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Werder-Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald präsentiert das Wandbild zu Ehren der Pokalhelden von 1992.

Werders Tag der Fans

Ein Kunstwerk für die Helden

Bremen - Als Otto Rehhagel am schwarzen Vorhang riss, war kurzzeitig die Gesundheit des 78-Jährigen in Gefahr. Beinahe hätte der legendäre Werder-Trainer die Versorgungsleitung, an der der Vorhang hing, gleich mit von der Wand gerissen.

Doch dann war es geschafft, und Rehhagel durfte sich mit jenem Team, das 1992 den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hatte, über eine weitere Würdigung des Erfolgs von damals freuen.

Anlässlich des 25-Jährigen Jubiläums des historischen Werder-Triumphs enthüllte Rehhagel am Samstag im Aufgangsbereich zur Ostkurve des Weserstadions ein Kunstwerk, das die Namen aller Helden von `92 aufführt und ihre Stationen bis zum Finale in Lissabon gegen den AS Monaco nachzeichnet. „Das ist eine schöne Geschichte, echt toll“, meinte Wynton Rufer, damals einer von zwei Torschützen im Finale. Der andere war Klaus Allofs gewesen, und auch er war Samstag zum „Tag der Fans“ gekommen, um sich mit den Kollegen von ‘92 vor großem Publikum feiern zu lassen. Ob‘s gefallen hat? Natürlich hat es das, so Allofs: „Es wäre scheinheilig zu sagen, dass einem diese Momente nicht gefallen. Dafür hat man jahrelang Fußball gespielt.“

Wiedener: „Die Fahrt war der Hammer“

1992 lieferte für die meisten jener Spieler, die zum „Tag der Fans“ nach Bremen gekommen waren, mit dem Triumph in Lissabon den besten Moment ihrer Karriere. Und ein bisschen von dem Gefühl wurde gestern zurückgeholt. Am Nachmittag war die Mannschaft im Stadtmusikanten-Express durch das Bremer Viertel gefahren worden. Und nicht jeder war sich im Vorfeld sicher gewesen, dass diese Fahrt ein Erfolg werden würde.

„Wenn niemand gekommen wäre, wäre das schon peinlich gewesen“, sagte Rune Bratseth, Abwehrchef des 92er-Teams: „Aber das dann so viele gekommen sind, zeigt, dass wir nicht vergessen sind in Bremen. Das macht einen tiefen Eindruck.“ Andree Wiedener meinte sicher das Gleiche, fasste sich aber etwas kürzer: „Die Fahrt war der Hammer.“ Mehrere hundert Fans hatten die Helden von ‘92 am Goetheplatz in Bremen empfangen, anschließend ging es im Pulk durchs Viertel. Letztlich mögen es 2.000 bis 3.000 Fans gewesen sein, die der versammelten Vergangenheit zujubelten.

35.000 Besucher am Weserstadion

Am Stadion angekommen, wurden die in die Jahre gekommenen Ex-Profis auf dem Festplatz des „Tags der Fans“ gebührend begrüßt. Insgesamt sollen nach offiziellen Angaben 35.000 Besucher beim „Tag der Fans“ gewesen sein. Otto Rehhagel präsentierte den Pokal, warf Kusshändchen in die Fan-Menge und prophezeite dem aktuellen Werder-Team eine Erfolgssaison mit Chancen auf den Einzug ins europäische Geschäft. „Wir können das schaffen“, erklärte er. Das „Wir“ ist dabei eine Selbstverständlichkeit. Rehhagel: „Ich bin ja Werder-Ehrenmitglied – und das habe ich auch verdient.“

Stimmt sicherlich. Deshalb war es auch ihm vorbehalten, die neue Ehrenwand zu enthüllen. Dass die mit Europakarte, Werder-Raute und den Namen aller Spielern eher sachlich gestaltet ist, schmeckte vor allem Marco Bode: „Gott sei Dank kein Gemälde – bei meiner Frisur damals.“

Folgende Spieler von 1992 waren beim „Tag der Fans“ dabei: Oliver Reck, Jürgen Rollmann, Florian Klugmann, Rune Bratseth, Manfred Bockenfeld, Kai Wenschlag, Dieter Eilts, Gunnar Sauer, Uwe Harttgen, Jonny Otten, Mirko Votava, Thomas Wolter, Andree Wiedener, Torsten Legat, Lars Unger, Wynton Rufer, Klaus Allofs, Marco Bode sowie Trainer Otto Rehhagel und die damalige Club-Spitze Klaus-Dieter Fischer, Manfred Müller und Willi Lemke. Thomas Schaaf fehlte entschuldigt – er feierte die Hochzeit seiner Tochter.

Tag der Fans: Die schönsten Bilder

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