+
Max Kruse könnte zur neuen Saison Kapitän bei Werder Bremen werden.

Aber wer an einen Wechsel denkt, ist chancenlos

Kohfeldt: Kruse kann Kapitän

Bremen - Wer wird der neue Werder-Kapitän und damit Nachfolger von Zlatko Junuzovic? Florian Kohfeldt hat die Frage in der Medienrunde erwartet – und die direkte Antwort gleich mal vertagt.

„Ich werde es nicht jetzt entscheiden, auch nicht zum Start der Vorbereitung, sondern eher am Ende. Ich will mir die Gruppe anschauen.“ Aber der Werder-Coach ist niemand, der mit einer Aussage ein Thema abwürgt, er spricht weiter darüber und erklärt, warum Max Kruse ein heißer Kandidat ist und was ein Profi nicht machen darf, wenn er die Binde wirklich haben will.

„Ich würde keinen Spieler zum Kapitän machen, der in der aktuellen Transferperiode Wechselabsichten äußert“, stellt Kohfeldt unmissverständlich klar. Vor einem Jahr war das genau das Problem. Der damalige Coach Alexander Nouri machte Junuzovic zum Nachfoler von Clemens Fritz (Karriereende), und der neue Kapitän dachte den ganzen Sommer über einen Wechsel nach. Schließlich lief sein Vertrag nur noch ein Jahr, Werders Angebot zur Verlängerung war ihm zu gering. Das ganze Procedere soll sich nicht wiederholen.

Kruse heißester Kandidat auf die Kapitänsbinde

Dabei gibt es allerdings ein Problem: Auch Kruses Kontrakt läuft nur noch ein Jahr. Kohfeldt wünscht sich natürlich eine baldige Verlängerung, macht sie aber nicht zur Bedingung bei der Beantwortung der Kapitänsfrage. Es müsse nur geklärt sein, dass der Spieler nicht weg will. Nach Informationen der DeichStube hat Kruse dem Club längst das Signal gegeben, mindestens noch ein Jahr in Bremen zu bleiben.

Deshalb ist er der heißeste Kandidat auf die Junuzovic-Nachfolge. Schon in dieser Saison hat er stets die Mannschaft aufs Feld geführt, wenn Junuzovic nicht in der Startelf stand. Kohfeldt wollte es so. „Max hat die Persönlichkeit und die Qualität dazu, andere Spieler zu führen, ohne dass seine Qualität darunter leidet“, sagt Kohfeldt, betont aber zugleich: „Niklas Moisander, Thomas Delaney und Philipp Bargfrede können das auch.“ Sie sind also ebenfalls in der Verlosung. Genauso wie Mr. X, also ein möglicher Neuzugang. „Vielleicht kommen noch Optionen dazu“, sagt Kohfeldt.

Aber sein Plädoyer für Kruse ist schon ziemlich eindeutig. Er verteidigt den 30-Jährigen beim Verweis auf Verfehlungen oder Aufreger in der Vergangenheit. „Ich bewerte nur das, was ich sehe. Ich kenne Max von ganz früher aus der U23, wo er ein lockerer Typ war, aber sehr klar darin war, was er möchte. Das hat er immer mit Leistung untermauert“, erinnert der 35-Jährige an Kruses erste Phase in Bremen.

Nun könne er im Prinzip nichts anderes über den Ex-Nationalspieler sagen. „Max ist extrem fokussiert auf den Erfolg. Er übernimmt Verantwortung auf und neben dem Platz. Er ist ein Stück weit ein Vorbild für das, was ich vorleben will.“ Kohfeldt geht es dabei um eine gewisse Lockerheit, die gerade bei Werders offensiver Ausrichtung ganz wichtig sei. „Dafür brauchen wir Mut. Den bekommst du nicht mit Sicherheitsdenken und einer Musterschüler-Mentalität. Du musst auch mal frech sein. Das schätze ich an Max.“

Kohfeldt: „Max hat extrem viel Verantwortung übernommen“

Aber auch bei Kruse läuft nichts von alleine. Gegen Stuttgart war der Kapitän neben der Spur, ungewohnt viele Bälle versprangen ihm. „Auch Max hat mal einen solchen Tag“, sagt Kohfeldt. Vielleicht habe es daran gelegen, dass er gemeinsam mit der Mannschaft unbedingt beweisen wollte, dass es eben kein Zurücklehnen gibt. „Max hat vor diesem Spiel extrem viel Verantwortung übernommen – gerade auch in der Kabine. Er hat versucht, die Jungs mit einer kurzen Ansprache heiß zu machen. Natürlich muss man da auch aufpassen, dass es nicht zu viel wird.“ Aber grundsätzlich macht sich Kohfeldt da überhaupt keine Sorgen. Kruse könne sehr wohl als Kapitän überzeugen.

Die Statistik mit den reinen Ergebnissen spricht dabei nicht unbedingt für ihn: vier Niederlagen, ein Unentschieden, zwei Siege. Zwei Tore hat Kruse dabei als Kapitän erzielt, bei den Dreiern auf Schalke und gegen Augsburg. In Stuttgart traf er nicht, Werder verlor. Doch hinter dieses Spiel macht Kohfeldt einen Haken und versichert: „Max wird am Sonntag ein anderes Spiel machen.“ Ob er dabei die Binde tragen wird, ist offen, denn noch steht Junuzovic zur Verfügung und kann auf einen Einsatz hoffen.

Schon gelesen?

Liverpool-Gala reißt den Coach von der Couch

Junuzovic weg - wer wird jetzt der neue Kapitän?

Ivan Klasnic im Foto-Story-Interview

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare