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Justin Eilers Karriere erlebte seit seiner Zeit beim SV Werder Bremen einen gewaltigen Knick. Der 31-jährige Stürmer plagte sich mit etlichen Verletzungen herum und will nun einen letzten Comebackversuch starten.

Karriereende droht

Ex-Werder-Profi Justin Eilers über ein Comeback: „Meine letzte Chance“

Bremen - Er war Torschützenkönig in der Dritten Liga und Aufstiegsheld bei Dynamo Dresden – im Sommer 2016 schien der Stern von Spätstarter Justin Eilers mit dem Wechsel zum SV Werder Bremen so richtig aufzugehen, doch der Traum von einem Einsatz in der Bundesliga platzte und es folgte eine vier Jahre andauernde Leidenszeit.

Im April 2020 ist Justin Eilers nach seinem missglückten Intermezzo bei den Sportfreunden Lotte seit neun Monaten vereinslos und hat seit Februar 2019 kein Pflichtspiel mehr bestritten. Schuld daran waren hartnäckige Hüftbeschwerden, mit denen sich der inzwischen 31-jährige Stürmer, der im vergangenen Jahr in seiner Heimatstadt Braunschweig Privatinsolvenz anmelden musste, schon seit seiner Zeit bei Werder Bremen herumplagt. 

Und obwohl Eilers in den letzten vier Jahren nur 19 Spiele absolviert hat und fast ausschließlich verletzt war, gibt er die Hoffnung auf ein Comeback im Profifußball noch nicht auf, wie er kürzlich im Interview mit „liga3-online.de“ verriet.

Werder Bremen: Ex-Bremer Justin Eilers setzt noch einmal alles auf die Karte Fußball

„Ich fühle mich seit langem wieder richtig gut und vertraue meinem Körper, aber es ist jetzt definitiv meine letzte Chance. Entweder es funktioniert dieses Jahr oder ich gehe zu Plan B über“, sagte Justin Eilers dem Onlineportal. Plan B – das hieße in Eilers Fall „das Kapitel Profifußball zu beenden und meinen Berufseinstieg zu forcieren.“ Dazu gäbe es „viele Optionen“, denn er habe er bereits einige Gespräche mit ihm bekannten Menschen aus dem Fußball geführt. Aber: „Erst setze ich noch einmal alles auf die Karte Fußball“.

Für sein letztes Comeback schuftet der gebürtige Braunschweiger seit Dezember täglich mit seinem persönlichen Fitnesstrainer Arne Ruff. „Gemeinsam mit ihm arbeite ich daran, bis zum nächsten Transferfenster wieder topfit zu sein und noch einmal anzugreifen“, erklärte Eilers. Wegen der Coronavirus-Pandemie sei aktuell zwar nicht vorhersehbar, wann die nächste Transferperiode überhaupt sein werde, aber das müsse man eben versuchen auszublenden. Das tut Eilers, indem er sich in der „eintönigen Zeit“ auf sein Training konzentriert: „Meine Konstante ist der Sport, den ich aktuell von zu Hause aus mache.“

Werder Bremen: Justin Eilers jahrelange Hüftbeschwerden resultierten aus einem Überbein

Eilers ist seit seinem kurzen Intermezzo in Lotte vereinslos. Dabei hätte der Wechsel zum damaligen Drittligisten eine „Win-win-Situation“ für beide Parteien werden sollen: Eilers wollte nach seinem missglückten Engagement beim Athener Chaos-Club Apollon Smyrnis in Deutschland wieder Fuß fassen und sollte Lotte dabei helfen, die Klasse zu halten. Aber daraus wurde nichts, Eilers fiel erneut mit Hüftproblemen aus, Lotte stieg ab. 

Einen positiven Aspekt hatte der Wechsel dann doch: „Es wurde endlich die Ursache meiner Hüftprobleme erkannt“, sagte Eilers, der jahrelang auf die richtige Diagnose hatte warten müssen. „Ich hatte ein Überbein, also zu viel Knochen am Hüftgelenk.“ Durch die ständigen schnellen Bewegungen, die man als Fußballer mache, sei die Hüfte nach und nach immer mehr beschädigt worden. „Das Überbein wurde dann bei einer Operation im März 2019 weggefräst.“

Werder Bremen: Justin Eilers wäre an seinen Verletzungen „fast zerbrochen“

Im Winter hat sich Eilers noch nicht fit genug gefühlt für einen neuen Club: „Ich wollte erst mein Top-Level erreichen. Aber nun mache ich stetig Fortschritte und befinde mich auf einem guten Weg.“

Doch so positiv war Eilers aber längst nicht immer gestimmt - im Gegenteil: „Wenn du so viele Rückschläge in kurzer Zeit erleidest, gehen irgendwann der Glaube und die Energie verloren. Ich war verzweifelt und bin fast daran zerbrochen. Mittlerweile kann ich das, was ich liebe, seit fast vier Jahren nicht tun. Jede Woche auf dem Fußballplatz zu stehen und vor tausenden von Zuschauern mein Bestes zu geben – das war mein Leben, mein Alltag. Dieses Leben wurde mir durch die vielen Verletzungen genommen. Dennoch stabil zu bleiben und weiterzumachen, ist eine extreme Herausforderung.“ Eine Herausforderung, die der Fußballer Justin Eilers nun ein letztes Mal angehen will – man möchte ihm wünschen, dass er sie meistert. (mwi)

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