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Um taktische Feinarbeit soll es im Trainingslager in Schneverdingen gehen. Coach Alexander Nouri (rechts, hier mit Luca Caldirola) will mit seinem Team unter anderem an der Raumaufteilung und an den Laufwegen arbeiten.

Nouri: „Es wird kognitiv anspruchsvoll“

Kopfarbeit in Schneverdingen

Bremen - Die Beine, so sieht es der Plan von Trainer Alexander Nouri vor, sollten drei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison weitestgehend fit sein – nun geht es für Werders Profis um den Kopf.

Am Montag reist die Mannschaft ins zweite Trainingslager der Vorbereitung nach Schneverdingen – und Nouri kündigt im Vorfeld an: „Es wird kognitiv anspruchsvoll.“ Taktische Inhalte, das Verfeinern der Spielidee, Raumaufteilung und Laufwege, darum wird es vorrangig gehen – und zwar größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Es ist nicht so, dass wir extrem geheime Dinge einstudieren“, sagt Nouri, „wir wollen den Fokus der Spieler aber auf die Inhalte lenken.“

Um 7.30 Uhr in der Früh ist am Montag Abfahrt, dann steigen am Weserstadion 24 Feldspieler sowie die drei Torhüter Jiri Pavlenka, Michael Zetterer und Jaroslav Drobny in den Bus, um sich auf den Weg ins knapp 80 Kilometer entfernte Schneverdingen zu machen. Bis die Mannschaft dort eintrifft, wird es allerdings früher Abend sein, denn unterwegs ist ein geheimer Zwischenstopp geplant. „Wir machen ein Team-Event“, erklärt Nouri, will allerdings nicht weiter ins Detail gehen, „weil die Spieler erst vor Ort erfahren, was wir machen.“

Moisander muss passen, Juno und Verlaat zurück

Die Spieler – damit sind für die Schneverdingen-Woche auch drei Nachwuchskräfte gemeint, denen der Werder-Coach die Chance gibt, sich zu präsentieren. Aus der U23 reisen Innenverteidiger Dominic Volkmer und Offensivspieler Leon Jensen mit, aus der U19 ist der erst 16-jährige Julian Rieckmann dabei, ebenfalls ein Innenverteidiger. „Wir haben bei ihm eine große Fantasie und wollen ihm die Abläufe bei den Profis zeigen“, erklärt Nouri.

Von den etablierten Akteuren wird lediglich der verletzte Niklas Moisander (Muskelfaserriss) in Schneverdingen nicht trainieren können. Die zuletzt angeschlagenen Zlatko Junuzovic und Jesper Verlaat steigen Dienstag wieder ein – ebenso wie Izet Hajrovic, der nach seinem Kreuzbandriss die Rückkehr ins Teamtraining feiern wird. „Er wird große Teile absolvieren können“, betont Nouri, „die Zeichen stehen so, dass er bald voll belastbar ist.“

Sieben Trainingseinheiten wird Werder während der Woche im Osterwald-Stadion hinter sich bringen, öffentlich sind davon lediglich drei – eine am Dienstag um 16 Uhr, eine am Donnerstag um 16 Uhr und eine am Freitag um 10 Uhr. Zum Abschluss des Trainingslagers tritt Werder am Freitagabend um 18.30 Uhr gegen den englischen Erstligisten West Ham United an. Am Samstag geht es in Lohne um 15.30 Uhr noch einmal gegen denselben Gegner. „West Ham ist eine super Mannschaft mit hoher Qualität“, schwärmt Nouri, der sich in der Vorbereitung bewusst für starke Gegner entschieden hat: „Wir wollen die Jungs auf einem hohen Level fordern, auch wenn dabei die Gefahr besteht, von den Ergebnissen her nicht so gut abzuschneiden.“

Wenn die Woche in Schneverdingen vorbei ist, sind es nur noch 14 Tage, ehe Werder in der ersten Runde des DFB-Pokals bei den Würzburger Kickers das erste Mal in einem Pflichtspiel gefordert ist. Noch immer sucht das Team einen neuen Stürmer und einen neuen Innenverteidiger, doch Nouri gibt sich in diesem Punkt gelassen. „Grundsätzlich wäre es schön, den kompletten Kader schon zur Verfügung zu haben, aber wir müssen die Entscheidungen mit Bedacht treffen und lassen uns nicht drängen.“ Dass Spieler wie Max Kruse oder Zlatko Junuzovic noch gehen, glaubt der Trainer nicht: „Ich deute die Zeichen so, dass die Jungs den Weg mit uns gehen und bin voller Überzeugung, dass wir den Kader so zusammenhalten, wie er ist.“

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