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Werders Aufsichtsratschef Marco Bode sieht derzeit „keine Entwicklung am Horizont“, was einen möglichen Investor angeht.

Bode: „Wir sind aktuell wettbewerbsfähig“

Kein Investor für den „Hybrid-Club“

Bremen - Bisher ist Werder Bremen in seiner Geschichte noch immer ohne ausgekommen, und geht es nach Marco Bode, dann wird es auch bis auf Weiteres so bleiben.

„Die Suche nach einem Investor oder strategischen Partner spielt in unseren Überlegungen im Moment nur eine geringe Rolle“, sagte der Aufsichtsratschef nach der Mitgliederversammlung am Montagabend im Gespräch mit der DeichStube: „Aktuell sehe ich keine Entwicklung am Horizont, die Werder in diese Richtung bringt.“

Anders als einige der Konkurrenten in der Bundesliga, setzen die Bremer nicht auf Gönner oder Investorengruppen, die den Verein mit Millionen unterstützen. Einer der Hauptgründe dafür: Werder will Herr im eigenen Hause bleiben. „Wir sind aktuell wettbewerbsfähig, so wie wir aufgestellt sind“, hielt Bode fest – und betonte: „Uns ist wichtig, daran festzuhalten, dass wir unsere Entscheidungen selber treffen können.“

Genau das könnte mit einem Investor, der Anteile des Vereins erwirbt, schwierig werden. Wer viel Geld bezahlt, will bei wichtigen Themen schließlich auch mitreden können. Das Paradebeispiel im deutschen Fußball ist hier sicherlich Unternehmer Klaus-Michael Kühne, der dem Hamburger SV zwar viele Millionen, aber auch viele Probleme beschert hat.

Ohnehin: Für Bode hängen finanzielle Möglichkeiten und sportlicher Erfolg nicht unmittelbar zusammen. „Ich glaube nicht daran, dass man durch höhere Einnahmen sofort und automatisch sportlichen Erfolg hat. Dann müssten viele Vereine vor uns stehen, die es nicht tun.“ Es gebe keine einfache Option, den Investoren-Weg zu gehen, sagte der Ex-Profi, der das Thema zwar hintenanstellt, deshalb aber nicht komplett zu den Akten legt.

Investorenmodell für Bau des Nachwuchsleistungszentrum?

„Ich würde das Modell nicht vollkommen ausschließen, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind“, erklärte Bode. Ein möglicher Partner soll beispielsweise zum Verein passen, ebenfalls dessen Werte vertreten und am besten aus der Region kommen – die Liste mit potenziellen Kandidaten dürfte da nicht sehr lang sein.

Bode hält es aber für denkbar, dass ein Investorenmodell zumindest beim geplanten Neubau des Nachwuchsleistungszentrums „relevant wird“. Das Projekt genießt innerhalb des Vereins höchste Priorität, denn Werder weiß, dass es mit seiner derzeitigen Talentschmiede im nationalen Vergleich längst hinterherhinkt. „Wir sind kein reiner Ausbildungsclub“, sagte Bode, „aber wir sind ein Hybrid-Club, für den Ausbildung immer sehr wichtig sein wird.“

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Am letzten Tag der Transferphase hat Frank Baumann noch einmal zugeschlagen – Werder Bremen steht unmittelbar vor der Verpflichtung von Leonardo Bittencourt von der TSG 1899 Hoffenheim. Der offensive Spielstil zeigt Wirkung – keine Mannschaft schießt so oft auf das gegnerische Tor wie Werder Bremen.

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