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Jens Vaassen, Kpch des SV Werder Bremen, hat in der Coronavirus-Krise alle Hände voll zu tun.

Jens Vaassen über Alltag und Hilfsaktion

Werder-Koch Vaassen steht jetzt auch für Obdachlose am Herd

In der Coronavirus-Krise setzt der SV Werder Bremen neben den obligatorischen Fußbällen nun auch auf Töpfe: Während der Bundesliga-Spielbetrieb ruht, verstärkt der Club sein soziales Engagement. Und ein paar heimliche Helden treten dabei einen Schritt ins Rampenlicht. So einer ist Jens Vaassen, Koch des SV Werder Bremen.

Normalerweise kocht Vaassen für die Werder-Profis und das Team drumherum, insgesamt 40 Mann, bestehend aus Spielern, Trainern und dem Betreuerstab. Täglich gibt es Frühstück, Mittagessen und eine Mahlzeit nach dem Training. Außerdem bekocht er gemeinsam mit einem weiteren Koch und einer Küchenhelferin 20 bis 25 Jugendliche aus dem Werder-Internat, manchmal auch die U23. In den kommenden vier Wochen allerdings kocht Vaassen noch rund 50 Essen mehr. Als Teil einer Hilfsaktion für den Verein Innere Mission Bremen versorgt Werder Bremen in der Corona-Krise drei Obdachlosen-Unterkünfte mit Mittagessen.

Werder Bremen: Jens Vaassen kocht nach speziellem Ernährungsleitfaden

„Es ist sicherlich Mehrarbeit, aber das ufert nicht aus, das ist völlig okay“, sagte Vaassen in einer Medienrunde am Mittwoch. Zuvor hatte er zum ersten Mal die Mahlzeiten in Bremen ausgeliefert. Der Koch setzt vor allem auf gutbürgerliche Küche. Zum Start gab es Kohlrouladen, Gemüse, Petersilienkartoffeln und Soße.

Ganz ähnliche Gerichte kocht Vaassen sonst auch für die Profis von Werder Bremen. Doch da muss der 49-Jährige immer etwas genauer aufpassen. Für die Leistungssportler kocht er nach einem extra entwickelten Ernährungsleitfaden. Raffinierter Zucker ist tabu, als Süßungsmittel verwendet er Honig, Ahornsirup oder Kokosblütenzucker. Statt auf Roggen und Weizen setzt Vaassen auf Dinkel, statt Sonnenblumen- oder Rapsöl benutzt er Avocado- oder Kokosöl.

Lieblingsessen der Spieler von Werder Bremen: Hamburger

„Es sind normale Gerichte, die darauf zugeschnitten sind, gesünder zu sein“, erklärt Vaassen. Am Mittwoch stand für die Spieler Spaghetti Bolognese oder als vegetarische Alternative gefüllte Zucchini mit Tomaten-Gemüse-Reis auf dem Speiseplan. „Abgefahrene Gerichte gibt es eher weniger.“ Doch manchmal ist auch ein ungesunder Leckerbissen erlaubt – und da klingen die Rezepte durchaus ein wenig abgefahren. Zum Beispiel bei Hamburgern, dem Lieblingsessen der Spieler, erzählt Vaassen: „Wir nehmen dafür Rinderhackfleisch-Pattys, wir haben Dinkelbrötchen, die wir extra machen lassen, dann kommt Avocado darauf, Röstzwiebeln, Rinderbacon und ein bisschen Trüffelmayonnaise – darüber freuen sich die Jungs.“

Doch das ist die Ausnahme. Die Profis seien insgesamt sehr diszipliniert, hielten sich an die Ernährungsvorgaben, und manchmal fragen sie sogar gezielt beim Experten nach: „Die Spieler, die gerne kochen, holen sich ab und an mal einen Rat oder zeigen Bilder, was sie zu Hause gemacht haben“, sagt Vaassen, der sich über einen regen Austausch freut. Zuletzt, als wegen der Coronavirus-Pandemie Heim-Training für die Profis anstand, hatte der Koch ihnen per Video sogar Rezepte mitgegeben: „Das war sehr gut. Die Jungs machen das ganz fleißig.“

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