Lamine Sane ist von Werder vom Training freigestellt worden, um sich einen neuen Verein zu suchen.
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Lamine Sane ist von Werder vom Training freigestellt worden, um sich einen neuen Verein zu suchen.

Turbulente Tage in der Bremer Abwehr

Sane soll gehen - Caldirola kann gehen

Bremen - Lamine Sane war am Donnerstag einfach nicht erschienen – und deswegen soll der Abwehrspieler den SV Werder bis Mittwoch für immer verlassen.

„Wir haben uns darauf verständigt, dass es für beide Seiten besser ist, einen Wechsel im Winter zu forcieren“, sagte Sportchef Frank Baumann nach dem 0:0 gegen Hertha BSC: „Es gibt Interessenten für ihn. Wir sind zuversichtlich, Lösungen zu finden.“ Sane wurde suspendiert, gehört nicht mehr zum Bundesliga-Kader.

Auch bei Luca Caldirola stehen die Zeichen auf Abschied. „Wenn er mit seiner Situation unzufrieden ist, er einen Verein findet, der ein attraktives Angebot abgibt und wir Ersatz haben, kann es passieren, dass Luca noch geht“, sagte Baumann. Und es klang wie eine Aufforderung an den Italiener, tätig zu werden. Ein ähnliches Signal hatte der Innenverteidiger schon von Florian Kohfeldt bekommen. Für den suspendierten Sane war für die Abwehr nicht Caldirola in den Kader für das Hertha-Spiel gerückt, sondern der gerade erst verpflichtete und noch ziemlich unerfahrene Marco Friedl (19).

Sane schwänzt das Training

Natürlich ist Baumann längst auf der Suche nach neuem Personal für das Abwehrzentrum. Ob dabei Serdar Tasci von Spartak Moskau ein Thema ist, wollte der Sportchef nicht kommentieren. Der Ex-Profi wirkte ziemlich genervt. Die Personalie Sane hatte ihm ordentlich zugesetzt. Der Senegalese war Anfang der Woche mit einer Grippe ausgefallen. Am Donnerstag sollte er wieder trainieren, allerdings erst nach der Mannschaft, um niemanden anzustecken.

Doch der 30-Jährige erschien nicht am Weserstadion. Er war gar nicht in Bremen, wie Baumann später erfuhr. Möglicherweise kümmerte sich Sane in Frankreich schon um seine Zukunft. Dort ist er aufgewachsen, dort will er wieder spielen, um doch noch eine Chance auf eine WM-Teilnahme zu haben. Unter Kohfeldt hatte er in Bremen seinen Stammplatz verloren. „Es ist ja durchaus verständlich, dass Lamine unzufrieden ist“, meinte Baumann: „Aber er hat auch Pflichten, als Spieler und auch als Arbeitnehmer. Das konnten wir so nicht hinnehmen.“

Lamine Sane: Seine Karriere in Bildern

Lamine Sane wechselte in der Sommerpause 2016 ablösefrei von Girondins Bordeaux zu Werder Bremen.
Lamine Sane wechselte in der Sommerpause 2016 ablösefrei von Girondins Bordeaux zu Werder Bremen. © gumzmedia
Lamine Sane
Knapp sieben Jahre kickte der Senegalese in Bordeaux und absolvierte dort 189 Erstligaspiele. Seine Karriere hatte er bei US Lormont begonnen, danach spielte er für Stade Bordelais und dem RCO Agde bevor er zu Lormont zurückkehrte. © imago
Für Sane ist es der erste Ausflug in Deutschlands höchster Spielklasse.
Für Sane ist es der erste Ausflug in Deutschlands höchster Spielklasse. © gumzmedia
Bei Werder soll er die Innenverteidigung stärken.
Bei Werder soll er die Innenverteidigung stärken. © gumzmedia
Bei seinem Bundesliga-Debüt verlor Werder jedoch mit 0:6 in München.
Bei seinem Bundesliga-Debüt verlor Werder jedoch mit 0:6 in München. © gumzmedia
Lamine Sane
Schon in seiner ersten Saison war Sane direkt Stammspieler, lief in 28 Partien für die Bremer auf.  © Gumz
Lamine Sane
Zwei Mal musste er kurz pausieren, weil ihn ein Außenbandanriss im Knie und Adduktorenprobleme plagten. © Gumz
Lamine Sane
Auch in der folgenden Saison 2017/18 war Sane in Werders Innenverteidigung gesetzt.  © Gumz
Lamine Sane
Und auch das Verletzungspech wiederholte sich, drei Spiele Pause wegen Knieproblemen. © Gumz
Lamine Sane
Den Senegal repräsentierte Sane zwischen 2010 und 2015 in 35 Länderspielen. © imago
Sane spielte nach dem Trainerwechsel von Alexander Nouri zu Florian Kohfeldt keine große Rolle mehr. Das passte dem Innenverteidiger nicht. © Gumz
Er war im Januar an zwei Tagen unentschuldigt dem Training ferngeblieben, woraufhin Werder ihn suspendiert hat.
Er war im Januar an zwei Tagen unentschuldigt dem Training ferngeblieben, woraufhin Werder ihn suspendiert hat. © gumzmedia

Sane gehört nicht mehr zum Bundesliga-Kader. Und daran werde sich auch nichts ändern, falls ein Wechsel nicht klappen sollte. Verbannen kann er ihn allerdings nicht. Deshalb könne sich Sane im Falle des Falles bis zum Vertragsende im Sommer mit Einzeltraining oder bei der U23 von Werder fithalten, erklärte Baumann.

Beschlossen wurde die Suspendierung bereits am Freitag. Die Mannschaft wurde umgehend informiert, die Öffentlichkeit dagegen nicht. Sanes Fehlen wurde mit der Grippe begründet. „Wir wollten vor dem wichtigen Spiel gegen Hertha keine Unruhe aufkommen lassen“, entschuldigte sich Baumann für die Falschmeldung. Nach dem Spiel sorgte der Club per Pressemitteilung für Klarheit, anschließend gab Baumann selbst noch Auskunft.

Kein schönes Thema – vor allem im Abstiegskampf. „Gerade jetzt brauchen wir Spieler, die sich mit dem Club identifizieren“, betonte der Ex-Profi, ließ dabei aber auch Milde walten: „Über den Menschen Lamine Sane möchte ich nichts Negatives sagen. Als Spieler hat er sich nicht korrekt verhalten.“

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