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Vor einem Abgang von Max Kruse sorgt sich bei Werder Bremen niemand – schließlich hat Kruse bereits seine Zusage für die kommende Spielzeit gegeben.

Baumann plant fest mit dem Angreifer

Keine Angst vor Kruse-Verlust

Bremen - Frank Baumann ist ein äußerst angenehmer Gesprächspartner: freundlich, zuverlässig, immer ruhig und sachlich. Es gibt da allerdings ein Thema, bei dem sich der 42-Jährige hörbar um seinen gewohnt entspannten Ton bemühen muss.

Gemeint ist die sportliche Zukunft von Max Kruse, von Werders derzeit wichtigstem Spieler, der in der neuen Saison noch wichtiger werden soll. Nun ist es so: Max Kruses Vertrag bei Werder läuft 2019 aus, verlängert hat er ihn bisher nicht. Spekulationen um die Zukunft des 30-Jährigen sind da obligatorisch. Baumann stuft sie folgendermaßen ein: „Da wird mal wieder aus wenig sehr viel gemacht.“ Ausschließen könne man im Fußball gar nichts, sagt er zwar. Grund zur Sorge für Werder bedeutet das im Fall Kruse allerdings nicht.

Nach Informationen der DeichStube hat der Stürmer intern schon vor Wochen signalisiert, dass er in der neuen Saison definitiv für Werder spielen möchte. Heißt: Kruse will nicht weg, sondern ab Sommer noch mehr Verantwortung auf und neben dem Platz übernehmen. Trainer Florian Kohfeldt dürfte den Angreifer bald zum neuen Kapitän ernennen. In Werders Offensivspiel und im Pressing ist dieser ohnehin die zentrale Figur, um die die Bremer ihren neuen Angriff aufbauen wollen.

Werder bietet Kruse ein Wohlfühlpaket

Kruse wird ab Juli an der Seite seines alten Kumpels Martin Harnik auflaufen, mit dem er schon in der Jugend zusammenspielte – und dem er die Rückkehr zu Werder ausdrücklich empfohlen hat. Heißt: Werder kann seinem Schlüsselspieler ein Wohlfühlpaket bieten, das er so nirgendwo anders bekommen könnte. Nach den Problemen in Wolfsburg ist das ein Argument, auf das Kruse inzwischen großen Wert legt.

Martin Harnik bei Fortuna Düsseldorf, Max Kruse beim FC St. Pauli: Die beiden Angreifer haben über Umwege wieder zu Werder Bremen gefunden.

Und trotzdem: Bei allem Wohlfühlen an der Weser, bei aller Verbundenheit zum Club und bei aller Vorfreude auf Harnik – auch für Max Kruse ist das Fußballgeschäft natürlich erstmal ein Job. Über die Saison 2018/2019 hinaus möchte er sich da noch nicht festlegen. Wer weiß schon, wie das nächste Jahr läuft? Ob sich für Kruse, der dann allmählich in die letzte Phase seiner Karriere einbiegt, nicht plötzlich doch noch neue Möglichkeiten auftun, vielleicht sogar im Ausland? Als ablösefreier Spieler würde es für ihn noch mehr Optionen geben.

Baumann mit Kruse „weiterhin in Gesprächen“

Ist nichts dabei, was passt, könnte er immer noch bei Werder einen neuen Vertrag unterschreiben, der dann vermutlich wirklich bis zur Fußball-Rente laufen würde. Frank Baumann ist natürlich ein anderes Szenario lieber. Der Sportchef würde Kruses Kontrakt liebend gerne sofort verlängern, auch wegen der starken Signalwirkung, die eine Unterschrift hätte. „Wir befinden uns weiterhin in Gesprächen“, sagt Baumann: „Zum aktuellen Stand werde ich aber keine Aussage machen.“

Werder-Sportchef Frank Baumann.

Werder kann das Thema durchaus entspannt betrachten, selbst, wenn es Baumann nicht gelingt, mit Kruse noch in diesem Sommer zu verlängern. Eine Saison bleibt der 30-Jährige sicher noch, die Rolle der zentralen Figur in einer Mannschaft, der unter Kohfeldt künftig viel zuzutrauen ist, ist fest mit ihm besetzt. Und auch, wenn man Baumanns absolut richtige Aussage, dass man im Fußball nie absolute Sicherheit habe, in die Rechnung mit einbezieht: Die Chancen, dass Max Kruse Werder noch länger erhalten bleibt, stehen derzeit gar nicht so schlecht.

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Max Kruse: Seine Karriere in Bildern

Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder.
Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder. © Gumz
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld.
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld. © imago
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer.
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer. © imago
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli.
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli. © imago
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg.
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg. © imago
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte.
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte. © imago
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder.
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder. © gumzmedia
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore.
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore. © gumzmedia
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte.
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte. © gumzmedia
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz.
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz. © gumzmedia
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag.
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag. © gumzmedia
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler.
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler. © gumzmedia
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän.
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän. © gumzmedia

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