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Kevin Vogt hatte nach der enttäuschenden Niederlage gegen Bayer Leverkusen deutliche Worte an seine Teamkollegen beim SV Werder Bremen gerichtet.

Vogt fordert mehr Härte

Werder-Coach Kohfeldt findet Vogt-Vorstoß gut: „Hoffe, dass es Wirkung zeigt“

Bremen - Seine Worte waren wie die Faust, die auf den Tisch saust: Werder-Profi Kevin Vogt hatte die Kollegen nach der sportlichen Bankrotterklärung des SV Werder Bremen beim 1:4 gegen Bayer Leverkusen deutlich in den Senkel gestellt.

Zu lieb, zu brav, zu wenig wehrhaft sei das, was Werder Bremen auf dem Platz abliefern würde. „Da muss es in den Zweikämpfen auch mal rauchen“, hatte Verteidiger Kevin Vogt gefordert und auch den Umgang untereinander angeprangert. Auch dort gelte: zu wenig Härte. Es war ein Vorpreschen des Leihspielers. Aber keines, das einer Kurzschlussreaktion entsprang. Das machte Trainer Florian Kohfeldt wiederum deutlich. Überrascht war er jedenfalls nicht von Vogts Ausbruch des Unmuts.

Werder Bremen: Kevin Vogt haut auf den Tisch, Florian Kohfeldt findet es gut

„Kevin hat jetzt öffentlich gesagt, was wir vor zwei, drei Wochen schon besprochen hatten“, erklärte Kohfeldt. Aber normalerweise gehört es zum Verhaltenskodex, Kritik an Kollegen nur im Mannschaftskreis zu üben. Dass Kevin Vogt es anders gemacht hat (ohne einzelne Spieler beim Namen zu nennen), sei in Ordnung, meinte der Coach und sprach von „verschiedenen Eskalationsstufen“. Offenbar ist es auch aus seiner Sicht an der Zeit, nun die nächste zu nehmen. Doch überlässt er genau das offenbar seinem Spieler. Bei ihm selbst bleibt die Faust in der Tasche und ballert nicht auf den Tisch. Florian Kohfeldt: „Wir sprechen die Themen intern ständig an, auch mit einer hohen Reibung. Entscheidend ist, dass das dann auch auf dem Platz passiert. Deshalb fand ich es vollkommen in Ordnung, dass Kevin es öffentlich angesprochen hat und hoffe, dass es auch Wirkung zeigt.“ Ob dem so ist, wird das Spiel des SV Werder Bremen beim SC Freiburg zeigen. (csa)

Letzte Meldung vom 19. Mai 2020:

Zu lieb für den Abstiegskampf? Kevin Vogt fordert mehr Werder Bremen-Härte - aber bitte nicht in der Trainerfrage

Rahmen und Setting des Gesprächs ließen eigentlich keine aufwühlenden Statements erwarten. Kevin Vogt war zu Gast im Werder-Strom-Talk, der Veranstaltung eines Club-Sponsors. Normalerweise liefern solche Termine bei Werder Bremen angepasste Antworten und stromlinienförmige Ansichten.

Aber Kevin Vogt hatte am Morgen nach der 1:4-Niederlage des SV Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen keine Lust, ausschließlich glatt gebürstete Phrasen runterzuleiern. Zu quer saß ihm die Niederlage und die Art und Weise, wie sie zustandegekommen war. Vogt ging hart mit der Mannschaft ins Gericht.

Da war zum einen das Gegentor zum 1:2. Wieder einmal hatte Werder nach einem ruhenden Ball einen Treffer kassiert, bereits zum 18. Mal in der Saison. Völlig frei war Kai Havertz bei einem Freistoß durchgelaufen, hatte per Kopf die erneute Leverkusener Führung erzielt. Kurz nach dem Bremer 1:1 war das Tor der Knackpunkt der Partie und für Vogt der Grund, Tacheles zu reden. Oder besser: endlich einzufordern, das selbiges intern geschieht. 

Ist der Umgang bei Werder Bremen zu weich, zu lieb, zu unkritisch?

„Bei der Anzahl der Gegentore ist das schon ein Punkt, dass man sich da mal eine Einheit mehr hinsetzen muss und ganz klar festmachen muss, wie man solche Dinger besser verteidigt. Das sind Feinheiten, die da wichtig sind“, sagte der 28-Jährige und erklärte, dass es jetzt auch mal krachen muss im Team: „Wir müssen das Ganze kritisch ansprechen. Da braucht man sich nicht zu streicheln und zu sagen: ,Ja, das wird schon wieder.‘ Nein, da muss man den Finger in die Wunde legen und einzelne Personen auch ansprechen. Das muss man beheben. Da stehen sowohl wir in der Verantwortung als auch das Trainerteam. Das ist ein Punkt, den müssen wir beheben.“ Wenn er, der erst in der Winterpause zur Mannschaft gestoßen ist, so etwas sagt, stellt sich unweigerlich die Frage, wie er den Umgang mit Fehlern bei Werder Bremen bisher erlebt hat. Als zu weich? Zu unkritisch? Zu lieb?

Fotostrecke: Leverkusen versohlt Werder

Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen
Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen © gumzmedia / nordphoto
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Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen © Marvin Ibo Güngör/GES/POOL/ via gumzmedia / nordphoto
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Insgesamt ist Härte ein Thema für Kevin Vogt. Er hat sich gegen Bayer Leverkusen mehrfach mit seinem ehemaligen Hoffenheim-Kollegen Nadiem Amiri gekabbelt, da ging auch mal der Ellenbogen raus. Aber sonst? Vogt vermisste gegen Leverkusen den Biss im Team. „Wir müssen uns gegenseitig so hochpushen und motivieren, dass es in zwei, drei Zweikämpfen auch mal richtig raucht. Das hat mir ein bisschen gefehlt.“ Nett gesagt nach einem Spiel, in dem bei allen vier Gegentoren die Gegenwehr fehlte – beim dritten auch von Vogt selbst. „Im Kollektiv unangenehmer zu werden“, das ist das, was Vogt will.

Kevin Vogt fordert: Werder Bremen muss im Abstiegskampf „klarer und ekeliger werden“

Das ist das, was jeder will und worauf erfolgreicher Abstiegskampf fußt. Aber Werder kassierte beim Neustart nach der Corona-Pause nur zwei Gelbe Karten – ist das ein Aufbäumen, ein Kampf mit allen Mitteln? „Wir müssen dahin kommen, dass wir klarer und ekeliger werden“, fordert Vogt.

Was er aber ausdrücklich nicht fordert, ist ein Wechsel auf der Trainerbank. Obwohl Florian Kohfeldt bei den Fans immer stärker in der Kritik steht, sieht Führungsspieler Vogt „auf der Position des Cheftrainers überhaupt keinen Bedarf, sich da neu aufzustellen. Das ist meine persönliche Meinung. Flo erreicht die Mannschaft, er passt sehr gut zur Mannschaft. Aber natürlich: Die Ergebnisse sprechen aktuell weder für uns noch für ihn.“ (csa)

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