Es harmoniert: Ömer Toprak und Marco Friedl lieferten bei Werder Bremen in den vergangenen Spielen regelmäßig Top-Spiele ab. Die Abwehr ließ in den vergangenen vier Spielen nur drei Gegentore zu.
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Es harmoniert: Ömer Toprak und Marco Friedl lieferten bei Werder Bremen in den vergangenen Spielen regelmäßig Top-Spiele ab. Die Abwehr ließ in den vergangenen vier Spielen nur drei Gegentore zu.

Werder steht plötzlich sattelfest

Qualität und Kontinuität - so hält Werder Bremen den eigenen Laden dicht

Bremen – Die Zahl „4“ ist in diesen Tagen bei Werder Bremen allgegenwärtig. Vier Spiele unter dem neuen Trainer Ole Werner sind absolviert, vier Siege sind dabei herausgesprungen, dadurch ist das Team auf Tabellenplatz vier gesprintet. Aber damit nicht genug des „4er-Salats“: Am Wochenende bestätigte Werder beim 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf eine Saisonbestmarke und ließ nur vier Torschüsse des Gegners zu – das war zuvor lediglich gegen Hansa Rostock (ebenfalls 3:0) gelungen und neben dem Beleg einer positiven Entwicklung auch in der Bremer Defensive ein gutes Omen für die Partie beim SC Paderborn (Samstag, 13.30 Uhr).

Die Ostwestfalen hatten die Grün-Weißen im Hinspiel mit vier Gegentoren gepeinigt, kein anderes Team traf so häufig gegen Werder Bremen. Doch die Abwehr von damals ist nicht mehr die Abwehr von heute, in den vier Spielen mit Ole Werner auf der Bank waren es in Summe nur drei Treffer, die Werder hinnehmen musste – es ist eine starke, eine herausragende Zwischenbilanz, die der Coach beim SC Paderborn gerne bestätigt sehen möchte: „Es ist wieder eine neue Aufgabe, und wir müssen uns wieder aufs Neue beweisen.“

„Wahnsinn!“: Die Stimmen zum Werder Bremen-Spektakel in Paderborn!

Dieser Satz ist ein typischer Ole-Werner-Satz, im Grunde nur eine andere Art zu sagen, dass er stets nur auf das kommende Spiel schaut – nicht zu weit nach vorne, nicht zu weit nach hinten. Dabei hat gerade er es geschafft, das Vorne und Hinten bei Werder in eine extrem gute Balance zu bringen - jedenfalls bislang. 14 Tore hat Werder Bremen unter seiner Leitung geschossen, kein anderes Team aus Liga zwei kommt da heran. Und die drei kassierten Gegentore bedeuteten vor dem 20. Spieltag ebenfalls Platz eins im Spielklassenvergleich. Allerdings zusammen mit dem Hamburger SV.

Verfolgt das Zweitliga-Duell des SV Werder Bremen gegen den SC Paderborn im Live-Ticker der DeichStube!

Starke Abwehr: Werder Bremen kassiert unter Trainer Ole Werner im Schnitt nur 0,75 Gegentore

Aber was ist das für eine sprunghafte Entwicklung, die sich bei Werder Bremen mehr als nur abzeichnet? Die Gegentrefferquote haben die Bremer zuletzt beinahe halbiert. In den Spieltagen eins bis 15 kassierte die Mannschaft im Schnitt 1,47 Tore pro Partie. Unter Werner sind es nur 0,75 Treffer. Zugegeben, der Vergleich hinkt noch wegen der deutlich unterschiedlichen Zeiträume. Aber Zufall ist es eben auch nicht. Werner erklärt die defensive Sicherheit so: „Es kommen zwei Dinge zusammen: Sie ist Ausdruck der Qualität der Spieler und Ausdruck dessen, dass uns in diesem Mannschaftsteil alle Spieler zur Verfügung stehen.“ Konkret: Der Block in der Innenverteidigung mit Kapitän Ömer Toprak, Milos Veljkovic und Marco Friedl hat eine individuelle Power, wie sie in der 2. Liga einmalig ist. Das Trio kann auf die Erfahrung aus 468 Bundesliga-Spielen zurückgreifen. Und wichtiger noch: Alle sind aktuell fit und in Form. Werner: „Dann zeigt sich das eben auch in guten Leistungen und in guten Ergebnissen.“

Manches weniger gute Ergebnis der Hinrunde hatte auch damit zu tun, dass in der Abwehrkette des SV Werder Bremen immer wieder experimentiert und geflickt werden musste, Personalprobleme zogen sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Monate. Doch mit Ole Werner ist das Glück zurück. Vier Spiele mit der gleichen Aufstellung absolvieren zu können, sei ein Geschenk und „nicht normal“ gewesen, meint Werner. So hat die Defensive sich eingespielt. „Wir haben dort Abläufe gefunden, die zu uns passen“, sagt der 33-Jährige über die Formation mit den drei Innenverteidigern, den Außenspielern Felix Agu rechts und Anthony Jung links sowie Christian Groß als Abräumer im Mittelfeld. Nicht zu vergessen Keeper Jiri Pavlenka, der, so Werner, „seinen Anteil daran hat, dass wir zuletzt so sicher gestanden haben“. Dabei war der Tscheche zuletzt selten zu Paraden gezwungen, zu wenig ließen die Vorderleute zu. Gegen Düsseldorf blieb Pavlenka bei nur vier Bällen, die auf sein Tor kamen, beinahe beschäftigungslos.

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Werder Bremen muss gegen den SC Paderborn seine Defensive umstellen: Felix Agu fällt aus

Während des 1:2 bei Holstein Kiel, dem letzten Spiel vor Ole Werners Amtseinführung, hatte Werder Bremen noch einen negativen Rekord aufgestellt. 18 Torschüsse ließ das Team in der Partie zu – mehr als in jeder anderen. Gegen Jahn Regensburg (3:2) kam Werder diesem Wert mit 17 gegnerischen Torschüssen zwar noch einmal sehr nahe, doch dann wurden es deutlich weniger. Acht gegen Hannover 96 (4:1), vier gegen die Fortuna (3:0). „Unser Anspruch ist es, in allen Mannschaftsteilen an der Leistungsgrenze zu arbeiten und das am Wochenende, wenn es um Punkte geht, auch auf den Platz zu bringen“, erklärt Werner und bekräftigt mit Worten, was auch die Zahlen sagen: „Wir haben zuletzt sehr stabil gestanden, haben insgesamt als Mannschaft sehr gut verteidigt und haben in den Mannschaftsteilen einen guten Job gemacht.“

Und was heißt das alles für die Aufgabe am Samstag gegen die Hinspiel-Peiniger vom SC Paderborn? „Außer einem guten Gefühl nicht so wahnsinnig viel“, antwortet Ole Werner, der zudem erstmals personell umplanen muss. Felix Agu fällt mit Patellasehnen-Problemen aus, die Fünferkette der letzten vier Spiele ist gesprengt, eine neue Startelf muss her. (csa)

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