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Blick ins Leere beim SV Werder Bremen: Der Bundesligist ist im Abstiegskampf angekommen.

Werder ist im Abstiegskampf angekommen

Eine gefährliche Haltung -  Kommentar zur Werder-Krise

Bremen – Frank Baumann tat alles, argumentierte, erklärte, beteuerte – und zwar im deutlich erkennbaren Bemühen, nur bloß dieses verdammte Wort nicht in den Mund nehmen zu müssen: Abstiegskampf. Und das an dieser Stelle auch direkt als Nachricht vorweg: Ausgerufen hat ihn Werder Bremen noch nicht.

Trotz weiterhin erst elf Punkten nach nunmehr zwölf Spieltagen und trotz erschreckend schwachen Auftritts gegen Schalke 04 – Werders öffentliche Sprachregelung bleibt gleich. Tenor: „Die Lage nehmen wir ernst, aber wir gehören da unten nicht hin, weil wir es besser können. Wir müssen es nur wieder zeigen und werden es auch bald.“

Eine öffentliche Haltung, die natürlich für Ruhe sorgen, die Aktionismus vorbeugen soll. Die aber auch sehr gefährlich ist. Schließlich hat das Schalke-Spiel klar aufgezeigt, dass die Probleme des SV Werder Bremen mehr statt weniger werden. Ein öffentliches Wachrütteln täte da gut, weil es die Sinne schärfen, die Ernsthaftigkeit der Lage noch einmal unterstreichen kann. Und die Lage von Werder Bremen ist ernst.

Werder Bremen ist im Abstiegskampf angekommen

Während die Bremer in den meisten ihrer nunmehr acht sieglosen Spielen ordentliche bis gute Leistungen gezeigt hatten und es am Ende stets Kleinigkeiten waren, die die Mannschaft vom Erfolg trennten, war gegen Schalke erstmals zu erkennen, dass diese Spiele für große Verunsicherung gesorgt haben. Werder Bremen war plötzlich passiv in Momenten, wo es das Team sonst nicht war. Werder fehlte der Mut, wie es Sportchef Baumann nach dem Spiel nannte.

Genau diese Entwicklung – erst läuft es spielerisch gut, nur die Ergebnisse passen nicht, wodurch irgendwann Verunsicherung entsteht, weshalb es bald spielerisch und ergebnistechnisch hapert – ist typisch für Mannschaften, die in den Abstiegskampf rutschen, sich darauf zu Saisonbeginn aber nicht eingestellt hatten. Wie es Werder gerade im Herbst 2019 passiert.

Krise - Es braucht jetzt klare Ansagen bei Werder Bremen

Natürlich ist es nach wie vor möglich und denkbar, dass die Bremer eine Siegesserie starten und sich das Thema mit dem Tabellenkeller bis Weihnachten erledigt hat. Nur spricht gerade eben nicht allzu viel dafür. Und ein Fehler wäre es ganz bestimmt nicht, wenn die Verantwortlichen klipp und klar sagen würden, was ist: Werder Bremen ist angekommen im Abstiegskampf

Aber: Während an anderen Bundesliga-Standorten in dieser Saison schon so mancher Trainer gefeuert wurde oder gerade auf einem sehr wackeligen Stuhl sitzt, genießt Florian Kohfeldt beim SV Werder Bremen trotz der Ergebniskrise und der gefährlichen Nähe zum Relegationsplatz absolute Rückendeckung.

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