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Manuel Mbom (links, KFC Uerdingen) und Romano Schmid (rechts, Wolfsberger AC) sind wohl die einzigen von insgesamt zwölf Leihspielern des SV Werder Bremen, die im Sommer an die Weser wechseln.

Nur wenige Talente mit echter Bundesliga-Perspektive

Nach Manuel Mbom und Romano Schmid: So stehen die Rückkehr-Chancen der anderen Werder-Leihspieler

Bremen – Manuel Mbom hatte sich extra chic gemacht. Besondere Anlässe erfordern eben besondere Kleidung. Und so tauchte der 20-Jährige kürzlich im blütenweißen, knitterfreien und perfekt sitzenden Oberhemd in der Geschäftsstelle von Werder Bremen auf, wo er wenig später für das obligatorische Vertragsverlängerungs-Foto posieren durfte.

Blick in die Kamera, Stift in der Hand, das neue Arbeitspapier vor ihm auf dem Tisch. Für das aus Göttingen stammende Talent ohne Frage ein großer Moment, denn schließlich hat Manuel Mbom mit seiner Unterschrift endgültig besiegelt, dass es für ihn nach der einjährigen Leihstation beim Drittligisten KFC Uerdingen bei Werder Bremen weitergeht.

Werder Bremens 12 Leihprofis: Kehren nur Romano Schmid und Manuel Mbom zurück?

Bei Werder soll er ab Sommer fester Bestandteil des Profikaders sein. Mit der Hoffnung auf diese Perspektive hatten sich auch die elf anderen Bremer Leihspieler im Vorjahr auf den Weg zu ihren neuen Clubs gemacht – in Erfüllung geht sie außer für Manuel Mbom aber erstmal nur für einen weiteren: Romano Schmid, den Werder nach der Leihe zum Wolfsberger AC nach Bremen holt. Zwei aus Zwölf. Bei den anderen zehn Akteuren sieht es derzeit nicht nach Rückkehr aus. 

Werder Bremen spielt auf Zeit, will in der wegen der Coronavirus-Krise völlig unklaren sportlichen und finanziellen Lage keine weiteren frühen Entscheidungen treffen – und ist nicht von allen Akteuren derart überzeugt wie von Mbom und Schmid. Deshalb schaut sich der Verein auch nach anderen Lösungen um. Am einfachsten dürfte das in den Fällen von Innenverteidiger Jannes Vollert (Hallescher FC), Mittelfeldspieler Niklas Schmidt (VfL Osnabrück) sowie von Torhüter Michael Zetterer (PEC Zwolle) werden, weil die Leihverträge des Trios nicht in diesem, sondern erst im Sommer 2021 auslaufen.

Werder Bremen und die Leihspieler: Verkaufskandidat Thore Jacobsen?

Alle drei waren in ihren Clubs zuletzt Stammkräfte, können mit ihrer Entwicklung also durchaus zufrieden sein. Heißt: Weder für Werder Bremen noch für die Spieler drängt sich der Wunsch nach sofortiger Veränderung auf. Bei den verbleibenden sieben Spielern, die bei Clubs in ganz Deutschland, Belgien und den Niederlanden geparkt sind, müssen demnächst Entscheidungen her, wie und vor allem wo es für sie weitergeht. Nach dem Ablauf ihrer Leihverträge gelten sie ab dem 1. Juli wieder als Werder-Profis. 

Gebraucht werden sie am Osterdeich aber (noch) nicht, was ihnen bereits klar sein dürfte. Auch ein Engagement in der U23 (Regionalliga) würde sportliche wenig Sinn ergeben. So hat Thore Jacobsen seinem Leihclub 1. FC Magdeburg gerade erst signalisiert, sich einen dauerhaften Verbleib vorstellen zu können. „Laut Vertrag stehe ich ab 1. Juli wieder bei Werder im Training. Aber Gespräche mit den Verantwortlichen dort fanden nie wirklich statt. Magdeburg ist auf jeden Fall eine Option für mich“, sagte der 23-Jährige der „Bild“. Gut möglich, dass Werder den Defensivspieler, dessen Vertrag in Bremen noch bis 2021 läuft, ein weiteres Mal verleiht, oder ihn gar verkauft. 

Leihspieler von Werder Bremen: Sonderfall Martin Harnik, Sorgenkind Ole Käuper

Zwei Optionen, die Werder gerade für alle der sieben Spieler prüft. Je nachdem, wie groß die Perspektive des Einzelnen eingeschätzt wird, wird entschieden – und dabei zeichnen sich bereits klare Tendenzen ab. Felix Beijmo (Vertrag bei Werder bis 2022) ist nach Leihstationen bei Malmö FF und Greuther Fürth beispielsweise ein Verkaufskandidat, sollte sich ein passender Abnehmer finden. Ähnliches dürfte für Ole Käuper (Vertrag bis 2021) gelten, der in Aue und Jena mehr durch Eskapaden denn durch sportliche Leistungen aufgefallen war. 

Bei Jonah Osabutey (Royal Excel Mouscron), Boubacar Barry (KFC Uerdingen) und Jan-Niklas Beste (FC Emmen, derzeit am Knie verletzt) könnte hingegen eine abermalige Leihe Sinn ergeben, um bei guter Entwicklung den Zugriff auf die Talente nicht zu verlieren. Ein Sonderfall ist Martin Harnik, der an den HSV verliehen ist. Schafft Werders Rivale den Bundesliga-Aufstieg, muss er Harnik für zwei Millionen Euro kaufen. Falls nicht, kehrt Harnik zurück, aber wohl nur übergangsweise. Denn dass der 32-Jährige einen dritten Frühling in Bremen erlebt, gilt als unwahrscheinlich. (dco)

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