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Konrad Fünfstück, neuer Coach der U23 von Werder Bremen, hat viel Erfahrung im Jugendbereich, war beim 1. FC Kaiserslautern aber auch schon Trainer des Zweitliga-Teams.

Neuer Trainer von Werders U23

Fünfstück: „Sandwich“-Erfahrung und ein Händchen für Talente

Bremen – Der Mittwochvormittag war strikt durchgetaktet. Treffen zur Vertragsunterschrift um 9.00 Uhr, danach die Vorstellungsrunde durch die Büros im Weserstadion inklusive erster, kleiner Dienstgespräche. Für Konrad Fünfstück, den frisch verpflichteten Trainer der U23-Auswahl des SV Werder Bremen, hat der neue Job gleich am ersten Tag Tempo aufgenommen. Und spätestens da wusste der 38-Jährige: „Es wird spannend, es wird intensiv.“

Fünfstück übernimmt den Posten vor einer Saison, die den Bremern eine große Möglichkeit bietet. Anders als in den Vorjahren steigt im kommenden Sommer der Meister der Regionalliga Nord direkt in die Dritte Liga auf und muss sich nicht noch durch eine Playoff-Runde boxen. Obwohl damit das Saisonziel für den Bundesliga-Nachwuchs selbsterklärend sein dürfte, schnallt Björn Schierenbeck dem neuen Coach nicht den schweren Rucksack des Aufsteigenmüssens auf den Rücken.

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Werder Bremen: U23 will um Aufstieg mitspielen

„Ja, wir wollen um die Meisterschaft mitspielen. Diese Chance haben wir schon vor Augen. Aber bei uns ist es auch ein Erfolg, wenn ein, zwei Spieler an die Bundesliga herangeführt werden“, sagt der Sportliche Leiter der U23. Und weil sich Fünfstück bestens damit auskenne, wie aus guten jungen Spielern noch bessere junge Spieler werden, ist die Werder-Wahl auf den gebürtigen Bayreuther gefallen. Für Fünfstück sprach bei der Entscheidungsfindung, dass er bei Greuther Fürth und dem 1. FC Kaiserslautern jeweils als Jugendleiter sowie Trainer der zweiten Mannschaft gearbeitet hat. Beim FCK auch noch für 27 Spiele als Coach des Zweitliga-Teams. Besonders beeindruckend war aber die Station FC Wil in der zweiten Liga der Schweiz.

Schierenbeck: „Dort hat er mit einer extrem jungen Mannschaft attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen lassen.“ Obwohl zwischenzeitlich sogar der Aufstieg möglich schien, entschied sich der Coach frühzeitig, nach nur zwei Jahren wieder zu gehen. Er lehnte eine Vertragsverlängerung ab und löste damit Spekulationen aus, in Deutschland würden höhere Aufgaben auf ihn warten. Der 1. FC Nürnberg galt nach der Entlassung von Michael Köllner als Interessent. Doch statt die Karriereleiter rauf, ging es für Fünfstück freiwillig runter in Liga vier.

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Werder Bremen U23: Konrad Fünfstück sticht interne Kandidaten aus

Schierenbeck freut's, er sieht in Fünfstück den idealen Trainer für den Bremer Nachwuchs. Fünfstück kenne die Besonderheit, ein U23-Trainer zu sein. Ausbildung und Erfolg miteinander zu kombinieren, Spieler nach oben abzugeben oder von oben zu bekommen – „es ist immer leicht gesagt, dass das kein Problem ist“, meint Schierenbeck, „aber in der Praxis ist es schwerer als gedacht.“ Im Grunde sei es „eine Sandwich-Funktion“ zwischen Profi-Bereich und Leistungszentrum.

Aus den eigenen U-Mannschaften hätte Werder auch einen Trainer für die U23 rekrutieren können. Marco Grote (U19) und Ex-Profi Christian Brand (U17) galten als Kandidaten. Mit den „Internen“ seien auch „intensive Gespräche“ geführt worden, sagt Schierenbeck und beteuert: „Wir wissen, dass wir in unseren eigenen Reihen sehr gute Trainer haben. Unsere Entscheidung war auch keine gegen jemanden, sondern eine für Konrad Fünfstück. Ich verstehe aber, wenn es da gewisse Enttäuschungen geben sollte.“ Werder-Geschäftsführer Frank Baumann argumentiert aber, „dass wir im Bereich U16 bis U19 Kontinuität haben möchten. Wir wollten nicht so viel verändern.“

Werder bekommt nicht nur einen neuen U23-Coach, sondern auch einen neuen Namen für das eigene Stadion. Werder Bremen hat die Namensrechte vom Weserstadion verkauft. Dafür kassiert der Club einen Millionenbetrag. Nur fünf Vereine kassieren mehr als Werder Bremen für verkaufte Stadionnamen.

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