Zwölf Leihspieler hat der SV Werder Bremen in der laufenden Saison bei anderen Vereinen untergebracht - die DeichStube macht den Form-Check.
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Zwölf Leihspieler hat der SV Werder Bremen in der laufenden Saison bei anderen Vereinen untergebracht - die DeichStube macht den Form-Check der Talente.

Was machen die verliehenen Werder-Talente?

Goller glänzt, Ihorst trifft und auch die Winterpause kann Eggestein nicht stoppen - die Werder-Leihspieler im Check

Bremen - Zwölf Talente hat der SV Werder Bremen in der Saison 2020/21 bei anderen Vereinen geparkt. Zum Jahresbeginn blickt die DeichStube genau hin: Welche Leihspieler befinden sich in Top-Form, bei wem hakt es? Eine Übersicht.

Benjamin Goller (Karlsruher SC):

Wenn es läuft, dann läuft es: Nachdem Benjamin Goller bereits zum Jahresauftakt, einen Tag nach seinem 22. Geburtstag, mit einem Tor und einer Vorlage beim 4:2 des Karlsruher SC gegen die Würzburger Kickers aufgetrumpft hatte, legte er in der zweiten Partie des neuen Jahres nach - und wie! Im Heimspiel des KSC gegen das auswärts bärenstarke Greuther Fürth gelang dem Flügelspieler ein Doppelpack - der erste in seiner Profikarriere. Dank seiner Saisontore Nummer drei und vier schlug das Team von Trainer Christian Eichner, bei dem auch die beiden Ex-Bremer Lukas Fröde und Jerome Gondorf zum Stammpersonal zählen, den Bremer Gegner im DFB-Pokal-Achtelfinale (2./3. Februar) mit 3:2. Bemerkenswert: Beide Goller-Tore fielen nach starken Pressing-Aktionen. Für Werder Bremen war Goller im vergangenen Jahr auf immerhin zehn Bundesliga-Einsätze gekommen, davon aber nur einer in der Rückrunde.

Johannes Eggestein (Linzer ASK):

Selbst die Winterpause kann Johannes Eggestein nicht stoppen! Zwar geht es für den Linzer ASK in der österreichischen Bundesliga erst am 24. Januar weiter, am Toreschießen hindert die Zwangspause den jüngeren Eggestein-Bruder aber nicht. Beim 3:1-Testspielerfolg gegen Austria Wien am vergangenen Samstag netzte die Leihgabe des SV Werder Bremen nämlich zum zwischenzeitlichen 2:0 ein. Seine herausragende Verfassung scheint der 22-Jährige also auch ins Jahr 2021 transportiert zu haben. Der Angreifer kommt für den LASK seit seinem Wechsel im Spätsommer auf beachtliche zwölf Tore und drei Assists in 16 Pflichtspielen

Werder Bremen-Leihgabe Luc Ihorst mit zweitem Profi-Tor für den VfL Osnabrück

Luc Ihorst (VfL Osnabrück):

14. Spiel, zweites Tor - schlecht ist es nicht, was Luc Ihorst in seiner Premieren-Saison in Liga zwei zeigt, voll durchgestartet ist der Stürmer in Osnabrück aber auch nicht. Der 20-Jährige kam in den letzten drei Spielen nur als Joker zum Einsatz, im Heimspiel am Samstag gegen die von Ex-Bremer Bernhard Trares trainierten Würzburger Kickers punktete er nach seiner Einwechslung aber mit einem Kopfballtreffer. Genützt hat es Osnabrück nichts - am Ende hieß es 2:3 gegen das abgeschlagene Schlusslicht. Sein erstes Profi-Tor für die Lila-Weißen hatte Ihorst übrigens am 28. Oktober gegen Darmstadt 98 geschossen. Der 1,90 Meter große Mittelstürmer ist noch bis Juni 2022 an den VfL Osnabrück verliehen.

Niklas Schmidt (VfL Osnabrück):

Es ist noch nicht die Saison des 22-jährigen offensiven Mittelfeldspielers. Zwar kam Schmidt in bislang 15 möglichen Partien zwölf Mal zum Einsatz, Coach Marco Grote - bis zu dieser Saison noch U19 beim SV Werder Bremen, ließ den Mittelfeldspieler allerdings nur sechs Mal von Beginn an auflaufen. Zumindest die Tendenz im neuen Jahr ist positiv: Zwei Startelf-Einsätze und zwei Scorerpunkte stehen da für Schmidt. Beim 2:1-Sieg am 2. Januar gegen Holstein Kiel (und Fin Bartels) gelang Schmidt der 1:0-Führungstreffer. Bei der folgenden 2:3-Heimniederlage gegen Schlusslicht Würzburg bereitete Niklas Schmidt die 1:0-Führung durch Sebastian Kerk vor, ließ aber auch eine Großchance zum 2:0 liegen. In seinem ersten Leihjahr an der Bremer Brücke hatte Schmidt es auf 25 Spiele, fünf Tore sowie einen Assist gebracht.

Werder Bremen-Leihgabe im Check: Wird Jan-Niklas Beste Stammspieler beim SSV Jahn Regensburg?

Jan-Niklas Beste (SSV Jahn Regensburg):

Genau wie Luc Ihorst hat auch Jan-Niklas Beste bereits zwei Treffer in der 2. Bundesliga erzielt - der zumeist als linker Mittelfeldspieler aufgebotene Leihspieler des SV Werder Bremen benötigte dafür allerdings nur sieben Partien. Beim SSV Jahn Regensburg ist Beste zwar noch nicht nachhaltig zum Stammspieler gereift, die Entwicklung des 21-Jährigen geht aber dennoch in die richtige Richtung. Nachdem Beste die ersten sieben Saisonspiele verletzungsbedingt verpasst hatte, kam er seitdem in sieben von acht Spielen zum Zug. Dreimal zählte der gebürtige Hammer zuletzt zur Startelf. Für seinen endgültigen Durchbruch beim Zweitligisten hat der gelernte Linksverteidiger aber noch ein Jahr Zeit: Die Leihe läuft bis zum Sommer 2022.

Michael Zetterer (PEC Zwolle):

Im Tor des PEC Zwolle ist Michael Zetterer in dieser Saison absolut gesetzt und verpasste noch keine Pflichtspielminute. Der 25-Jährige befindet sich nach 15 Spieltagen mit dem niederländischen Erstligisten im gesicherten Mittelfeld der Eredivisie. Beim SV Werder hatte man im Herbst über eine Rückholaktion Zetterers nachgedacht, sofern Ersatzkeeper Stefanos Kapino den Verein verlassen hätte, wozu es bekanntlich aber nicht kam. Dennoch zeigt die Überlegung der Bremer Verantwortlichen, dass das Zutrauen in den ehemaligen U21-Nationalspieler bei Werder Bremen weiterhin grundsätzlich hoch ist. Im Sommer dürfte die Lage neu bewertet werden.

Werder Bremen: Was geschieht mit Luca Plogmann? Wird seine Ausleihe zum SV Meppen verlängert?

Luca Plogmann (SV Meppen):

Auch Luca Plogmanns Leihe zum SV Meppen begann vielversprechend - bis den 20-jährigen Schlussmann Ende Oktober ein Patellasehnenriss ausbremste. Dennoch sind die Verantwortlichen bei Werder überzeugt, dass Luca Plogmann den Sprung zum Bundesliga-Stammtortwart schaffen kann. Bei den von Torsten Frings trainierten Emsländern sammelte der Torhüter in acht Drittliga-Partien die erhoffte „Spielpraxis auf hohem Niveau“ - und zeigte dabei überwiegend starke Leistungen. Wie es für Plogmann in der laufenden Saison weitergeht, ist unklar. Eine neuerliche Leihe kann sich der U19-Nationaltorwart allerdings gut vorstellen, wie er im Interview mit der DeichStube bestätigte: „Das wäre vielleicht nicht verkehrt.“

David Philipp (ADO Den Haag):

David Philipp kommt in der laufenden Spielzeit für den niederländischen Erstligisten ADO Den Haag in zehn Liga-Einsätzen auf zwei Treffer und fünf Startelf-Einsätze. Gerade als der 20-jährige Offensiv-Allrounder richtig Fuß zu fassen schien, setzte ihn Mitte Dezember eine Sprunggelenksverletzung kurzzeitig außer Gefecht. Nach zwei verpassten Spielen kam der schnelle und technisch versierte Philipp in den letzten drei Spielen jeweils von der Bank. Der abstiegsbedrohte Club feierte am vergangenen Wochenende den zweiten Saisonsieg (1:0 bei Abstiegskampf-Konkurrent RKC Waalwijk) - David Philipp durfte für 38 Minuten mitwirken. Im September war der gebürtige Hamburger von Werder Bremen für zwei Jahre an ADO Den Haag verliehen worden. Beide Clubs vereinbarten eine Kaufoption, die Bremer haben sich zudem eine Rückkaufoption in den Vertrag einbauen lassen. Bei Werder war dem Talent nach 18 Einsätzen (sieben Tore) in der Regionalliga Nord der dauerhafte Sprung in den Profi-Kader nicht gelungen.

Werder Bremen-Leihspieler Jannes Vollert und Thore Jacobsen ohne Perspektive?

Jannes Vollert (Hallescher FC):

Den Status des absoluten Stammspielers, den Jannes Vollert in den ersten sechs Saisonspielen beim Halleschen FC noch innehatte, hat der 22-jährige Innenverteidiger, der auch als defensiver Mittelfeldspieler agieren kann, längst verloren. In den letzten elf Begegnungen, schmorte Vollert sieben Mal auf der Bank und kam nur zu vier Kurzeinsätzen mit insgesamt 25 Minuten Spielzeit. Sollte sich daran nicht alsbald etwas ändern, dürfte es sich mit einer Zukunft beim SV Werder Bremen, wo Vollerts Vertrag noch bis Sommer 2022 läuft, schwierig gestalten.

Thore Jacobsen (1. FC Magdeburg):

Thore Jacobsen hatte sich mit Ausnahme einer Nominierung für den Bundesliga-Kader (2018) bei Werder nie für höhere Aufgaben empfehlen können. Und das wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern. Auch wenn der 23-jährige Mittelfeldmann beim Drittligisten Magdeburg in dieser Saison absoluter Stammspieler ist. Mit Ausnahme des ersten Spieltags absolvierte Jacobsen alle 15 Spiele über die volle Distanz. Es gilt dennoch als wahrscheinlich, dass der ehemalige U20-Nationalspieler den SV Werder Bremen trotz Vertrags bis Sommer 2022 bald verlassen könnte.

Werder Bremen-Leihgaben: Unglücksraben Jonah Osabutey und Simon Straudi

Jonah Osabutey (OH Leuven):

Kein Zweifel, viel schlechter als für Jonah Osabutey hätte es im vergangenen halben Jahr kaum laufen können. Seit seinem Leih-Wechsel im Sommer von Werder Bremen zum belgischen Erstliga-Aufsteiger Oud-Heverlee Leuven absolvierte der ehemalige ghanaische U20-Nationalspieler verletzungsbedingt noch keine einzige Minute für seinen neuen Club. Dabei wollte der 22-Jährige nach einem erfolgreichen Engagement beim ebenfalls belgischen Club Royal Mouscron, wo er nach fünf Toren und vier Vorlagen in 22 Spielen von den Fans zum „Spieler der Saison“ gewählt worden war, den nächsten Schritt gehen. Auch OH Leuven hatte sich viel vom Osabutey-Transfer versprochen und sich für den Sommer eine Kaufoption gesichert. Nach 19 Spielen liegen die Underdogs auf einem beachtlichen sechsten Tabellenplatz.

Simon Straudi (Austria Klagenfurt):

Zum Start der Saison 2019/2020 schaffte es Simon Straudi noch regelmäßig in den Kader des Teams von Trainer Florian Kohfeldt. Zum Bundesliga-Debüt reichte es für den Italiener aber nie. Seit Oktober 2020 steht Straudi beim österreichischen Zweitligisten Austria Klagenfurt unter Vertrag, wo er bislang aber eher unglücklich unterwegs ist. Bei den Südtirolern kam er in acht von möglichen Pflichtspielen zum Einsatz, davon allerdings nur dreimal über die volle Distanz. Eine unglückliche Aktion unterlief dem 21-Jährigen dann in seinem bis dato letzten Auftritt: im vorletzten Spiel des Jahres 2020 flog der als Rechtsverteidiger aufgebotene Straudi nach einer Notbremse mit einer Roten Karte vom Platz. (mwi)

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