Lee Buchanan war bei seiner Vorstellung beim SV Werder Bremen noch etwas schüchtern. Auf dem Platz will er aber nicht zurückhaltend sein, sondern seine Chance nutzen.
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Lee Buchanan war bei seiner Vorstellung beim SV Werder Bremen noch etwas schüchtern. Auf dem Platz will er aber nicht zurückhaltend sein, sondern seine Chance nutzen.

Lee Buchanan beim SV Werder vorgestellt

Tipps vom Idol: Wie Trainer Wayne Rooney aus Werder-Neuzugang Lee Buchanan einen besseren Spieler machte

Zell am Ziller – Ein wenig schüchtern steht Lee Buchanan da, die Blicke und Mikrofone der Journalisten sind geschlossen auf ihn gerichtet. Wer will dem neuen Linksverteidiger des SV Werder Bremen da die leichte Aufregung verübeln? Der 21-Jährige hat gerade zum ersten Mal überhaupt den Verein gewechselt, ist dann auch noch ins Ausland gegangen. Ziemlich viele Eindrücke also, die da gerade auf Buchanan einprasseln. Entsprechend kurz fallen seine Antworten am Dienstagmittag aus. Eines wird dennoch deutlich: Auf dem Platz will er nicht zurückhaltend sein, sondern die große Chance bei Werder nutzen.

„Es wird richtig harte Arbeit“, sagt Lee Buchanan mit Blick auf mögliche Startelf-Einsätze. Schließlich steht ihm da nicht irgendwer im Weg, sondern mit Anthony Jung ein 30-Jähriger, der schon allerlei erlebt hat und in der Vorsaison einen gewichtigen Anteil daran hatte, dass Werder Bremen in die Bundesliga aufgestiegen ist. „Es herrscht ein großer Konkurrenzkampf im Team, aber das spornt dich auch an, noch mehr zu tun.“ Und deshalb prognostiziert Buchanan während seiner offiziellen Vorstellung im Zillertal-Trainingslager: „Je mehr ich auf dem Trainingsplatz mache, desto größer ist die Aussicht auf Spielzeit.“

Werder Bremen-Neuzugang Lee Buchanan: Sein Idol Wayne Rooney war sein Trainer bei Derby County

Der Wechsel des Engländers war eine echte Hängepartie. Vor Wochen schon waren sich Werder Bremen und Lee Buchanan einig, doch beim Ex-Verein Derby County gab es Turbulenzen. Der Clubbesitzer wollte seine Anteile verkaufen, was einige finanzielle Probleme, einen Insolvenzantrag und 21 Punkte Abzug bescherte. Nach dem späteren Abstieg aus der Championship, der zweiten englischen Liga, sind viele Spieler gegangen, doch um Buchanan wurde lange gerungen. Derby County wollte den zweifachen Junioren-Nationalspieler mittels Option auf eine Vertragsverlängerung halten, doch diese Vereinbarung konnte durch den jüngsten Besitzerwechsel aufgekündigt werden. So endete Buchanans Kontrakt am 30. Juni – und Werder schlug mit leichter Verzögerung ablösefrei zu. Der Brite unterschrieb für vier Jahre. „Es sind ereignisreiche Tage gewesen, aber ich bin froh, jetzt hier zu sein“, sagt er.

Vor ein paar Jahren ging es im Leben des Linksfußes noch etwas ruhiger zu. „Ich bin mit meinen Freunden oft runter in den Park gegangen und habe stundenlang Fußball gespielt, bis meine Mutter mich gerufen hat und meinte, dass ich zurückkommen soll“, erinnert sich Buchanan, der aus der 70.000-Seelen-Gemeinde Mansfield stammt, lachend. Nottingham und Sheffield liegen in unmittelbarer Nachbarschaft seiner Heimat, doch das Fußballherz des jungen Lee Buchanan schlug für einen anderen Verein: Manchester United. „Ich bin früher oft mit meinem Vater zu den Spielen von United gegangen“, erzählt der Neuzugang von Werder Bremen. Meist streifte er dabei ein Trikot über, das den Namen seines großen Idols zierte: Wayne Rooney. Jene englische Fußball-Legende, die später bei Derby County tatsächlich sein Trainer werden sollte.

Werder Bremen-Neuzugang Lee Buchanan schwärmt von seinem Ex-Trainer Wayne Rooney: „Wie ein Traum!“ - „Unbezahlbar!“

„Es war ein Privileg, mit ihm zu arbeiten“, meint der Neu-Bremer. „Das war wie ein Traum.“ Und lehrreich dazu. „Wayne Rooney hatte einen massiven Einfluss auf mein Spiel. Auch wenn er früher selbst auf einer anderen Position gespielt hat, weiß er ganz genau, wie ich mich verhalten muss“, schildert Lee Buchanan. „Er hat mir erklärt, wo ich stehen und wie ich ein Spiel angehen muss. Er besitzt unheimlich viel Erfahrung, ist einer der größten Spieler aller Zeiten. Die Tipps, die er mir gegeben hat, sind unbezahlbar.“ Buchanan machte aber auch schon vorher auf sich aufmerksam. Bereits im Alter von 17 Jahren debütierte er für seinen Jugendverein Derby County, auf satte 70 Einsätze in der Championship hat er es anschließend gebracht. In England gilt er auch deshalb als großes Talent, das nun allerdings einen ungewöhnlichen Weg einschlägt.

Normalerweise, so zeigt es die Erfahrung, zieht es nur wenige englische Profis in die Bundesliga. Die Nationalspieler Jadon Sancho oder Jude Bellingham haben zwar beide unlängst bei Borussia Dortmund ihre Qualitäten bewiesen, doch das sind Ausnahmen. Die Anziehungskraft der heimischen Premier League und die Sehnsucht, sich dort eines Tages durchzusetzen, sind dann doch zu groß. Lee Buchanan wagt dennoch den Schritt nach Deutschland. „Das ist die beste Option für mich. Werder ist ein großer Verein mit einer langen Geschichte“, begründet er seinen Transfer. „Da ist es dann nach den Gesprächen mit dem Trainer sehr schwierig, nein zu sagen.“ An einem verregneten Juli-Dienstag im Zillertal hat sein Abenteuer bei Werder Bremen mit zwei Trainingseinheiten so richtig begonnen. Und die Medienrunde hat Lee Buchanan letztlich auch souverän gemeistert. (mbü)

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