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Im Testspiel von Werder Bremen gegen den Karlsruher SC ist Josh Sargent nicht gut weggekommen.

Werder Bremen: Josh Sargent im Fokus

Werder-Juwel Josh Sargent: Mit der Kraft des Trotzes

Zell – Der Blick auf das Handy gleich nach dem Aufstehen brachte am Montagmorgen keine gute News. USA - Mexiko 0:1, Finale im Gold-Cup verloren. Kein Titel für die USA, kein Grund für Josh Sargent, im Trainingslager von Werder Bremen im Zillertal besonders happy in den Tag zu starten.

Wobei man sich fragen darf, wie happy Stürmer Josh Sargent ein Triumph seines Landes bei der Kontinental-Meisterschaft von Nord- und Mittelamerika tatsächlich gemacht hätte. Er war ja nicht dabei, durfte überraschend nicht mitspielen. Dass diese Entscheidung, getroffen Anfang Juni, eine schlimme Enttäuschung für den 19-Jährigen war, ist klar. Möglicherweise ist sie aber auch eine Chance. Denn statt wegen des Gold-Cups die Vorbereitung bei Werder Bremen zu verpassen, kann sich der Stürmer nun bestens für die neue Saison in der Fußball-Bundesliga präparieren.

Werder Bremen: Es könnte die Saison von Josh Sargent werden

Es könnte eine Saison werden, die Josh Sargent – wenn vielleicht noch nicht zum ganz großen Durchbruch – zu einem großen Schritt nach vorn verhilft. Die Sterne stehen dafür jedenfalls einigermaßen günstig. Denn der Reifeprozess bei Sargent und die Veränderungen im  Team von Werder Bremen laufen zu einem guten Zeitpunkt für den US-Amerikaner zusammen. Hier das Talent, das das erste Bundesliga-Jahr hinter sich hat und auch die ersten kleinen Rückschläge abschütteln musste, dort ein Team, das künftig auf einen echten Mittelstürmer setzt. Auf einen, wie Sargent es mal sein wird. Früher. Später. Jetzt. Bald.

Florian Kohfeldt ist seit jeher umsichtig, wenn das Thema Sargent anklingt. Er weiß, wie groß die Erwartungen in das Wunderkind aus den Staaten sind. Deshalb verkneift er sich vollmundige Prognosen, will nicht überdrehen. Das spiegelt sich dann auch in Aufstellungen wider. Beim Testspieldoppelpack am Sonntag fand sich Sargent im Team mit den U23-Spielern wider – trotz guter Trainingsleistungen. Kohfeldt verzieht das Gesicht bei dem Thema, weiß, dassJosh Sargent nicht gut weggekommen ist. Aber es erklärt sich damit, dass der Coach lieber die nach Verletzungen um den Anschluss kämpfenden Niclas Füllkrug und Fin Bartels jeweils eine Halbzeit im A-Team sehen wollte.

Werder Bremen: Josh Sargent wird im Spiel gegen Darmstadt 98 seine Chance bekommen

Schade für Sargent. Doch er wird am Samstag im Test gegen Darmstadt 98 seine Chance bekommen. Die erste in seiner zweiten Profi-Saison. Dass er die neue Spielzeit ohne die Vor-Belastung durch den Gold-Cup angeht, sieht Kohfeldt übrigens mit gemischten Gefühlen. „Ich hätte es auch gut gefunden, wenn er das Turnier gespielt hätte, weil das immer eine gute Erfahrung ist. Aber wir sehen es auch positiv. Josh ist jetzt frisch hier im Trainingslager und greift an“, sagt der Coach.

Es ist der Angriff auf den Platz im Sturmzentrum. Josh Sargent muss sich mit Füllkrug (dessen volle Einsatzfähigkeit zu Saisonbeginn noch nicht garantiert ist) messen. Mit Yuya Osako, Martin Harnik, Claudio Pizarro. Große Konkurrenz. Aber Sargent gibt Gas. Im unfreiwillig langen Urlaub habe er sehr gut gearbeitet, lobt Kohfeldt: „Die Nicht-Berücksichtigung für den Gold-Cup hat ihn zwar frustriert, aber er war nicht total am Boden. Er ist jetzt enorm fit zu uns zurückgekommen. Was sehr wichtig für ihn ist.“ Josh Sargent  habe es sogar abgelehnt, etwas länger in den Ferien bleiben zu dürfen. „Ich hatte ihm nach der Nicht-Nominierung für die USA angeboten, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können, weil er in Bremen doch sehr weit weg ist von seinem Zuhause und nicht mal eben rüberfliegen kann. Aber er wollte nicht“, berichtet der Trainer und sieht darin „eine Trotzreaktion. Josh sagt sich: Jetzt voller Fokus auf Werder Bremen.“

Dass das nur gut sein kann für den Club, liegt auf der Hand. Auf weitere Trotzreaktionen produzierende Enttäuschungen im US-Team setzt Kohfeldt freilich dennoch nicht. Er hat sich bereits bei Nationalcoach Gregg Berhalter erkundigt, wie es nach dem Gold-Cup für Sargent weitergeht. Und die Info war eindeutig. Kohfeldt: „Josh wird wieder nominiert werden. Es gibt grundsätzlich kein Problem für seine Nationalmannschaftskarriere.“

Unterdessen war der Berater von Martin Harnik zu Besuch im Trainingslager von Werder Bremen, aber offenbar nicht wegen eines möglichen Wechsels.

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