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Maximilian Eggestein soll sich als Sechser zu einer festen Größe entwickeln.

Teil 4: was war, was wird?

Werder-Kadercheck: Defensives Mittelfeld - Operation am offenen Herzen

Bremen - Das Mittelfeld – hier schlägt das Herz jedes Fußballteams. Im vierten Teil des Kaderchecks wird geprüft, wer dieses Herz bei Werder Bremen vor einem Infarkt bewahrt.

Das defensive Mittelfeld, es ist ein Mannschaftsteil, in dem Werder Bremen mit Clemens Fritz und Florian Grillitsch zwei prominente Abgänge verkraften muss. Neue Leistungsträger müssen her, einer könnte Maximilian Eggestein heißen.

Clemens Fritz

Auch in seiner letzten Bundesliga-Saison war er der Maßstab in Sachen Mentalität und Engagement. Trotz seines Alters von 36 Jahren und den damit verbundenen Begleiterscheinungen war Fritz mit 60,1 Prozent gewonnenen Zweikämpfen der beste Bremer Mittelfeldspieler in Eins-gegen-eins-Duellen. Anfang März riss er sich das Syndesmoseband – die Verletzung war zugleich der Endpunkt seiner Karriere.

Durchschnittsnote: 3,88 (17 bewertete Spiele)*

Florian Grillitsch

Der Österreicher knüpfte zunächst nicht an die guten Leistungen aus seiner ersten Bundesliga-Saison an. Dann fiel er mit muskulären Problemen und einer Schulterverletzung für zehn Spiele aus, mittendrin verkündete er seinen ablösefreien Wechsel nach Hoffenheim. Erst im letzten Saisondrittel zeigte er wieder stabile Leistungen.

Durchschnittsnote: 3,88 (22 bewertete Spiele)

Maximilian Eggestein

Die Hinrunde verbrachte der 20-Jährige noch fast komplett bei der U23, doch dann gelang ihm der Sprung zu den Profis. Acht Startelf-Einsätze zeigen: Jetzt gehört er dazu. Eggestein ist auf der Sechser-Position eine Option. Er strahlt mehr Ruhe aus, als man es von einem Spieler in seinem Alter erwarten darf. Zudem verfügt er über ein gutes Stellungsspiel. Das Manko: die nicht sonderlich ausgeprägte Dynamik.

Durchschnittsnote: 3,45 (12 bewertete Spiele)

Clemens Fritz war in seiner letzten Saison der beste Zweikämpfer im Bremer Mittelfeld.

Philipp Bargfrede

Mal wieder war es keine Saison ohne lange Verletzungspausen für Bargfrede. Eine Entzündung im Knie im Sommer, Achillessehnenprobleme im Winter, diffuse muskuläre Beschwerden im Frühjahr – so ging sie dahin, die Spielzeit. Bargfrede schaffte es nur zwölfmal in den Kader und nur viermal in die Startelf. Wenn er spielte, zeigte er allerdings, dass er es nach wie vor kann.

Durchschnittsnote: 3,50 (6 bewertete Spiele)

Was wird?

Karriereende bei Clemens Fritz, Florian Grillitsch gen 1899 Hoffenheim entfleucht – Werder hat einiges an Speck, den das Team im defensiven Mittelfeld angesetzt hatte, verloren. Die neue Generation hat in Person von Maximilian Eggestein aber schon die ersten Schritte Richtung Zukunft gemacht. Dazu kommt Neuverpflichtung Jerome Gondorf (28/Darmstadt 98), von dem Sportchef Frank Baumann sagt, dass er zwar „kein spektakulärer Transfer“ sei, aber ein „sehr wertvoller Mannschaftsspieler“. Kurz: ein Kämpfer, wie ihn jedes Team in gewissen Momenten braucht.

Wie immer wird es spannend sein, zu sehen, wie sehr Werder auf Philipp Bargfrede, die eigentliche 1a-Besetzung auf der Sechs, zählen kann. Eingeplant ist der 28-Jährige im 3-5-2 mit bis zu drei defensiven Mittelfeldspielern als feste Größe. Von Maxi Eggestein wird erwartet, dass er die nächste Stufe nimmt. Aus England kehrt zudem Thanos Petsos nach Bremen zurück. Dass er jedoch noch eine Rolle spielen wird bei Werder, ist mehr als fraglich.

*Die Durchschnittsnote wird aus den von der WerderStube vergebenen Spielnoten ermittelt.

Die weiteren Teile der Serie:

Teil 1: Die Torhüter - Ein Problem zwischen zwei Pfosten

Teil 2: Die Innenverteidiger - Caldirola erweitert die Möglichkeiten

Teil 3: Die Außenverteidiger - Augustinsson wertet Werder auf

Teil 5: Das offensive Mittelfeld - Kainz bleibt Hoffnungsträger

Teil 6: Der Angriff - King Kruse und die Fragezeichen

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