Clemens Fritz, Leiter Profi-Fußball beim SV Werder Bremen, kritisiert die Zusammenstellung der neuen DFB-Task-Force.
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Clemens Fritz, Leiter Profi-Fußball beim SV Werder Bremen, kritisiert die Zusammenstellung der neuen DFB-Task-Force.

Deutsche Nationalmannschaft

DFB-Experten-Gremium: Werders Clemens Fritz vermisst „externen Input“

Bremen – Ein Expertengremium soll den deutschen Fußball retten und den DFB mit seiner Nationalmannschaft für die Heim-EM 2024 wieder in die Erfolgsspur bringen. Das wird auch beim SV Werder Bremen interessiert verfolgt und nicht nur bejubelt.

„Da ist sehr viel Fußball-Erfahrung drin“, sagt Clemens Fritz als Werder Bremens Leiter Profifußball, als er auf die Besetzung des neuen Gremiums angesprochen wird. Die ist ja auch hochkarätig: Karl-Heinz Rummenigge, Matthias Sammer, Rudi Völler, Oliver Kahn und Oliver Mintzlaff werden den DFB künftig beraten und sollen vor allem einen Nachfolger für Ex-Geschäftsführer Oliver Bierhoff finden. Das hält auch Fritz für einen grundsätzlich guten Weg: „Man kann sich aber auch die Frage stellen: Ist es richtig, für so eine Task Force nur Experten aus dem Fußball zu nehmen, hätte man das nicht auch aus anderen Sportarten machen können?“ Die Antwort gibt sich der Ex-Profi sofort selbst: „Ich glaube, es ist immer ganz gut, wenn auch ein Input aus anderen Bereichen kommt.“

Werder Bremen: Clemens Fritz kritisiert den DFB für Fehler - auch rund um die WM 2022

Darauf hat der DFB bislang verzichtet und damit hoffentlich nicht gleich den nächsten Fehler gemacht. Denn Fritz merkt zudem kritisch an: „Wichtig ist es, wieder eine Identifikation mit der Nationalmannschaft herzustellen. Da hat man in den letzten Jahren die Bindung ein stückweit verloren.“ Er selbst hat das als Nationalspieler noch ganz anders erlebt – zum Beispiel bei der EM 2008, als es für die deutsche Mannschaft bis ins Finale ging. In den vergangenen Wochen hat er bei der umstrittenen WM in Katar mit seinen Nachfolgern auf dem Platz gelitten – natürlich auch mit Werder Bremens Profi Niclas Füllkrug. „Diese ganzen politischen Themen – ich fand das schade für jeden einzelnen Spieler. Es ist eine Weltmeisterschaft, auf die sollen sich die Spieler vorbereiten und müssen sich dann aber die ganze Zeit mit anderen Themen beschäftigen. Darin lag auch ein Fehler, das hätte man im Vorfeld besser abarbeiten müssen. Die Mannschaft war zu sehr abgelenkt.“

Doch Fritz ist ein optimistischer Mensch, dabei macht ihm die Vergangenheit Mut: „Im Vorfeld der WM 2006 war es auch nicht so einfach. Da hat es der DFB aber hervorragend hinbekommen, alle mitzunehmen. Der Sommer in Deutschland war dann ein Fest. Wenn man jetzt an den richtigen Hebeln ansetzt, kann man so etwas wieder entfachen.“ (kni)

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