Der SV Werder Bremen kassierte beim SC Freiburg die dritte Pflichtspielniederlage in Serie - doch beim Bundesliga-Aufsteiger will niemand etwas von einer Krise wissen.
+
Der SV Werder Bremen kassierte beim SC Freiburg die dritte Pflichtspielniederlage in Serie - doch beim Bundesliga-Aufsteiger will niemand etwas von einer Krise wissen.

Dritte Pleite in Serie für Werder

Das gerupfte Huhn: Aber der SV Werder Bremen will nach Niederlage in Freiburg nichts von einer Krise wissen

Freiburg – Nach drei Niederlagen am Stück ist die grün-weiße Euphorie nach dem Superstart des SV Werder Bremen endgültig verflogen. Clemens Fritz sprach als Leiter Profifußball nach der 0:2-Pleite beim SC Freiburg ganz offen von einer „gebrauchten“ Woche, zu der auch eine 0:2-Heimniederlage gegen Mainz 05 und das Pokalaus beim Zweitligisten SC Paderborn gehörten. Doch in Panik verfällt beim Aufsteiger deshalb keiner. Ruhe bewahren, lautet das Motto, wenngleich Trainer Ole Werner die aktuelle Personalsituation schon schwer zu schaffen macht und er dabei den Finger in eine bislang nicht so offensichtliche Wunde legte: „Wir haben eben nicht so einen Monsterkader, insbesondere was die Feldspieler angeht. Wir können als Werder Bremen nicht ohne Weiteres auf fünf bis sechs Stammspieler verzichten.“ Das dürfte für die Transferperiode im Winter durchaus noch mal ein Thema werden.

Bis zu diesem elften Spieltag war Werder Bremen fast ohne verletzungsbedingte Ausfälle durch die Saison gekommen, oder die wenigen Fehlenden konnten gut ersetzt werden. Doch im Spiel beim SC Freiburg musste Ole Werner so viel basteln wie noch nie in seinem Jahr an der Weser. Milos Veljkovic, Christian Groß, Niklas Stark, Nicolai Rapp und Niklas Schmidt standen gar nicht erst im Bremer Kader, Leonardo Bittencourt hätte nach einem Erkältungs-Rückfall nur wenige Minuten spielen können. Und nach den 120 Minuten von Paderborn drei Tage zuvor hätte der eine oder andere Spieler auch eine Pause gebrauchen könne, so Werner. Doch das ging nicht. Und Rückkehrer Marco Friedl, der im Pokal noch angeschlagen gefehlt hatte, machte die Aufgabe mit seiner Roten Karte nach nicht mal einer Viertelstunde noch viel schwieriger.

Werder Bremens Niclas Füllkrug über die Rote Karte für Marco Friedl gegen den SC Freiburg: „War natürlich spielentscheidend“

„Das war natürlich spielentscheidend“, meinte nicht nur Niclas Füllkrug – und der Stürmer fügte noch leicht seufzend an: „Das tat dann auch weh die nächsten 80 Minuten.“ Doch Werder Bremen kämpfte, stellte sich ganz tief hinten rein, so dass der SC Freiburg kaum Lösungen fand. Dessen Coach Christian Streich gestand, dass ihm die Pause in die Karten spielte: „Da konnten wir das Positionsspiel so verändern, um Werder knacken zu können.“

Doch bis dahin dauerte es noch. Erst probierte es Niclas Füllkrug mit einem Fernschuss, der abgefälscht neben dem Tor landete, dann vergab Anthony Jung nach einer Ecke aus zehn Metern die dicke Chance zur Führung. Und so konnte Lukas Kübler nach feiner Vorarbeit von Vincenzo Grifo das 1:0 machen (56.) – am zweiten Pfosten stehend. „Da war dann der eine Mann mehr“, stellte Ole Werner süffisant fest. Der Coach des SV Werder Bremen wollte seine tapfer in Unterzahl agierende Mannschaft nicht wirklich kritisieren: „Sie haben alles reingeworfen. Da kann ich niemandem einen Vorwurf machen, darauf können sie stolz sein.“ Aber eines störte ihn dann doch: „Wir hätten schon den einen oder anderen Konter setzen können. Das ist uns leider nicht gelungen.“ Abgesehen vom unermüdlichen Füllkrug konzentrierten sich alle anderen Spieler auf die Defensive. Von Marvin Ducksch, Romano Schmid, Mitchell Weiser, aber auch den eingewechselten Oliver Burke und Eren Dinkci kam zu wenig, um im Spiel beim SC Freiburg noch einmal für Spannung zu sorgen.

Werder Bremens Niclas Füllkrug nach der Niederlage beim SC Freiburg: „Das Spiel ist schwierig zu bewerten“

Als sich Felix Agu in seinem ersten Einsatz seit dem ersten Spieltag gegen Vincenzo Grifo nur mit einem Foul zu helfen wusste, gab es Strafstoß für den SC Freiburg: Grifo verwandelte sicher zum 2:0 (80.). Die Partie war endgültig entschieden. Aber es hatte im schmucken und mit 35 000 Zuschauern ausverkauften Europa-Park-Stadion ohnehin nicht nach einer Wende gerochen. Dafür agierte Werder Bremen zu schwach.

„Das Spiel ist schwierig zu bewerten, weil du 80 Minuten in Unterzahl spielst. Was kannst du da wirklich erwarten?“, fragte Niclas Füllkrug nach dem Spiel beim SC Freiburg in die Medienrunde. Der sonst so explosive Angreifer des SV Werder Bremen ließ nicht mal Rauch aufsteigen, sondern präsentierte sich trotz der drei Niederlagen am Stück ziemlich gelassen: „Ich glaube, dass das jetzt nicht so viel mit uns macht. Wir arbeiten ruhig und entspannt als Mannschaft weiter und versuchen, in jedem Spiel zu punkten und das Beste herauszuholen. Manchmal geht es dann eben so und manchmal anders aus. Das ist halt so als Aufsteiger.“

So sehen Fans das Bundesliga-Spiel von Werder Bremen gegen Hertha BSC live im TV und im Livestream!

Werder Bremen kassiert die dritte Pflichtspielniederlage in Folge - steht in der Bundesliga-Tabelle aber immer noch ordentlich da

Mit 15 Punkten aus elf Spielen ist Werder Bremen inzwischen zwar auf Rang elf abgerutscht, steht damit als Ex-Zweitligist aber immer noch ordentlich da. Trotzdem erhöht sich vor dem Heimspiel am Freitag gegen Hertha BSC (20.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) schon ein wenig der Druck. Gegen die Berliner sollte mal wieder gepunktet werden, um nicht in eine Krise zu geraten. Dieses Negativ-Szenario ist für Ole Werner aber noch kein Thema: „Es gibt innerhalb einer Saison immer Phasen, die mal für dich und mal gegen dich laufen. Entscheidend ist dann einfach, bei sich zu bleiben und nicht so sehr zu hören, was drumherum ist.“

In die Vorbereitung auf die Hertha-Partie würde der Coach des SV Werder Bremen am Dienstag, wie er nach dem Spiel beim SC Freiburg sagte, dann doch ganz gerne „nicht als gerupftes Huhn, sondern als richtige Fußballmannschaft“ starten. (kni)

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare