Spielt Serge Gnabry auch nächste Saison beim SV Werder?
+
Spielt Serge Gnabry auch nächste Saison beim SV Werder?

Neuer Vertrag nach Klassenerhalt?

Kurzfristig ohne Gnabry, langfristig mit Gnabry

Bremen - Werder muss am Samstag in Freiburg und wohl auch am Dienstag darauf gegen Schalke auf Serge Gnabry verzichten – kann aber möglicherweise über den Sommer hinaus mit dem Nationalspieler planen.

Nach Informationen dieser Zeitung besitzt der Bundesligist gute Karten, dass der 21-Jährige nächste Saison in Bremen bleibt. Als Grundvoraussetzung dafür gilt natürlich der Klassenerhalt. Ist der geschafft, soll es sogar Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung geben, die für beide Seiten von Vorteil wäre.

Aktuell kann Gnabry seinem Club allerdings nicht helfen. Die Muskelverletzung im Adduktorenbereich ist schlimmer als zunächst angenommen und braucht ihre Zeit: wahrscheinlich drei Wochen. Vor elf Tagen hatte es Gnabry im Training erwischt, bleibt also noch eine Ausfallzeit von etwa zehn Tagen. Damit ist ein Einsatz am Samstag in Freiburg ausgeschlossen und am Dienstag darauf im Heimspiel gegen Schalke sehr unwahrscheinlich. Frühestens gegen Frankfurt (7. April) könnte der Offensivspezialist wieder dabei sein, aber selbst das ist längst nicht sicher.

Gnabry bei Hoffenheim ein Thema

Also muss Werder vorerst ohne einen seiner besten Spieler die Punkte für den Klassenerhalt einsammeln. Das wird gar nicht so einfach, denn mit zehn Toren ist Gnabry der beste Torschütze im Team. Das macht ihn natürlich auch für andere Clubs interessant. Der „kicker“ berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, dass die TSG 1899 Hoffenheim ein Auge auf Gnabry geworfen hat und die Bedingungen für einen Transfer prüft. „Davon weiß ich nichts. Aber mich würde es eher wundern, wenn ein Spieler wie Serge nicht bei vielen Clubs auf dem Zettel stehen würde“, sagt Werder-Sportchef Frank Baumann und fügt noch an: „Wir sind da sehr entspannt.“

Ein Wechsel in den Kraichgau wäre für Gnabry gar nicht so uninteressant. Schließlich würde er dort wahrscheinlich international spielen, andererseits wäre die Konkurrenz im Team für ihn nicht so groß wie bei den absoluten Topclubs wie Bayern oder Dortmund. Außerdem genießt Julian Nagelsmann einen exzellenten Ruf als Trainer, der Mannschaft und Spieler weiterentwickeln kann. Eine wichtige Komponente im Fall Gnabry, der im Sommer ganz bewusst vom großen FC Arsenal zum ziemlich abgerutschten SV Werder gewechselt war, um seiner Karriere mit viel Spielpraxis einen neuen Kick zu geben. Diese Rechnung ging auf, in Bremen wurde aus dem U21-Nationalspieler ein Fall für Bundestrainer Joachim Löw.

Es gibt aber auch einiges, das gegen eine Zukunft von Gnabry bei 1899 Hoffenheim spricht – und das ist zum Beispiel ausgerechnet der Trainer. Niemand weiß, wie lange Nagelsmann dort noch zu halten ist. Borussia Dortmund wird großes Interesse nachgesagt, den Bayern auch. Spätestens zur übernächsten Saison wird mit einem Nagelsmann-Wechsel gerechnet.

Vorzeitige Vertragsverlängerung bei Werder denkbar

Bei Werder ist die Trainerfrage ebenfalls offen – sogar noch offener. Erst nach vollbrachtem Klassenerhalt will Sportchef Frank Baumann mit Coach Alexander Nouri über den im Sommer auslaufenden Vertrag sprechen. Im Club wird längst eifrig diskutiert, ob Nouri genug Qualität besitzt, um Werder langfristig voranzubringen. Die aktuellen Ergebnisse (13 von 15 möglichen Punkten) sprechen für ihn. Aber es kommt nicht nur auf die Zahlen an.

Das gilt auch für Gnabry. Als Nationalspieler könnte der 21-Jährige mit einem Wechsel sicherlich ordentlich Kasse machen. Doch bei einem neuen Club müsste er sich wieder neu beweisen – und das in diesem Sommer unter durchaus erschwerten Bedingungen. Denn Gnabry wird wahrscheinlich bei der U 21-EM in Polen (16. bis 30. Juni) spielen und durch den anschließenden Urlaub erst verspätet wieder ins Vereinstraining einsteigen.

Bei Werder dürfte ihm diese Verspätung nicht viel ausmachen, er hat den Status als absoluter Leistungsträger. Der könnte sich auch finanziell auszahlen. Denkbar ist eine vorzeitige Vertragsverlängerung des bis 2020 laufenden Kontrakts mit einer Anpassung seines Gehalts. Werder könnte im Gegenzug bessere Konditionen bei den vereinbarten Ausstiegsklauseln bekommen. Außerdem wäre damit ein klares Zeichen gesetzt, dass Gnabry nächste Saison definitiv in Bremen spielt.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare