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Wegen des illegalen Abbrennens von Pyrotechnik im Fanblock muss Werder Bremen regelmäßig Strafen an den DFB zahlen.

Werder will bei Weiterentwicklung der Fackeln helfen

Kalte Pyrotechnik „noch keine Lösung“

Bremen - „Kalte“ Pyrotechnik als Lösung für das Problem mit den gefährlichen Fackeln in deutschen Fußballstadien? Dieser Frage ist Werder Bremen nun gemeinsam mit Innensenator Ulrich Mäurer auf den Grund gegangen und hat einige Tests durchführen lassen. Ergebnis: Nein, der Einsatz des Verfahrens aus Dänemark ist (noch) keine sichere Alternative. Denn auch von der „kalten“ Pyrotechnik gehen nicht zu unterschätzende Gefahren aus.

Das ergaben Versuchsreihen, die am Mittwoch gemeinsam vom Örtlichen Ausschuss Sicherheit und Sport (ÖASS) und der Feuerwehr Bremen durchgeführt worden waren.

Werder Bremen: „Kalte“ Pyrotechnik noch nicht bedenkenlos einsetzbar

So führten die „kalten“ Flammen, die je nach Farbvariante immerhin auch noch zwischen 300 und 500 Grad heiß werden, zum raschen Entzünden von Kleidung und Haaren. Außerdem wurden giftige Gase freigesetzt, die zu Augenreizungen und Irritationen an der Haut führen könnten. Das größte Problem des Verbrennungsprozesses der „raucharmen“ Fackel sei allerdings, dass sich gerade die sehr kleinen Rauchpartikel im Lungengewebe besonders tief festsetzen können. 

Deshalb gilt laut einer gemeinsamen Pressemitteilung der Auftraggeber und Durchführer der Versuchsreihe: Die „kalte“ Pyrotechnik bleibt in ihrer bisherigen Zusammensetzung in Menschenmengen trotz einer gewissen Gefahrenreduzierung noch deutlich zu risikoreich. Daher sei sie keine ungefährliche Alternative zu den illegalen Bengalos in Stadien.

Nach den negativ ausgefallenen Testläufen wollte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald die Flinte aber noch nicht ins Korn werfen. „Wir wollen die Diskussion an dieser Stelle nicht beenden“, so der 58-Jährige. Er wolle Tommy Cordsen, den dänischen Konstrukteur der Fackeln, nach Bremen einladen, um an einer Weiterentwicklung der „kalten“ Pyrotechnik zu arbeiten und „um die Widersprüche zu Sprengstoffgesetz und Versammlungsstättenverordnung auflösen zu können.“

Über die Gefahren der Nutzung illegaler Pyrotechnik in Fußballstadien wird seit Jahren gestritten und diskutiert. In diesem Zusammenhang hatte Hess-Grunewald immer wieder betont, dass herkömmliche Pyrotechnik ein „ewig währender Eskalationskreislauf sei, der aufgebrochen werden müsse.“ Erst im vergangenen Sommer hatte er angeregt, gemeinsam „mit Sicherheitsbehörden und Fans ergebnisoffen zu prüfen, ob kalte Pyrotechnik eine Alternative sein könnte.“

Unterdessen warb der Präsident beim Thema Neuzugänge um Geduld bei den Fans von Werder Bremen im Zillertal. 

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