Markus Anfang, Trainer des SV Werder Bremen, hat seinen Kader für die Saison endlich zusammen, jetzt geht es ums Sich-Finden und Einspielen.
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Markus Anfang, Trainer des SV Werder Bremen, hat seinen Kader für die Saison endlich zusammen, jetzt geht es ums Sich-Finden und Einspielen.

Nach Transfer-Schluss

Werder Bremens Kader nun komplett, aber noch lange nicht fertig

Bremen – Der Blick auf den Kalender löst bei Markus Anfang in diesen Tagen gemischte Gefühle aus. Endlich ist September! Endlich ist Schluss mit Transfergerüchten, mit ständigen Abgängen. Aber es gilt auch: Es ist schon September! Und der Trainer des SV Werder Bremen arbeitet auf dem Trainingsplatz mit einer Mannschaft, von der er sagt: „Wir fangen jetzt ein Stück weit wieder von vorne an.“

Denn erst Ende August und damit mehr als zwei Monate nach Trainingsstart kamen in Marvin Ducksch, Roger Assale und Mitchell Weiser drei Spieler dazu, die alle Stammplatzqualität haben und die Anfang nun einbauen muss, einbauen will. „Wir müssen uns wieder neu finden“, sagt der Coach des SV Werder Bremen.

Werder Bremen: Kader steht nach Transferphase - und hat mindestens eine gute Zweitliga-Qualität

Der Start dieses „Neufindens“ lief gut, Werder gewann mit Ducksch, mit Joker Assale, aber noch ohne Weiser mit 3:0 gegen Hansa Rostock. Dann kam Weiser als Last-Minute-Verpflichtung, dann kam aber auch die Länderspielpause mit vier freien Tagen für alle. Seit Montag trainiert Werder wieder, und Markus Anfang versucht, neue Harmonien zu schaffen in einem Team, das sich wochenlang immer wieder verändert hat.

Mittlerweile ist gegangen, wer gehen wollte und sollte, die Neuzugänge sind da, der Kader steht. „Wir sehen jetzt klarer und wissen, mit wem wir in den kommenden Monaten definitiv arbeiten können. Jetzt haben wir die Basis“, meint Anfang. Zu Beginn der Saisonvorbereitung und während der gesamten Transferphase hatte er immer wieder darauf hingewiesen, dass sich aufgrund aller Unklarheiten kein Saisonziel definieren lasse. „Wiederaufbau“ war die Überschrift. „Wiederaufstieg“ könnte sie jetzt sein, weil der Kader mindestens eine gute Zweitliga-Qualität hat - im Tor mit Pavlenka oder Zetterer, in der Defensive mit Friedl, Toprak und Weiser sowie im Sturmzentrum mit Ducksch und Füllkrug sogar überdurchschnittlich gut besetzt ist.

Werder Bremen: Trainer Markus Anfang will Aufstieg weiterhin nicht als Ziel ausgeben

Dennoch lässt sich Markus Anfang zu nichts verleiten. An die Stelle offener Personalfragen ist nun die Unabgestimmtheit des Kaders getreten, die er als Erklärung anführt, wieso der Aufstieg nicht als Ziel ausgegeben wird. „Schwer einzuschätzen“ ist es aus Anfangs Sicht, ob Werder Bremen auf Platz eins bis drei einkommen kann: „In der Regel gehört ein ganzes Jahr dazu, um sich als Mannschaft zu finden. Und wir fangen jetzt erst an – im September. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, um zusammenzuwachsen.“

Acht Punkte hat Werder in den ersten fünf Partien bis Transferschluss eingesammelt – das ist keine schlechte Ausgangslage für die weitere Saison. Und weil auf der Zielgeraden der Wechselperiode noch an der Qualitätsschraube gedreht wurde, bekannte der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Marco Bode auf der Mitgliederversammlung, dass der aktuelle Kader bei ihm „eine Fantasie im Kopf“ auslöse. Eine positive natürlich. Bode schränkte aber ein: „Man sollte von dieser Mannschaft nicht verlangen, sofort wieder aufzusteigen.“ Aber davon zu träumen, ist natürlich jedem erlaubt. Anfang sagt, am Ende sei es eh egal, welches Ziel man ausgibt: „Du gehst so oder so in jedem Spiel auf den Platz und willst gewinnen.“

Werder Bremen-Kader: WIe stabil bleiben die jungen Spieler wie Niklas Schmidt?

In der Theorie hat Werder Bremen trotz vieler prominenter Abgänge und rigider Sparmaßnahmen ein Team zusammen, das sicher nicht jedes, aber doch sehr viele der verbleibenden 29 Spiele gewinnen kann. „Spannend“ findet Clemens Fritz den von ihm mitgestalteten Kader. „Wir haben viele flexible Spieler, eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Akteuren“, sagt der Leiter Profi-Fußball und Scouting. Mit einem Durchschnittsalter von 24,6 Jahren stellt Bremen den zweitjüngsten Kader der Liga. Nur der Hamburger SV unterbietet das noch mit 24,2 Jahren.

Auf dem Platz wird die Jugend bislang durch Romano Schmid und Felix Agu (beide 21), durch Eren Dinkci und Abdenego Nankishi (beide 19), aber auch noch durch die 23 Jahre alten Niklas Schmidt und Marco Friedl verkörpert. Spieler mit großem Potenzial, wie Anfang findet, aber auch mit Tücken. Am Beispiel von Niklas Schmidt erklärt er: „Wir können nicht davon ausgehen, dass er 34 Spiele auf dem Niveau der vergangenen Partien bleibt. Da wird es Dellen geben. Wie bei den anderen auch.“ Außerdem müsse bei den jungen Spielern abgewartet werden, „wie stabil sie schon sind, wenn es um alles geht“, sagt Anfang. Wenn er im Mai wieder auf den Kalender schaut, wird er es wissen. (csa) Auch interessant: So seht ihr das Zweitliga-Spiel des SV Werder Bremen beim FC Ingolstadt live im TV!

Der Kader steht: So sehen die Top-Elf des SV Werder Bremen und die Aufstellungs-Optionen für die Saison 2021/2022 aus. (Klicken zum Aufklappen)

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