Werder Bremen auf Länderspiel-Reisen: Milot Rashica unterlag Spanien mit dem Kosovo 1:3 - was haben die vielen Reise-Kilometer den Werder-Profis gebracht?
+
Werder Bremen auf Länderspiel-Reisen: Milot Rashica unterlag Spanien mit dem Kosovo 1:3 - was haben die vielen Reise-Kilometer den Werder-Profis gebracht?

Werder bei den Nationalmannschaften

6000 Kilometer, aber kein Erfolgserlebnis: Was Rashica und Co. die Länderspiel-Trips gebracht haben

Bremen – Als Letzter wurde Milot Rashica am Donnerstagabend zurückerwartet. Und als auch der Kosovare wieder in Bremen eintraf, waren alle Nationalspieler des SV Werder Bremen zurück im heimatlichen Hafen. Hinter ihnen liegen Tage und Trips, bei denen Aufwand und persönlicher Ertrag teils überhaupt nicht zueinander passten. Siehe Rashica, der zwar viel spielte für den Kosovo, aber dabei völlig erfolglos blieb. Oder Marco Friedl, der für acht Spielminuten elf Tage unterwegs war und dabei knappe 3300 Reisekilometer abspulte. Dagegen hatte Yuya Osako neben der längsten Reiseroute wohl auch den größten Spaß. Immerhin: Verletzt hat sich niemand. Ein Überblick.

Milot Rashica: Von Bremen nach Pristina im Kosovo, von Pristina ins spanische Sevilla, von Sevilla zurück nach Bremen – Rashica ist rund 6000 Kilometer durch Europa gejettet, hat sich aber in den Länderspielen gegen Litauen (4:0), Schweden (0:3) und Spanien (1:3) nicht das Erfolgserlebnis abgeholt, das sie dem Angreifer bei Werder Bremen so sehnlichst wünschen. Nur gegen Litauen lieferte Rashica einen Assist, sonst ging er leer aus. In allen Spielen wurde er spätestens nach 70 Minuten ausgewechselt. Ob ihm die Reise geholfen hat, den eigenen Ruf aufzupolieren? Eher nicht.

Milos Veljkovic: Kaum weg, schon wieder da: Der Serbe brach seine Reise zum Nationalteam nach nur einer Trainingseinheit wegen wieder aufgetretener Adduktorenprobleme ab. Die 2500 zurückgelegten Kilometer seien dennoch nicht umsonst gewesen, sagt der Innenverteidiger im Interview mit „werder.de“. Denn weil im serbischen Verband die gesamte Führungsriege ausgetauscht wurde, „war es gut, den neuen Trainer, Präsidenten und Sportdirektor mal kennenzulernen“, so Veljkovic. Also war sein Trip nichts anderes als ein Antrittsbesuch bei Neu-Coach Dragan Stojkovic, der den im Dezember entlassenen Ljubisa Tumbakovic beerbt hat.

Werder Bremen-Nationalspieler: Enttäuschende Reisen für Marco Friedl und Jiri Pavlenka

Marco Friedl: Am Ende kam er wenigstens noch zu seinem zweiten Länderspiel-Einsatz für Österreich. Nachdem Friedl in den WM-Qualifikationsspielen in Schottland (2:2) und gegen die Färöer (3:1) nur Zuschauer gewesen war, durfte er zum Abschluss gegen Dänemark für acht Minuten ran. Dass das Spiel zu dem Zeitpunkt mit 0:4 schon lange verloren war, machte die Einwechslung gewiss nicht zu einem Highlight. Letztlich tourte Friedl von Bremen über Wien nach Glasgow und die gleiche Route wieder retour, um das zweite dünne Strichchen auf seiner Länderspielliste machen zu können.

Jiri Pavlenka: Noch so ein Fall unerfüllter Hoffnungen. Nachdem der Keeper zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen Estland im Tor gestanden und mit Tschechien einen 6:2-Sieg gefeiert hatte, durfte er zum Spiel gegen Belgien nicht nach Prag reisen und musste dem Konkurrenten Tomas Vaclik den Platz im Tor überlassen. Dabei blieb es auch beim anschließenden Match in Wales, zu dem Pavlenka dann wieder angereist war. Natürlich mit der leisen Erwartung, wieder spielen zu dürfen. Aber Pustekuchen, Vaclik bleibt offenbar die Nummer eins, bei Pavlenka glüht dafür nach Flügen von Bremen nach Lublin in Polen (Austragungsort des Estland-Spiels) und zurück sowie von Bremen nach Cardiff und zurück die Miles-and-more-Karte.

Werder Bremen: Yuya Osako holt sich Schwung in Japan - Clemens Fritz fordert: „Den muss er jetzt mitnehmen“

Josh Sargent: Erst spielte er in Wien gegen Jamaika (4:1) und gab eine Torvorlage, dann guckte er in Belfast gegen Nordirland (2:1) nur zu. Nicht üppig, was der Stürmer des SV Werder Bremen leisten durfte und konnte, doch unterm Strich zählte für Sargent, dass er nach fast eineinhalb Jahren mal wieder im Nationalteam der USA dabei war. Und weil dazu nicht mal der Sprung über den Atlantik nötig war, blieb der Reiseaufwand mit 3400 Flugkilometern in einem für Sargents Verhältnisse eher überschaubaren Rahmen.

Yuya Osako: Was soll man sagen? Die 18230 Kilometer nach Japan und zurück haben sich für den 30-Jährigen aber mal so richtig gelohnt. Mit zwei Torvorlagen gegen Südkorea (3:0) und drei Treffern gegen die Mongolei (14:0) hat sich Osako in der Heimat von der Tristesse, die ihn zuletzt in Bremen umgeben hat, befreit. „Den Schwung muss er jetzt auch mitnehmen“, fordert Werders Leiter Profi-Fußball Clemens Fritz. Aber zunächst muss Osako den langen Rückflug aus den Knochen bekommen. Vermutlich wird er erst am Samstag wieder mit der Mannschaft trainieren.

Lest dazu: Er galt mal als der Liebling des Trainers. Doch davon kann seit geraumer Zeit nicht mehr die Rede sein. In der Rückrunde ist Yuya Osako bei Werder Bremen noch zu keinem Startelf-Einsatz gekommen. Ändert sich das nun?

Werder Bremen: Ludwig Augustinsson und Romano Schmid sehr erfolgreich mit Nationalteams unterwegs

Ludwig Augustinsson: Auch er war gut unterwegs, flog von Bremen in den Norden ins schwedische Solna, von dort in den Süden nach Pristina im Kosovo, wieder zurück nach Solna und von dort nach einem Testspiel ohne Einsatz gegen Estland (1:0) heimwärts nach Bremen. So bummelig 5500 Kilometer waren das, die Augustinsson aber wenigstens Siege in der WM-Qualifikation über Georgien (1:0) und Rashicas Kosovo (3:0) brachten – inklusive der Aufmerksamkeit für das Tor gegen den Kosovo. Ob sich die Tage für ihn gelohnt haben? Ja, schon.

Romano Schmid: Die Bremer Mittelfeldhoffnung war mit Österreichs U21 unterwegs – und das sehr erfolgreich. 10:0 gegen Saudi-Arabien (mit vier Schmid-Assists), 2:0 gegen Polen – das war die Bilanz eines Lehrgangs im spanischen San Pedro del Pinatar, in dem der Bremer ganz sicher Pluspunkte gesammelt hat. (csa)

Werder Bremen live im TV und im Live-Stream gegen den VfB Stuttgart am Ostersonntag – alle Infos zur TV-Übertragung gibt es hier!

Zur letzten Meldung vom 1. April 2021, 10 Uhr:

Werder Bremen auf Länderspiel-Reisen: Ludwig Augustinsson geschont, Niederlagen für Milot Rashica und Marco Friedl

Bremen - Die Nationalspieler des SV Werder Bremen sind auf Länderspiel-Reisen. So schlagen sich die Werder-Profis bei ihren Auswahlteams.  

Am Mittwochabend standen für drei Spieler des SV Werder Bremen noch Länderspiele an, ehe der Fokus wieder gänzlich auf der Bundesliga und der nächsten Partie gegen den VfB Stuttgart (Ostersonntag, 15.30 Uhr) liegt: Ludwig Augustinsson wurde beim 1:0-Testspiel-Sieg der Schweden gegen Estland geschont und blieb 90 Minuten auf der Bank.

Werder Bremen in der WM-Qualifikation: Niederlagen für Milot Rashica und Marco Friedl

Marco Friedl musste indes in der WM-Qualifikation mit Österreich eine deutliche 0:4- Pleite gegen Dänemark hinnehmen. Friedl wurde in der 82. Spielminute eingewechselt. Und auch für Milot Rashica nahm die Länderspiel-Reise kein gutes Ende: Der Kosovo unterlag Spanien am dritten Spieltag der WM-Quali mit 1:3, Rashica wurde in der 55. Minute beim Stand von 0:2 ausgewechselt. (tst)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare