Kevin Vogt im Zweikampf mit Niclas Füllkrug.
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Kevin Vogt, Ex-Leihspieler des SV Werder Bremen, trifft am Sonntag mit der TSG Hoffenheim auf seine alten Teamkollegen um Niclas Füllkrug.

Defensivspieler vor Wiedersehen im Weserstadion

Verbleib bei Werder Bremen war für Hoffenheimer Kevin Vogt „nie ein Thema“

Bremen – 14 Spiele in der Bundesliga, dazu zwei im DFB-Pokal und eines in der Relegation – insgesamt stand Kevin Vogt nur 17 Mal für Werder Bremen auf dem Platz, ehe er im Sommer zu 1899 Hoffenheim zurückkehrte. Im Interview mit dem „Kicker“ hat der 29-Jährige nun erzählt, warum er seine sieben Monate als Leihspieler in Bremen dennoch als „prägend für mein Leben“ einordnet und mit welchen Gefühlen er zum Hoffenheimer Auswärtsspiel gegen Werder (Sonntag, 18.00 Uhr) reist.

Als die Bremer Verantwortlichen Kevin Vogt in der Winterpause der Saison 2019/2020 überraschend per Leihe für die Rückrunde an die Weser lotsten, galt der erfahrene Defensivmann augenblicklich als Hoffnungsträger, als jemand, der nach der komplett verkorksten Hinserie für neue Sicherheit sorgen sollte. Zur Erinnerung: Werder Bremen hatte nach den ersten 17 Saisonspielen nur magere 14 Punkte gesammelt und war Vorletzter, als Vogt verpflichtet wurde. „Es war sehr lehrreich, weil ich zu einem Club kam, der wirklich mit dem Rücken zur Wand stand“, sagt er. Und: „Vom ersten Tag an wurde mir vermittelt, es geht um absoluten Existenzkampf. Den musste ich von heute auf morgen annehmen.“

Das tat Vogt dann auch, erwischte aber trotzdem einen denkbar unglücklichen Start: Gleich während seines ersten Einsatzes zog er sich im Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf eine Gehirnerschütterung zu, stand am nächsten Spieltag gegen die TSG Hoffenheim aber schon wieder in der Startelf. Für Trainer Florian Kohfeldt war Vogt auf Anhieb ein verlängerter Arm auf dem Platz. „Er hat sich schnell integriert und ist innerhalb von zwei Spielen zur festen Größe geworden“, sagte der Coach im Januar. Kevin Vogt war es gelungen, schnell einen Umgang mit dem großen Druck zu finden. „Du spürst plötzlich, was alles dranhängt, dass es auch um Arbeitsplätze geht, wenn der Anpfiff ertönt. Bremen ist ja ein Club mit enormer Tradition und Zugkraft, das spürt man schnell. Eine irre Herausforderung und Erfahrung“, sagt er. Was er übrigens nicht nur auf das Sportliche bezieht.

Kevin Vogt: „Eine Weiterbeschäftigung bei Werder Bremen war nie ein Thema!“

Kevin Vogt erlebte auch die erste Pandemie-Hochphase inklusive Lockdown als Werder-Profi. „Es war auch wegen Corona eine sehr intensive Zeit, ich lebte sieben Monate nur im Hotel und hatte nur die Mannschaft. Meine Familie durfte nicht zur mir, weil das Bundesland Bremen da sehr speziell ist.“ Trotzdem sei seine Zeit in Bremen sportlich und menschlich „ein absoluter Gewinn“ gewesen.

Am Ende war die Sache ja auch gut ausgegangen, Werder Bremen rettete sich mit Vogt in der Relegation gegen Heidenheim vor dem Abstieg, sodass es in dieser Saison zum Wiedersehen kommen kann. „Es gibt kein Gesicht, auf das ich mich nicht freue“, sagt Vogt, für den es aber trotzdem zu keinem Zeitpunkt eine Option war, längerfristig bei Werder zu bleiben: „Eine Weiterbeschäftigung in Bremen war nie ein Thema.“ (dco) Auch interessant: So kann man das Sonntags-Spiel von Werder Bremen gegen Hoffenheim live im TV und Stream schauen.

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