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Justin Eilers trainiert für sein Comeback bei Werder Bremen.

Profi schuftet in Hamburg für Comeback

Eilers‘ eigenes Trainingslager

Bremen - Hamburg statt Algorfa, eisige Kälte statt wärmender Sonne – doch Justin Eilers ist trotzdem mehr als zufrieden.

Der Werder-Profi absolvierte sein eigenes Trainingslager, um fast neun Monate nach seiner schweren Knieverletzung endlich wieder so richtig auf die Beine zu kommen. Und der Einsatz – zwischendurch sogar mit einer speziellen Atemmaske – hat sich gelohnt. „Ich fühle mich richtig gut“, sagt der 29-Jährige im Gespräch mit der DeichStube. In zwei Wochen will er zumindest teilweise wieder mit der Mannschaft trainieren, Mitte Februar dann auch spielfähig sein.

Konditionsarbeit mit „fieser“ Atemmaske

Für das Comeback hat sich Eilers ordentlich gequält und vier Tage in die Hände eines befreundeten Fitnesstrainers in Hamburg begeben. Der verordnete ihm für die Konditionsarbeit eine spezielle Atemmaske. „Die sieht nicht nur fies aus, die ist auch fies“, stöhnt Eilers: „Wenn man mit der Übung fertig ist, dann ringt man unglaublich nach Luft. Das habe ich so auch noch nicht erlebt. Aber es soll sehr effektiv sein.“ Eilers geht davon aus, dass er konditionell schon ganz gut auf der Höhe ist. „Schmerzen habe ich auch keine“, berichtet der Stürmer – und die Freude darüber ist nicht zu überhören.

Eilers hat eine fast schon unglaubliche Leidenszeit hinter sich. Direkt nach seinem Wechsel zu Werder im Sommer 2016 verletzte sich der Neuzugang aus Dresden. Wegen einer Hüftverletzung und einer Leistenoperation verpasste er die komplette Hinrunde. Über Spiele für die U23 meldete sich Eilers im Frühjahr 2017 zurück. Und dann erwischte es ihn Mitte Mai erneut: Kreuzbandriss im Training. Operation, Reha – Eilers kannte das schon. Und ganz glatt lief es auch nicht. Vor einigen Wochen bremste ihn ein Muskelfaserriss im Oberschenkel.

Doch Eilers gab nicht auf, weil er immer ein Ziel vor Augen hat: Er will beweisen, dass sein Wechsel vom damaligen Drittligisten Dynamo zum Bundesligisten Werder richtig war, dass er in der höchsten deutschen Spielklasse mitmischen kann. Noch fehlt ihm ein Bundesliga-Einsatz.  Immerhin hat er für Werders U23 zehn Spiele in der Dritten Liga absolviert und mit seinen drei Treffern dazu beigetragen, dass die junge Mannschaft vergangene Saison nicht abgestiegen ist. So könnte es erneut kommen.

„Ich gehe davon aus, dass ich ab Mitte Februar über die U23 Spielpraxis sammeln kann“, sagt Eilers. Mit seinen 29 Jahren sei die Dritte Liga zwar eigentlich nicht mehr „mein Anspruch, aber es ist auch eine gute Chance für mich. Ich brauche nach einer so langen Pause einfach den Wettkampf.“

Eilers: „Ich will endlich wieder richtig dabei sein“

Trainieren wird Eilers in jedem Fall weiterhin mit den Profis. Er gehört schließlich zum Bundesliga-Kader. Der kehrte gerade vom Trainingslager im spanischen Algorfa zurück. Auch Eilers ist nach seinem kurzen Abstecher in Hamburg wieder in Bremen und freut sich auf die Kollegen: „Es ist schön, sie alle mal wiederzusehen.“

Bis zum gemeinsamen Training muss er sich aber noch etwas gedulden. Zunächst stehen einige individuelle Einheiten auf dem Programm. In zwei Wochen will er dann wieder mit der Mannschaft trainieren. „Am Anfang noch ohne Zweikämpfe“, erklärt Eilers. Aber möglichst schnell will er dann ganz durchstarten: „Die Pause war jetzt lange genug. Ich will endlich wieder richtig dabei sein.“

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Justin Eilers: Seine Karriere in Bildern

Justin Eilers
Justin Eilers begann seine fußballerische Karriere in den Jugendmannschaften des Braunschweiger SC Acosta und Eintracht Braunschweig. Von dort ging es zunächst zum FT Braunschweig, dann zur zweiten Mannschaft von Eintracht Braunschweig. © imago
Justin Eilers
Nach zwei Jahren beim VfL Bochum II wechselte Eilers schließlich in der Saison 2011/12 zum Goslarer SC, mit dem er auch auf Werders U23 traf. © imago
Justin Eilers
Bei all diesen Stationen entwickelte sich der Stürmer immer weiter. 2012/13 erzielte er in 25 Regionalligaspielen 14 Treffer. In der folgenden Saison wechselte er zur zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg. © imago
Justin Eilers
2014 verpflichtete der Drittligist Dynamo Dresden den Offensivmann. In seiner ersten Saison 2014/15 sicherte er Dresden mit einem Doppelpack im DFB-Pokal das Achtelfinale. © imago
Justin Eilers
Insgesamt traf Justin Eilers 46 Mal in 81 Pflichtspielen für die Sachsen. © imago
Justin Eilers
In der Saison 2015/16 konnte er mit Dynamo Dresden die Drittliga-Meisterschaft feiern und wurde als Torschützenkönig und bester Spieler der Saison geehrt. © imago
Im Juli 2016 sicherte sich schließlich Werder Bremen seine Dienste. Der damals 28-Jährige sollte mit seinen Torjägerqualitäten die Erstligamannschaft verstärken.
Im Juli 2016 sicherte sich schließlich Werder Bremen seine Dienste. Der damals 28-Jährige sollte mit seinen Torjägerqualitäten die Erstligamannschaft verstärken. © gumzmedia
Justin Eilers
Doch es kam anders. Die Hinrunde der Saison 2016/17 verpasste er wegen einer Verletzung an der Hüfte und einer Leistenoperation, in der Rückrunde stand Eilers immerhin in zehn Spielen für die U23 auf dem Platz. © Gumz
Kurz vor dem letzten Saisonspiel 2016/17 dann der nächste Rückschlag: Beim Training mit den Profis reißt sein Kreuzband. Er fällt erneut ein halbes Jahr aus und muss weiter auf sein Bundesligadebüt warten.
Kurz vor dem letzten Saisonspiel 2016/17 dann der nächste Rückschlag: Beim Training mit den Profis reißt sein Kreuzband. Er fällt erneut ein halbes Jahr aus und muss weiter auf sein Bundesligadebüt warten. © Gumz
In der Folge konnte sich Eilers nicht mehr an die Mannschaft heranspielen und kam nicht einmal in der Bundesliga zum Einsatz. Im Sommer 2018 wechselte der 30-Jährige zu Apollon Smyrnis nach Griechenland.
In der Folge konnte sich Eilers nicht mehr an die Mannschaft heranspielen und kam nicht einmal in der Bundesliga zum Einsatz. Im Sommer 2018 wechselte der 30-Jährige zu Apollon Smyrnis nach Griechenland. © gumzmedia

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