben möchte er es freilich nicht, daran gewachsen sei er aber schon.

Tore, Tore, Tore – damit könnte Sargent einen nicht unerheblichen Teil dazu beitragen, dass Werder eine deutlich entspanntere Serie erlebt. „Ich stecke mir keine konkrete Anzahl als Ziel“, sagte der Stürmer, der natürlich weiß, dass ihm das nur auf die Füße fallen kann. Dann folgt aber eingangs erwähnter Satz, der zwar keine Kampfansage an die Kollegen sein sollte, denn dafür ist dieser Josh Sargent viel zu zurückhaltend. Der aber dennoch von großem Selbstvertrauen zeugt: die meisten Treffer aller Spieler im Team. Ein Torjäger also, wie ihn Werder Bremen zuletzt so schmerzlich vermisst hat. Einer, der im Strafraum auch mal nur zwei Kontakte benötigt, um humorlos zu treffen – so wie Sargent gegen Groningen. Und so darf es gerne weitergehen. (dco)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare