GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
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Alexander Nouri

Fritz: „Abstiegskampf? Wir waren nie weg“

„Die Lehren müssen groß sein“

Bremen - Alexander Nouri ist keiner, der „die Spieler persönlich beleidigt“. Und auch keiner, der „groß herumpoltern“ muss. Das sagt der Werder-Coach über sich selbst.

Ein freundliches Gespräch wird es Sonntagvormittag vor dem Training zwischen Trainer und Mannschaft aber nicht gewesen sein. Denn es ging um die ernüchternde 1:3 (0:2)-Heimpleite gegen den SC Freiburg. Da gab es nichts zu beschönigen, da musste Tacheles geredet werden – und das wollte Nouri auch tun: „Ich habe kein Problem mit klaren Worten.“ Die waren auch dringend erforderlich, denn was Werder gegen den Aufsteiger abgeliefert hatte, war viel zu wenig – in allen Bereichen. „Die Lehren aus diesem Spiel müssen groß sein“, meinte Nouri.

Die Bremer ließen auch fahrlässig eine dicke Chance aus, sich an das Tabellen-Mittelfeld heranzuschieben. Mit nur sieben Punkten aus neun Bundesliga-Spielen bleiben sie als 15. im tiefen Keller. Das Abstiegsgespenst, in den vergangenen Jahren ein unerwünschter, aber ständiger Begleiter, macht sich in Bremen schon wieder breit. Und wird so schnell nicht verschwinden, befürchtet Sportchef Frank Baumann: „Wir sind wieder hinten dran, haben einige Punkte Rückstand. Das ist erst mal so. Es war aber klar, dass wir uns nach dem schlechten Start nicht in ein paar Wochen befreien können.“ Vor Werder liege „ein langer, harter Weg“, meinte der seit Samstag 41-Jährige.

Clemens Fritz kennt diese Zitterzeiten zur Genüge, er war ja in den vergangenen Jahren immer dabei. Dass auch diese Saison keine sorgenfreie wird, kommentierte der 35-Jährige mit süß-saurer Miene: „Abstiegskampf? Da waren wir doch die ganze Zeit drin. Wir waren doch noch nie weg.“ Doch ist diese Gefahr wirklich in allen Köpfen drin? Frank Rost glaubt das nicht. Der ehemalige Werder-Keeper mutmaßte als „Sky“-Experte: „Es geht um den Klassenerhalt. Die Botschaft ist bei den Spielern noch nicht angekommen, das ist das Tragische.“

Nun, gegen die cleveren und couragierten Freiburger konnte man zumindest den Eindruck gewinnen, als würde Werder die auswärts bis dato punktlosen Gäste auf die leichte Schulter nehmen. Fritz fand den Auftritt seines Teams „behäbig“, bemängelte die diesmal unterlassene Hilfeleistung für den Mitspieler und schob all dies auf die schlechte Einstellung: „Man hatte das Gefühl, als ob einige dachten: Es wird schon irgendwie.“ Das Paradebeispiel dafür war das 0:1 (29.), als sechs (!) Bremer den Freiburger Torschützen Maximilian Philipp hätten stören können – es aber nicht taten. „Wer so fahrlässig ist, kriegt auf die Nuss“, meinte Rost: „Wenn du so fahrlässig agierst, musst du bestraft werden.“

Werder wurde bitter bestraft und muss sich nach zwei Bundesliga-Niederlagen hintereinander nun schnell berappeln. Dienstag beginnt die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel am Sonntag (17.30 Uhr) beim wieder erstarkten FC Schalke. Junuzovic appelliert schon mal an sich und die Kollegen: „Mit so einer Leistung werden wir auf Schalke nichts holen. Jeder muss wieder geil darauf sein, dem anderen zu helfen. Wir brauchen wieder diese Spannung, diesen Funken und diese mentale Stärke. Davon leben wir.“
mr

Quelle: kreiszeitung.de

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