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Florian Kohfeldt wünscht sich aktuell einen Max Kruse, der zentraler agiert als zuletzt.

Kruse soll wieder zentraler agieren

Das Werder-Spiel „veredeln“: Kurskorrektur für den Kapitän

Bremen - Florian Kohfeldt formulierte einen Satz, der bei einigen Fans in der aktuellen Lage nicht sonderlich populär sein dürfte. Der ganz sicher aber hängen bleibt. Max Kruse, sagte der Trainer des SV Werder Bremen, sei nach wie vor der Akteur, „der unser Spiel veredelt“.

Es müsse dem Kapitän nur gelingen, sich wieder vermehrt in der Region des Spielfeldes aufzuhalten, in der das auch möglich ist – sprich: im letzten Drittel. Dort wird Kruse mittlerweile aber zu selten gesehen. Folge: Kein Tor, kein Assist in den ersten drei Liga-Spielen.

Für diese unbefriedigende persönliche Startbilanz geißelte sich Kruse zuletzt sogar selbst und öffentlich. Ganz Kapitän nahm er nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg, dem ersten grün-weißen Frust-Erlebnis der jungen Saison, Verantwortung von der Mannschaft und lud sie auf sich. Das ist einerseits ehrenvoll, nötigte Kohfeldt jetzt aber auch zur Gegenaktion.

Denn bevor die Kritik an Kruse, die sich bei einigen Fans bereits regt, zu groß wird, steuert er mit Worten dagegen. „Ich bin weit davon entfernt, ihn wegen der null Scorerpunkte in drei Spielen in Frage zu stellen. Max ist und bleibt mit seiner Qualität einer der alles entscheidenden Spieler bei uns“, erklärte der Coach. Allerdings müsse man gemeinsam Kruses Rolle und Verhalten auf dem Platz noch nachjustieren. Denn so wie es jetzt ist, ist es eben nicht effektiv.

Kruse spielt bei Werder wie ein Libero in der gegnerischen Hälfte. Ein freier Mann, der – und das war die bisherige Leitlinie – sich überall herumtreiben darf. Bälle holen, Bälle verteilen, Mitspieler in Szene setzen, nach Möglichkeit auch noch selber treffen – ganz schön viel. In der vergangenen Saison funktionierte das noch ganz gut, aktuell wünscht man sich aber einen Kruse, der zentraler agiert. „Ich sehe ihn in der Mitte“, sagte auch Kohfeldt.

Kruse soll wieder ins letzte Drittel verschoben werden

Zumal sich Kruse mittlerweile auch auf die Zulieferqualitäten eines Davy Klaassen verlassen kann. „Max muss nicht mehr so oft nach hinten laufen und sich die Bälle holen, sondern bekommt sie auch mal in den Fuß gespielt.“ Was wiederum bedeutet, dass Kruse mehr Energie in die Aktionen in und um den Strafraum stecken kann. Kohfeldt: „Wir haben darüber schon gesprochen. Es geht darum, aufzuzeigen, wo er seine Stärken am besten ausspielen kann.“

Gegen Gegner, die tief hinten drin stehen – wie zuletzt Nürnberg –, „brauchen wir Max wieder mehr im letzten Drittel mit seinen Abschlüssen oder dem entscheidenden Pass“, meinte der Trainer und versprach: „Das werden wir auch sehr zeitnah wieder von ihm sehen.“ Aber nicht zwingend schon am Samstag im Auswärtsspiel beim FC Augsburg. Denn der FCA sei „ein besonderer Gegner, in Phasen sehr aggressiv“. Und eher nicht einigelnd.

Um Kruse wieder weiter ins letzte Drittel verschieben zu können, müsste der Trainer möglicherweise das 4-3-3 in ein 4-4-2 verwandelt, perspektivisch seien „personelle Änderungen möglich“, räumte Kohfeldt auch ein. Aber Namen nannte der 35-Jährige natürlich nicht.

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