Florian Kohfeldt
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Florian Kohfeldt hat bereits nach kurzer Zeit bei Werder Bremen viele interessierte Blicke auf sich gezogen.

Werder-Coach rückt mehr und mehr in den Fokus

Kandidat Kohfeldt – wann machen die Topclubs ernst?

Bremen - Matthias Sammer ist also zurück bei Borussia Dortmund – als externer Berater. Was das mit Werder zu tun hat? Noch nichts. Aber das könnte sich bald ändern.

Sammer ist Fan von Werder-Coach Florian Kohfeldt. Er liebt dessen Art, Fußball spielen zu lassen. Und Dortmund sehnt sich trotz der gar nicht so schlechten Ergebnisse unter Coach Peter Stöger nach attraktivem Fußball. In den Gesprächen mit Sammer wird ganz gewiss der Name Kohfeldt fallen, wenn das nicht schon passiert ist. Denn die Topclubs sind längst auf Kohfeldt aufmerksam geworden, haben sich nach ihm erkundigt. Dass der 35-Jährige Werder nach nur wenigen Monaten als Chefcoach schon im Sommer verlässt, ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber was ist im Fußball schon unmöglich?

Kohfeldts Vertragssituation ist geheimnisvoll. Sportchef Frank Baumann will nichts verraten. Nach der Bundesliga-Hinrunde Mitte Dezember hatte der Club lediglich verkündet, dass Kohfeldt auch im neuen Jahr Cheftrainer bleibt. Sein Vertrag könnte also bis zum Saisonende gelten, vielleicht bis 2019 oder auch unbefristet. Letzteres galt bekanntlich bis zu seinem Aufstieg zum Boss der Bundesliga-Mannschaft. Unwichtig ist das alles nicht, denn der 35-Jährige könnte – im schlimmsten Fall für Werder – ablösefrei gehen.

Experten staunen über Kohfeldts Werder

Doch damit will sich Sportchef Baumann gar nicht groß beschäftigen. „Wir sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden“, sagte der Ex-Profi auf Nachfrage der DeichStube und fügte nur noch an: „Natürlich wünschen wir uns auf dem Posten des Cheftrainers nichts sehnlicher als Kontinuität.“ Zur Erinnerung: In seinen nicht mal zwei Jahren als Sportchef hat Baumann schon zwei Cheftrainer entlassen – erst Viktor Skripnik, dann Alexander Nouri. Bei der Wahl des Nachfolgers entschied sich Baumann erneut für einen Mann aus dem eigenen Club: Florian Kohfeldt. Der führte Werder aus dem Tabellenkeller.

Das hatten zwar auch seine beiden Vorgänger jeweils geschafft, doch bei ihnen war die sportliche Entwicklung bei weitem nicht so beeindruckend. Kohfeldt lässt den erhofften Werder-Fußball spielen. Die Experten staunen. Für Ex-Profi Dietmar Hamann sind „Julian Nagelsmann und Florian Kohfeldt die beiden besten jungen Trainer“. Das sagte der Sky-Experte kürzlich „Mein Werder“ und erklärte: „Wenn du konstant oben bleiben willst, musst du lernen, das Spiel mit dem Ball zu kontrollieren.“ Das würden der Hoffenheim-Coach Nagelsmann und sein Bremer Kollege Kohfeldt machen.

Und genau das macht sie auch so interessant für die Topclubs in der Bundesliga. Wer teures Personal anstellt, will nicht nur erfolgreichen, sondern auch ansehnlichen Fußball sehen. „Florian Kohfeldt ist ein wunderbarer Trainer“, schwärmte kürzlich Sammer im Interview mit der DeichStube. Damals war er nur Eurosport-Experte, jetzt redet er auch beim BVB wieder mit.

Für RB Leipzig mit Fußball-Professor Ralf Rangnick als Sportvorstand dürfte ein Kohfeldt ebenfalls hochinteressant sein, für Borussia Mönchengladbach auch. Zumal sich der erst 35-Jährige medial sehr gut verkaufen kann, stets einen extrem eloquenten, sicheren und sympathischen Eindruck hinterlässt. Dazu gibt es viel Lob von den Spielern, aber auch den gegnerischen Trainern – wie nun auch von Niko Kovac, der am Ostersonntag mit Frankfurt in Bremen gastiert (15.30 Uhr).

Kohfeldts Leistungen wecken zwangsläufig Interesse

Der Ex-Profi behauptete, dass Werder nicht auf Platz zwölf, sondern viel höher stehen würde, hätte der Werder-Trainer schon zu Beginn der Saison Kohfeldt geheißen. Der übernahm aber erst am elften Spieltag von Nouri – mit nur fünf Zählern auf dem Konto. Jetzt sind es 33. Der Klassenerhalt ist fast schon perfekt. Würde man nur die Kohfeldt-Zeit berechnen, wäre Werder Fünfter – also unter den Topclubs.

Das weckt zwangsläufig Interesse. Zumal der Trainermarkt aktuell nicht wirklich gute Alternativen für die Bundesliga hergibt. Gesucht werden deutschsprachige Trainer, die offensiven Fußball mit hoher taktischer Flexibilität anbieten und sich auch medial gut verkaufen können. Wie zum Beispiel Kohfeldt.

Werder-Trainer zu sein, ist Kohfeldts Lebenstraum

Dabei spielt es offenbar auch keine große Rolle, dass Kohfeldt als Chefcoach noch die Erfahrung fehlt. Ein Jahr hat er Werders U23 in der Dritten Liga betreut, erst seit fünf Monaten ist er in der Bundesliga hauptverantwortlich tätig. Und auch als Ex-Profi hat er keine Erfahrungen sammeln können, denn als Torwart schaffte er es nur bis in die Verbandsliga.

Kohfeldt hat sich als Trainer hochgearbeitet – und das ausschließlich bei Werder. „Jeder, der mich kennt, weiß, was Werder auch als Verein für mich bedeutet. Es ist ein Lebenstraum, hier als Cheftrainer zu arbeiten“, antwortete Kohfeldt bei der Pressekonferenz zum Frankfurt-Spiel auf die Frage, ob er sich denn „lebenslang grün-weiß“ vorstellen könne. Eine ungewöhnliche Frage an einen Trainer, der gerade erst wenige Monate im Geschäft ist und für einen Club arbeitet, der längst nicht mehr für Kontinuität auf dem Trainerposten steht. Mit Kohfeldt soll sich das ändern – und das dürfte auch sein Plan sein. Aber die namhafte Konkurrenz wird ganz gewiss nicht locker lassen.

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