Bittencourt will Werder-Stammplatz

„Auch so manch anderer hat sich gewundert“: Werder-Profi Leo Bittencourt über seine Denkpause und das Freiburg-Spiel

Bremen – Sein eigener Anspruch ist klar: Leonardo Bittencourt möchte ein Führungsspieler bei Werder Bremen sein, einer, an dem sich die jüngeren Kollegen orientieren können – und einer, der immer auf dem Platz steht. Entsprechend verwundert war der 27-Jährige, als das zu Jahresbeginn plötzlich nicht mehr der Fall war.

In einer Online-Medienrunde des SV Werder Bremen hat Bittencourt am Mittwoch erklärt, wie er mit der von Trainer Florian Kohfeldt verordneten Denkpause umgegangen ist – und warum er in seinen Augen die richtige Antwort darauf gegeben hat. Außerdem bezog Bittencourt zu einigen anderen aktuellen Themen Stellung. Leonardo Bittencourt über...

...die Reservistenrolle bei Werder Bremen:

Eines gleich vorweg: Seinen Stammplatz bei Werder Bremen hat Bittencourt seit zwei Bundesligaspielen zurück. Sowohl gegen Hertha (4:1) als auch gegen Schalke (1:1) stand er 90 Minuten lang auf dem Platz, und dass er zuletzt im DFB-Pokal gegen Greuther Fürth (2:0) nicht gespielt hat, kann unter „wurde geschont“ verbucht werden. „Ich glaube, dass ich dem Trainer in den Spielen gegen Berlin und Schalke wieder mal bewiesen habe, dass ich in die Mannschaft gehöre“, sagt Leonardo Bittencourt, der die zwei Partien zuvor als Bankdrücker (gegen Leverkusen und Augsburg) aber nicht vergessen hat. „Ich war überrascht“, erklärt er rückblickend. Als der Mittelfeldmann gegen Hertha dann eine neue Chance bekam, „habe ich sie genutzt und gezeigt, dass sich auch so manch anderer zu recht gewundert hat.“ Kann man nach einem Assist plus eigenem Tor inklusive herrlicher Pirouette durchaus so sagen.

(Auch interessant: So könnte die Startelf-Aufstellung von Werder Bremen gegen den SC Freiburg aussehen.)

...die Niclas Füllkrug-Rückkehr bei Werder Bremen:

Streng genommen ist es ja sein derzeit ärgster Konkurrent, der da kurz vor dem Comeback steht – mit jeweils vier Toren führen Leonardo Bittencourt und Niclas Füllkrug die interne Torjägerliste bei Werder an. Darüber, dass der Mittelstürmer vermutlich schon am Samstag im Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) wieder auf dem Platz steht, freut sich Bittencourt natürlich trotzdem: „Niclas hat erst sieben Spiele gemacht und trotzdem schon vier Tore, jeder kennt seine Qualität.“

Genauso wie Davie Selke, der ebenfalls wieder fit ist, sei Füllkrug „ein Box-Spieler, der weiß, wo das Tor steht“. Wenn im Strafraum ein Ball runterfällt, „sind die beiden da, weil sie den Riecher dafür haben“. Auch auf Bittencourts Spielweise hat das Comeback von Füllkrug und Selke Auswirkungen. „Mit ihnen haben wir die Option, in den letzten Minuten ein paar längere Bälle zu spielen“, sagt er als einer derjenigen Profis, die diese Pässe in die Sturmspitze liefern können.

...über den nächsten Werder Bremen-Gegner SC Freiburg:

Elf Mal stand Leonardo Bittencourt in seiner Karriere in der Bundesliga schon gegen den SC Freiburg auf dem Platz – er hatte also genug Gelegenheiten, um sich ein umfassendes Bild vom kommenden Bremer Gegner machen zu können. „Die Freiburger sind sehr unangenehm, wie jedes Jahr“, sagt Bittencourt. Obwohl seine persönliche Bilanz gegen die Breisgauer mit fünf Siegen sowie jeweils drei Remis und Niederlagen positiv ausfällt, könnte sein Respekt kaum größer sein.

„Sie investieren als Mannschaft sehr viel und stehen immer zusammen“, sagt der Profi des SV Werder Bremen und zollt auch den Freiburger Machern Anerkennung: „In jedem Jahr verlieren sie wichtige Spieler, aber trotzdem bekommen sie immer wieder ein Team aufgestellt, das eine Einheit ist.“ Bittencourt erwartet am Samstag ein „spannendes Duell“ und betont bei allem Respekt vor dem Gegner: „Wir wissen, wie wir sie knacken können.“

 (Auch interessant: So seht Ihr das Bundesliga-Spiel von Werder Bremen gegen den SC Freiburg live im TV und im Live-Stream.)

...das Impfen in Zeiten der Corona-Pandemie:

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hat kürzlich öffentlich angeregt, dass Fußballprofis womöglich vorzeitig gegen das Corona-Virus geimpft werden könnten, um durch ihre Vorbild-Funktion die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen. Eine Idee, für die der 65-Jährige viel Gegenwind bekam. Schließlich ist der Impfstoff nach wie vor knapp und bisher nicht mal die Gruppe mit der höchsten Priorität (unter anderem über 80-Jährige und Pflegepersonal) vollständig geimpft.

Auch Leonardo Bittencourt kann mit dem Vorschlag aus München nicht viel anfangen. „Erstmal sollten die Menschen geimpft werden, für die es lebensnotwendig ist“, sagt er und erteilt einer Vorzugsbehandlung für Fußballer eine Absage: „Wir sind schon privilegiert genug, dass wir spielen dürfen. Da stelle ich mich doch nicht hin und sage: Ich möchte gerne geimpft werden.“ Um die allgemeine Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen, gebe es andere Wege als die Fußball-Vorbilder. Bittencourt glaubt sogar, dass Rummenigges Plan für die Branche nach hinten losgehen könnte: „Jetzt zu sagen: Wir als Fußballer gehen voraus, das würde einfach nicht gut ankommen.“ (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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