Grenzenloser Jubel bei Milot Rashica (von links), Ludwig Augustinsson, Leonardo Bittencourt und Phillip Bargfrede nach dem 2:1 von Werder Bremen im Relegationsrückspiel beim 1. FC Heidenheim im Jahr 2020.
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Grenzenloser Jubel bei Milot Rashica (von links), Ludwig Augustinsson, Leonardo Bittencourt und Phillip Bargfrede nach dem 2:1 von Werder Bremen im Relegationsrückspiel beim 1. FC Heidenheim im Jahr 2020.

Werder-Party nach Heidenheim-Relegation

Die Nacht der Nichtabsteiger: Als Werder im „Heartbreak Hotel“ landete...

Bremen – Die Gästekabine im Stadion des 1. FC Heidenheim, so lässt es sich auf einigen Fotos erkennen, ist eher funktional denn unnötig luxuriös. Der Boden rot, die Schränke blau, in der Mitte ein langer Tisch, dazu über der Tür eine Uhr und neben ihr ein Spiegel. Alles da, was es so braucht, um sich für ein Spiel zu präparieren, so wie es die Profis des SV Werder Bremen am Samstagabend tun werden. In der 2. Bundesliga treten sie ab 20.30 Uhr zum Topspiel gegen Heidenheim an – und kehren damit erstmals an jenen Ort zurück, an dem vor nunmehr anderthalb Jahren die größte Party der jüngeren Vereinsgeschichte begann. 6. Juli 2020, Rückspiel in der Relegation: Dank eines 2:2 schaffen die Bremer den Bundesliga-Klassenerhalt – und stürzen sich noch auf dem Platz mitten hinein in die Nacht der Nichtabsteiger, die irgendwann 600 Kilometer weiter nördlich ihr Ende finden sollte. Hell geworden war es da schon lange. Sehr lange. Eine Rekonstruktion.

Wer genau den Einfall hatte und vor allem die Nummer direkt parat, lässt sich heute nicht mehr verifizieren. Es gehört zu den Dingen, die die Nacht verschluckt hat. Gegeben hat es ihn aber definitiv, den Anruf zu später Stunde aus dem Mannschaftsbus, der eine ohnehin schon feuchtfröhliche Party erst noch ihrem Höhepunkt entgegensteuern sollte. Eine kurze Ankündigung beim Wirt, daraufhin direkt grünes Licht – und schon hatte der Tross des SV Werder Bremen nach einer langen Rückreise ein Ziel: das „Heartbreak Hotel“, eine Kneipe mitten im Bremer Viertel, in der Cheftrainer Florian Kohfeldt in den frühen Morgenstunden den Barkeeper, Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald am Ende den Zahlmeister – und unter anderem Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt zwischendrin immer wieder den Anheizer geben sollte.

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Werder Bremen: Feuchtfröhliche Party wird nach dem Sieg in Heidenheim im „Heartbreak Hotel“ weitergeführt

Nach dem 3:2-Erfolg im Nordderby beim Hamburger SV hatte der 28-jährige Leonardo Bittencourt erst kürzlich den alten Gassenhauer „Freed from Desire“ zu Ehren von Teamkollege Marvin Ducksch in „Ducksch is on fire“ umgedichtet. Kurz nach dem Klassenerhalt in Heidenheim soll er bereits seine Mitspieler Claudio Pizarro und Yuya Osako musikalisch in Brand gesteckt haben. Für die passende Untermalung sorgte Ersatztorhüter Stefanos Kapino, der in Heidenheim noch vor dem Einsteigen in den Bus des SV Werder Bremen mit seiner voll aufgedrehten Musikbox zusammengewachsen zu sein schien.

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Die vom Griechen angeführte Werder-Polonaise („Heut’ ist so ein schöner Tag“) rund um den wartenden Mannschaftsbus gefiel dabei wenig überraschend nicht allen Heidenheim-Fans, die zeitgleich auf dem Stadionvorplatz dem verpassten Aufstieg nachtrauerten. Ergebnis: Nach einem Steinwurf ging eine Scheibe des Bremer Busses zu Bruch. Wenig später fuhr der Bus des SV Werder Bremen, begleitet von einer Polizeieskorte, dennoch ab – zum Flughafen nach Schwäbisch-Hall, von wo aus es per Chartermaschine über Cuxhaven letztlich per Bus weiter nach Bremen ins „Heartbreak Hotel“ ging: „Heut’ ist so ein schöner Tag.“

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Spricht man mit den feiernden Nichtabsteigern von einst über jene Nacht, eint sie allesamt eines: Der beinahe wehmütige Blick zurück, denn gut gegangen ist die Sache grundsätzlich ja nicht. Mit einem Jahr Verspätung stieg Werder Bremen im Sommer 2021 trotzdem ab. Ans „Heartbreak Hotel“ dachte da niemand mehr. Möglich allerdings, dass die Gästekabine in Heidenheim den einen oder anderen Profi am Samstag vor dem Spiel ganz kurz lächeln lässt. (dco) Auch interessant: Werder Bremen-Aufstellung gegen 1. FC Heidenheim: Kehrt Schmid zurück in die Startelf?

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