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Werder-Geschäftsführer Hess-Grunewald droht mit unpopulären Entscheidungen.

Kruse-Drohung von Werder-Geschäftsführer Hess-Grunewald

Kommentar: Ein peinlicher Versuch, die Fans zu mobilisieren

Wenn der Abpfiff naht und die Niederlage droht, dann wird in der Bundesliga oft die Brechstange rausgeholt. Florian Kohfeldt hält nicht so viel davon, der Werder-Coach setzt bis zum Schluss lieber auf spielerische Lösungen – und gilt auch deshalb aktuell als einer der besten Trainer in Deutschland.

Daran sollte sich Hubertus Hess-Grunewald ein Beispiel nehmen. Der Präsident und Geschäftsführer des SV Werder hat im fast schon verlorenen Streit um die Polizeikosten die verbale Keule rausgeholt. Er droht nicht nur damit, das soziale Engagement des Vereins zurückzufahren, sondern nun auch mit dem Verzicht auf Superstar Max Kruse. Wenn Werder künftig für die Zusatzkosten bei Hochrisikospielen zur Kasse gebeten werde, könne sich der Club eine Vertragsverlängerung mit dem Kapitän vielleicht nicht mehr leisten. Es ist ein peinlicher Versuch, die Fans zu mobilisieren, um eine öffentliche Front gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgericht zu schaffen. Nach dem Motto: Die dürfen uns doch den Kruse nicht wegnehmen!

Hochrisikospiele minimieren

Das ist schlimm und inakzeptabel! Sinnvoller wäre es, nach echten Lösungen zu suchen. Ein Fonds, in den alle Bundesligisten einzahlen, ist keine schlechte Idee – allerdings nur auf den ersten Blick. Warum soll sich ein Club, bei dem es überhaupt keine Hochrisikospiele gibt, daran beteiligen?

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Deshalb ein anderer Vorschlag: Der Fonds könnte zum Beispiel mit den Strafgeldern der Clubs gefüllt werden. Die zahlen seit Jahren für die Vergehen ihrer Fans – zuletzt vor allem für den Einsatz von Pyrotechnik. Das machen sie nicht gerne. Aber richtig beschwert hat sich darüber noch kein Verantwortlicher – und schon gar nicht hat mal ein Verein deshalb gedroht, einen Leistungsträger nicht mehr halten zu können. Die Vereine scheuen nämlich diese direkte Konfrontation mit den zündelnden Fans.

Am besten wäre es ohnehin, die Zahl der Hochrisikospiele zu minimieren. Ja, Vereine wie Werder haben da schon viel versucht. Aber es hat noch nicht gereicht. Die Polizei wird immer gebraucht werden. Deshalb muss jetzt in der Sache ein Konsens gefunden und nicht gedroht werden. Das ist spielentscheidend!

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