Werder Bremen 2006: Jürgen L. Born und Klaus Allofs schauen gemeinsam auf ein Blatt Papier
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Das frühere Führungs-Duo beim SV Werder Bremen: Jürgen L. Born (li.) und Klaus Allofs.

Ein DeichStube-Brief

Ganz viel Werder-Herz: Allofs schreibt Born zum 80. Geburtstag

Bremen - Sie bedienten über viele Jahre gemeinsam die Schalter der Macht bei Werder Bremen. Jürgen L. Born erst als Vorsitzender des Vorstandes, dann als Chef der Geschäftsführung. Und Klaus Allofs zunächst als junger Manager, später als Geschäftsführer Sport. Zum 80. Geburtstag des ehemaligen Vorgesetzten und aktuellen Freundes gratuliert Allofs via DeichStube. 

Lieber Jürgen,

in den vergangenen Jahren mussten du und ich sicher zigfach diese eine Geschichte erzählen. Die Geschichte, wie wir damals, 1999, Claudio Pizarro zum SV Werder Bremen geholt haben. Es war mein erster Transfer als neuer Manager des Clubs und auch für dich nach Jahrzehnten in Südamerika der Start in die Aufgabe als Vorstandsvorsitzender. Und dann gleich Pizarro! Ein Transfer, der so positive Auswirkungen auf die Entwicklungen der kommenden Jahre hatte. Möglich war das nur, weil uns durch deine Kontakte in Peru eine Videokassette mit Pizarro-Szenen in die Hände fiel. Dann sind wir los nach Lima, haben vor dem Rückflug noch bis zum letzten Aufruf am Check-in-Schalter verhandelt – aber was erzähle ich? Die Geschichte kennt ja mittlerweile jeder.

Was ich damals zwar nicht wissen, allenfalls nur ahnen konnte, war, wie außergewöhnlich die Zusammenarbeit mit dir bei Werder werden würde. Es waren tolle Jahre, und es hat einfach Spaß gemacht, gemeinsam mit dir die Geschicke von Werder Bremen zu leiten. Dabei bewerte ich nicht nur die sportlichen Erfolge – das Double 2004, den DFB-Pokalsieg und das Uefa-Pokal-Finale 2009 sowie das Champions-League-Abo in den Jahren dazwischen –, sondern vor allem die zwischenmenschliche Komponente. Es gibt so viele Geschichten, über die wir gemeinsam gelacht haben, der Spaß ist nie zu kurz gekommen. In meinen Augen hast du Werder Bremen durch deine Art und deinen Humor ein Stück weit anders und besonders gemacht. Heute noch höre ich in der Branche: „Jürgen Born? Das ist ein toller Mann! Ein Macher!“ Und dieses Kompliment gebe ich an dieser Stelle gerne weiter.

Werder Bremen: Klaus Allofs gratuliert Jürgen L. Born zum 80. Geburtstag

Das Spezielle an dir war und ist immer, dass du nicht der knallharte Geschäftsmann bist, sondern immer auch eine Empathie für dein Gegenüber entwickelst und eine liebenswerte Art einbringst. Du warst stets auch Werder-Fan – und dieses Herzblut hast du in deine ehrenamtliche Tätigkeit (kurz dazwischen gefragt: Wo gibt es denn heute noch so etwas?) eingebracht. So wurdest du für Spieler wie Ailton, für Claudio oder auch Diego zu einer Vertrauensperson, hast so eine ganz wichtige Rolle gespielt für den Verein. Und dann deine Art, immer unter Dampf, immer unterwegs zu sein. Ich erinnere mich: Bei Reisen hattest du immer nur eine kleine Tasche dabei. Ein Handgepäck, bei dem man nicht vermuten konnte, dass jemand mit so einem kleinen Gepäck so lange verreisen kann. Zumal in dieser kleinen Tasche auch immer noch ein dickes Buch Platz gefunden hat. Ich weiß nicht, wie oft ich mich mit Thomas Schaaf darüber amüsiert habe.

Ich weiß auch nicht, wie du es gemacht hast, immer und überall dabei gewesen zu sein. Wir haben irgendwo in Europa gespielt, und plötzlich standest du in der Tür – ohne Vorankündigung meistens und nur kurz „aufem Sprung“. Legendär ist die Geschichte, bei der ich zwar nicht dabei war, von der im Verein aber lange gesprochen wurde. Das Team reiste nach Korea, die Ankunft war spät am Abend, und nachdem alle geschlafen hatten und am Morgen zusammenkamen, war die Frage: „Wo ist Borni?“ Jürgen war aber schon wieder abgereist und auf der nächsten Tour. Wie gesagt: Du warst eigentlich immer unterwegs, immer unter Strom. Und immer bereit, alles auf dich zu nehmen, um bei Werder dabei sein zu können. Du warst und bist Werder-Fan, das hat man in deinem ganzen Verhalten gespürt – und spürt es noch.

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