Flug verpasst, zu spät im Trainingslager

Sane muss doch zahlen

Der SV Werder Bremen hat am Dienstagmorgen das Training im spanischen Algorfa aufgenommen – allerdings ohne Lamine Sane.

Algorfa - Für Lamine Sane ist es kein guter Start ins neue Jahr. Der Werder-Profi verpasste seinen Flieger nach Spanien und fehlte am Dienstag beim Trainingsauftakt in Algorfa. Und das wird Folgen haben: Der Innenverteidiger muss eine spürbare Strafe in die Mannschaftskasse zahlen.

Sportchef Frank Baumann hatte sich am Mittag noch ziemlich nachsichtig gezeigt. „Das hat nichts mit Pech oder mangelnder Planung zu tun. Lamine ist etwas dazwischengekommen“, erklärte Baumann und sprach von „privaten Gründen“ für die Verspätung. Sane hatte von Werders Angebot Gebrauch gemacht und seine Anreise nach Spanien selbst organisiert. Er war bei seiner Familie in Frankreich gewesen.

„So etwas kann passieren“, meinte Zlatko Junuzovic. Der Kapitän deutete aber auch an, dass Sane nicht ungeschoren davonkommen wird: „Das werden wir intern klären.“ Schon bei kleinsten Verspätungen müssen die Spieler in die Mannschaftskasse zahlen. Nach Informationen der DeichStube wird Sane ein ordentliches Sümmchen aufgebrummt.

Stammplatz verloren

Am Dienstagabend wurde der Innenverteidiger in Algorfa erwartet. Er wolle die nächste Möglichkeit zur Anreise nutzen, hatte Baumann erklärt und den Vorgang etwas heruntergespielt: „Das ist nicht vergleichbar mit Südamerikanern, die einst später aus dem Urlaub kamen.“ Ein Schelm, wer dabei nicht gleich an Ailton dachte, der regelmäßig zu spät ins Trainingslager kam.

Bei Sane ist es jetzt zwar kein Drama, aber auch nicht ganz glücklich. Der Senegalese hat unter dem neuen Coach Florian Kohfeldt seinen Stammplatz verloren. Ausgerechnet in der sehr kurzen Winterpause, in der Kohfeldt seine Taktik einstudieren will, hat Sane nun einen Tag verpasst. Ein Signal, alles für den Club zu geben, hat der Abwehrspieler damit auch nicht gesetzt.

Zuletzt waren Berichte aufgetaucht, der französische Erstligist AS St. Etienne sei an einer Verpflichtung Sanes interessiert. Er selbst soll noch auf eine WM-Chance mit dem Senegal hoffen und deshalb einem Wechsel nicht abgeneigt sein, um mehr Spielzeit zu bekommen. Werder kann ihn aber eigentlich nur ziehen lassen, wenn ein entsprechender Ersatz gefunden wird.

Lamine Sane: Seine Karriere in Bildern

Lamine Sane (r.) wechselte in der Sommerpause 2016 ablösefrei von Girondins Bordeaux zu Werder Bremen.

Knapp sieben Jahre kickte der Senegalese in Bordeaux und absolvierte dort 189 Erstligaspiele. Seine Karriere hatte er bei US Lormont begonnen, danach spielte er für Stade Bordelais und dem RCO Agde bevor er zu Lormont zurückkehrte.

Für Sane ist es der erste Ausflug in Deutschlands höchster Spielklasse.

Bei Werder soll er die Innenverteidigung stärken.

Bei seinem Bundesliga-Debüt verlor Werder jedoch mit 0:6 in München.

Schon in seiner ersten Saison war Sane direkt Stammspieler, lief in 28 Partien für die Bremer auf. 

Zwei Mal musste er kurz pausieren, weil ihn ein Außenbandanriss im Knie und Adduktorenprobleme plagten.

Auch in der folgenden Saison 2017/18 war Sane in Werders Innenverteidigung gesetzt. 

Und auch das Verletzungspech wiederholte sich, drei Spiele Pause wegen Knieproblemen.

Den Senegal repräsentierte Sane zwischen 2010 und 2015 in 35 Länderspielen.

Sane spielte nach dem Trainerwechsel von Alexander Nouri zu Florian Kohfeldt keine große Rolle mehr. Das passte dem Innenverteidiger nicht.

Er war im Januar an zwei Tagen unentschuldigt dem Training ferngeblieben, woraufhin Werder ihn suspendiert hat.

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