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Kaderplaner Tim Steidten wechselt von Werder Bremen zu Bayer 04 Leverkusen.

Tim Steidten: „Ich klaue Werder Bremen nichts“

Kaderplaner verlässt Werder Bremen: Tim Steidten erklärt seinen Wechsel zu Bayer 04

Bremen/Leverkusen - Tim Steidten ist zwar gut gelaunt, aber auch ein bisschen traurig. „Es fällt mir nicht leicht, Werder Bremen zu verlassen“, sagt der 40-Jährige im Gespräch mit der DeichStube: „Aber das ist eine große Chance für mich.“ Gemeint ist seine neue Aufgabe: Steidten wechselt als Kaderplaner von Werder Bremen zu Bayer 04 Leverkusen, aus dem Bundesliga-Mittelfeld in die Champions League.

Dort erwarten ihn ganz andere Möglichkeiten. In Bremen hinterlässt er derweil die Sorge, dass er viel Wissen mitnimmt. Doch Tim Steidten versichert: „Ich werde Werder nichts klauen und ganz bestimmt nicht schaden. Dafür habe ich den Verein viel zu lieb gewonnen.“

Werder Bremen: Tim Steidten galt als rechte Hand von Frank Baumann

Tim Steidten gehört zur Spezies Werderaner. Von der U12 bis zur U23 hat er für Werder Bremen gespielt. Dann ging es in die USA. 2006 kehrte er als Scout zu den Grün-Weißen zurück – und fortan arbeitete sichSteidten Stufe für Stufe nach oben. Zuletzt war er Chef der Scouting- und der Analyse-Abteilung sowie der Kaderplaner. Ein wichtiger Job beim Bundesligisten. 

Steidten galt als rechte Hand von Sportchef Frank Baumann, war an fast allen Transfers beteiligt. „Ich bin Frank und dem Verein unendlich dankbar, dieses Vertrauen bekommen zu haben“, sagt Tim Steidten. Er genießt in der Branche einen sehr guten Ruf. „Es gab in der Vergangenheit immer wieder Anfragen aus der Bundesliga, aber auch aus England“, verrät Steidten: „Doch das war nie ein Thema für mich, weil es Werder nicht so gut ging. Da wollte ich Werder Bremen nicht im Stich lassen. Jetzt sieht es viel besser aus, wir haben zusammen eine sehr gute Kaderstruktur hinbekommen. Ich kann jetzt guten Gewissens gehen.“ 

Mitentscheidend war aber auch, wer hinter dem Angebot steckte: Simon Rolfes. „Wir haben zusammen in der A-Jugend von Werder Bremen gespielt“, erinnert sich Steidten. Der Kontakt sei nie abgerissen. Rolfes hat seine Profi-Karriere beendet, arbeitet nun als Sportdirektor bei seinem langjährigen Club Bayer 04 Leverkusen. „Ich schätze Simon sehr und vertraue ihm. Das war mir sehr wichtig.“

Tim Steidten bekommt bei Bayer Leverkusen einen besser dotierten Vertrag als bei Werder Bremen

Tim Steidten hat beim Werksclub einen besser dotierten Vertrag als in Bremen bekommen. Und auch die Voraussetzungen dort sind besser. Leverkusen hat mehr Scouts und mehr Geld für Transfers. „Ob du für Werder Bremen, Bayer Leverkusen oder den FC Bayern arbeitest, du versuchst immer die besten Spieler zu bekommen, aber natürlich richtet sich das auch nach den finanziellen Möglichkeiten des Clubs“, sagt Steidten und fügt noch an: „Für Leverkusen hast du da sicherlich andere Spieler auf dem Zettel als für Werder.“ In Bremen seien sehr kreative Lösungen wie Jiri Pavlenka oder Milot Rashica gefragt gewesen, „in Leverkusen muss ich in einem anderen Bereich kreativ sein“.

Tim Steidten (li.) hat zehn Jahre lang für Werder Bremen gescoutet. Hier an der Seite von Sportchef Frank Baumann.

Deswegen glaubt er auch nicht, dass er sich mit Werder oft in die Quere kommen wird. Und er betont zugleich: „Ich war jetzt 13 Jahre hier, es ist doch für beide Seiten eine Chance, etwas Neues zu machen.“ Ganz verabschieden wird er sich aus Bremen übrigens nicht. Seine Lebensgefährtin bleibt mit den Kindern in der Hansestadt, sie arbeitet bei Werder Bremen – „und will nicht wechseln“, sagt Tim Steidten und lacht. Der Club lässt ihn einfach nicht los.

Und zum Abschluss erzählt er noch, dass ihn Thomas Schaaf mal trainiert hat und er Frank Baumann als Balljunge im Weserstadion die Bälle zugeworfen hat. „Werder wird immer in meinem Herzen sein. Diese Entscheidung ist mir wirklich sehr schwer gefallen, aber ich sehe in Leverkusen die bessere Perspektive für mich. Trainer und Spieler wechseln ja auch irgendwann mal.“ Wird nun Clemens Fritz Steidtens Nachfolger bei Werder Bremen?

Unterdessen konnte Milot Rashica konnte Marktwert verdreifachen, der 22-Jährige Kosovare kam im Januar letzten Jahres zu Werder Bremen und wurde von Tim Steidten gecoutet. 

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