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Max Kruse soll auch in Zukunft für Werder Bremen spielen, sagt Sportchef Frank Baumann.

Sportchef geht fest von Verbleib aus

Baumann: „Kein Ultimatum für Kruse“

Bremen - Beim Thema Thomas Delaney hatte Werder-Coach Florian Kohfeldt am Saisonende Klartext gesprochen und eine Entscheidung über dessen Zukunft bis Mitte/Ende Juli gefordert. Ähnliches soll sich nun im Fall Max Kruse wiederholt haben.

Die „Bild“ berichtet von einem Ultimatum des Trainers. Doch dem widerspricht Sportchef Frank Baumann energisch: „Es gibt kein Ultimatum.“ Die Personalie Kruse wird zum Dauerthema in diesem Sommer. Immer wieder berichten verschiedene Medien, dass der 30-Jährige angeblich mit einem Wechsel liebäugelt.

Aus Baumanns Sicht ist das viel zu weit gedacht. Kruse halte sich nur eine Tür offen, und das sei absolut legitim und bei Kruse nichts Neues: „Ich habe doch schon mehrfach gesagt, dass Max bei einem lukrativen Angebot von einem Club, der in der Champions League spielt, die Möglichkeit haben will, darüber nachzudenken.“ Und Fakt ist nun einmal: Mit einer Vertragslaufzeit von nur noch einem Jahr wäre dann ein Wechsel leichter zu vollziehen, als wäre der Kontrakt gerade erst langfristig verlängert worden.

Max Kruse: Seine Karriere in Bildern

Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder.
Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder. © Gumz
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld.
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld. © imago
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer.
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer. © imago
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli.
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli. © imago
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg.
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg. © imago
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte.
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte. © imago
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder.
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder. © gumzmedia
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore.
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore. © gumzmedia
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte.
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte. © gumzmedia
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz.
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz. © gumzmedia
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag.
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag. © gumzmedia
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler.
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler. © gumzmedia
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän.
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän. © gumzmedia

Trotzdem ist auch dieses Thema nicht vom Tisch. „Natürlich wollen wir mit Max verlängern“, sagt Baumann: „Wir sind da auch im Austausch. Max fühlt sich hier sehr wohl und kann sich absolut vorstellen, noch länger zu bleiben.“ Aber für den Fall der Fälle will der Angreifer eben bestmöglich vorbereitet sein.

Doch kann so ein Angebot überhaupt kommen? Aus der Premier League haben sich Manchester City, Manchester United, Tottenham Hotspur und der FC Liverpool für die Königsklasse qualifiziert. Schwer vorstellbar, dass diese Clubs einen 30-jährigen Angreifer aus Deutschland verpflichten, der sich in der vergangenen Saison mit sechs Toren und acht Vorlagen nicht besonders hervorgetan hat. Für die WM war Kruse ebenfalls kein Thema.

Hoffenheim kein Thema für Kruse

Ähnlich verhält es sich mit der Primera Division, wo die vier Champions-League-Teilnehmer FC Barcelona, Atletico Madrid, Real Madrid und FC Valencia andere Kaliber suchen als Kruse. Bliebe noch der deutsche Markt. Der FC Bayern scheidet dabei ganz sicher aus (siehe Premier League und Primera Division). Borussia Dortmund und der FC Schalke könnten dagegen durchaus Interesse haben – 1899 Hoffenheim sogar noch ein bisschen mehr. Doch ein Wechsel in den Kraichgau soll für Kruse dem Vernehmen nach nicht infrage kommen. Da fehle ihm die Strahlkraft des Clubs. Schalke und Dortmund haben da mehr zu bieten, sich aber bislang nicht gemeldet.

Baumann ist jedenfalls ganz entspannt: „Ich gehe fest davon aus, dass Max auch in der nächsten Saison bei uns spielen wird.“ Mit dem Fall Delaney sei das nicht zu vergleichen. Der 26-jährige Däne habe in diesem Sommer unbedingt den nächsten Schritt in seiner Karriere machen wollen, ein Wechsel sei absehbar gewesen, so Baumann. Deshalb habe Kohfeldt Klarheit bis zur Rückkehr des WM-Teilnehmers Mitte/Ende Juli gefordert. Und der Coach hat sie schnell bekommen: Der Transfer von Delaney zu Dortmund ist längst perfekt.

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