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Klaus Filbry (re.), der Sportchef des SV Werder Bremen, Frank Baumann (mi.) und Aufsichtsratsboss Marco Bode (li.) wollen wegen der Coronavirus-Krise auf Gehalt verzichten.

Der SV Werder Bremen in Zeiten der Coronavirus-Krise

Gehaltsverzicht: Klaus Filbry und die Geschäftsführung „werden vorangehen“

Bremen – Sie war ein starkes Signal, diese Zusage der Profis von Werder Bremen, künftig auf Gehalt verzichten zu wollen, um dem Verein damit in der Corona-Krise zu helfen.

Noch liegen allerdings keine Zahlen auf dem Tisch, noch hat Werder Bremen seinen Spielern nicht mitgeteilt, wie hoch die Einbußen ausfallen müssten, um wirtschaftlich effektiv zu sein. „Vorher steht noch ein Gespräch mit dem Kapitän, der als Vertreter der Spieler spricht, aus“, erklärte Klaus Filbry, der Vorsitzende der Geschäftsführung am Donnerstag.

Werder Bremen: Klaus Filbry und Kollegen aus Führungsetage wollen bei Gehaltsverzicht vorangehen

Doch ganz gleich, was bei der Unterredung mit Niklas Moisander am Ende herauskommt – in einem Punkt griff Filbry schon mal vor: „Ich kann sagen, dass der Beitrag der Geschäftsführung unabhängig vom Beitrag der Spieler erfolgt.“

Auch Filbry und seine Kollegen aus der Führungsetage hatten angekündigt, zum Wohle des Vereins auf Gehalt verzichten zu wollen. Der 53-Jährige sieht sich und seine Kollegen dabei in einer besonderen Rolle. „Wir werden vorangehen, denn das ist unsere Aufgabe“, sagte er – und kündigte an: „Wir werden einen spürbaren Betrag leisten.“ (dco)

Zur letzten Meldung vom 23. März 2020

Coronavirus-Krise: Profis von Werder Bremen verzichten auf Gehalt

Bremen – Sportchef Frank Baumann wollte die Profis von Werder Bremen eigentlich mit dem Thema Gehaltsverzicht noch etwas in Ruhe lassen, bis in der Coronakrise die Auswirkungen für den Fußball noch deutlicher werden, doch es kam ganz anders.

Der Mannschaftsrat des SV Werder Bremen ist aktiv geworden und hat der Geschäftsführung in den vergangenen Tagen mitgeteilt, dass die Spieler „einen spürbaren Beitrag leisten wollen, um die Situation zu überstehen“, berichtete Frank Baumann am Montagabend in einer Telefonkonferenz mit mehreren Medienvertretern. 

Das Thema Gehaltsverzicht werde bei Werder in den nächsten Tagen noch konkretisiert. Das sei in Zeiten der Coronavirus-Krise allerdings nicht so einfach, weil die Spieler alle zu Hause sind, es natürlich kein gemeinsames Training gibt – und trotzdem soll natürlich jeder noch nach seiner Meinung gefragt werden. „Wir wollen da nicht hektisch sein“, sagte Baumann und kündigte an: „Wir werden keine Zahlen nach außen geben.“ 

Neben der Mannschaft würden sich übrigens auch das Trainerteam und die Geschäftsführung von Werder Bremen an dem Gehaltsverzicht beteiligen, teilte der Sportchef noch mit. (kni)

Letzte Meldung vom 19. März 2020:

Ein Vorbild für Werder Bremen? Gladbach-Profis verzichten freiwillig wegen Coronavirus auf Gehalt

Viele Bundesliga-Clubs müssen wegen der Coronavirus-Krise um ihre Existenz fürchten. Eine Variante, die auch bei den Verantwortlichen von Werder Bremen diskutiert wird, ist ein möglicher Gehaltsverzicht der Profis. Bei Borussia Mönchengladbach ist man schon zwei Schritte weiter.

Die Fohlen-Elf ist der erste Fußball-Profiverein in Deutschland, bei dem die Spieler freiwillig auf Teile ihres Gehalts verzichten. „Der Trainerstab hat sich dem angeschlossen, genau wie unsere Direktoren und Geschäftsführer“, sagte Sportchef Max Eberl am Donnerstag. Nach Informationen der „Rheinischen Post“ soll Borussia Mönchengladbach monatlich deutlich mehr als eine Million Euro einsparen. Spieler und führende Angestellte wollen angesichts der Coronakrise und der Spielpause deswegen in der Bundesliga anderen Angestellten des Clubs Jobs und Einkommen sichern.

„Ich bin sehr stolz auf die Jungs“, sagte Eberl weiter. „Wir stehen zusammen für Borussia, in guten wie in schlechten Zeiten. Sie wollen etwas an Borussia zurückgeben und damit auch an all die Fans, die uns unterstützen.“ Finanz-Geschäftsführer Stephan Schippers hatte zuletzt eingeräumt, dass jedes Heimspiel, das wie das 2:1 gegen den 1. FC Köln vor gut einer Woche ohne Zuschauer durchgeführt werden muss, dem Verein rund zwei Millionen Euro netto kosten würde. Sollte die Bundesliga gar nicht mehr spielen können, drohen den Clubs wegen möglicher fehlender TV-Einnahmen sogar noch größere Einbußen.

Vor bild für Werder Bremen? Gladbach denkt wegen Coronavirus über Kurzarbeit nach

Schippers bekräftigte, wie ernst die Lage allgemein sei: „Ziel ist es, dass Borussia Mönchengladbach diese Coronakrise übersteht. Ziel ist es, dass wir das schaffen, ohne betriebsbedingte Kündigungen aussprechen zu müssen.“ Denkbar sei in dem Zusammenhang auch, Kurzarbeit zu beantragen. „Wir sind dabei, das zu prüfen.“

Auch bei Borussia Dortmund soll sich in Sachen Gehaltsverzicht etwas tun. Der zuletzt ob seiner umstrittenen Äußerungen über die Corona-Krise gescholtene BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, soll laut eines Berichts des „kicker“ bereit sein, auf ein Drittel seines Gehalts verzichten. Bei einem monatlichen Festgehalt von knapp 160.000 im Geschäftsjahr 2019 entspräche das etwa 53.000 Euro im Monat, auf die Watzke verzichten würde. Der 60-Jährige selbst äußerte sich zu der Thematik nicht. (mwi/dpa)

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