Leonardo Bittencourt belebte das Spiel des SV Werder Bremen nach seiner Einwechslung im DFB-Pokal-Duell gegen den SC Paderborn - verschoss jedoch im Elfmeterschießen als einziger Bremer und musste getröstet werden.
+
Leonardo Bittencourt belebte das Spiel des SV Werder Bremen nach seiner Einwechslung im DFB-Pokal-Duell gegen den SC Paderborn - verschoss jedoch im Elfmeterschießen als einziger Bremer und musste getröstet werden.

Werder scheidet im DFB-Pokal aus

Leonardo Bittencourt belebt Werder Bremen - und wird zur tragischen Figur gegen Paderborn

Paderborn - Das Urteil war hart, ach was, gnadenlos. Leonardo Bittencourt ließ es jedenfalls in keinem besonders günstigen Licht erscheinen - und gefällt hatte es: er selbst. „Ich habe es heute verkackt“, sagte der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen, der im DFB-Pokal-Zweitrundenspiel beim SC Paderborn den letztlich entscheidenden Strafstoß verschossen hatte. Mit 4:5 nach Elfmeterschießen schied seine Mannschaft kurz darauf aus dem Wettbewerb aus. „Ich kann mich also nur entschuldigen“, sagte Bittencourt, dessen Bitte um Verzeihung von den meisten seiner Teamkollegen aber direkt zurückgewiesen worden sein dürfte - ganz einfach, weil sie nicht nötig war. Schließlich hatte der 28-Jährige mit einem starken Auftritt überhaupt erst dafür gesorgt, dass Werder in Paderborn zurück ins Spiel gefunden hatte.

Die ersten 64 Minuten der Partie hatte Leonardo Bittencourt von der Bank aus verfolgt, weil es ihm nach gerade erst überstandenem Infekt an der nötigen Frische für die Startelf fehlte. Als er dann ins Spiel kam, sorgte er sofort für dringende Belebung in einem zuvor schwachen Bremer Team. „Hut ab davor, wie er reinkam. Er hat die Mannschaft gepusht, hat die Fans mitgenommen und ist extrem aktiv gewesen“, lobte Mitspieler Ilia Gruev - und vergaß auch den wichtigsten Punkt in seiner Aufzählung nicht: „Und er hat sofort ein Tor gemacht.“ Nur 70 Sekunden nachdem er den Rasen betreten hatte, sorgte Bittencourt per abgefälschtem Schuss nach Vorarbeit von Mitchell Weiser für das 1:2, was die Aufholjagd von Werder Bremen einleitete (70.). „Ich wollte der Mannschaft helfen“, berichtete der Torschütze, aus dem nur wenig später auch ein Vorlagengeber werden sollte.

Werder Bremens Ilia Gruev lobt Leonardo Bittencourt: „Hut ab davor, wie reinkam. Er hat die Mannschaft gepusht“

Per Eckball brachte Leonardo Bittencourt in der 84. Minute das 2:2 durch Weiser auf den Weg, was Werder Bremens Stürmer Niclas Füllkrug beim Blick auf das abschließende Elfmeterschießen auf folgende Theorie brachte: „Hätte Leo schon in der ersten Halbzeit gespielt, wäre es gar nicht erst so weit gekommen.“ Am Ende musste die Entscheidung aber nun mal vom Punkt aus fallen - und ausgerechnet Werders Bester an diesem DFB-Pokal-Abend wurde zur tragischen Figur.

DFB-Pokal: Leonardo Bittencourt rettet Werder Bremen erst in die Verlängerung - und verschießt dann im Elfmeterschießen

Nachdem acht Schützen jeweils souverän verwandelt hatten, scheiterte Leonardo Bittencourt mit seinem Versuch an SC-Paderborn-Torhüter Leopold Zingerle, was Richmond Tachie wenig später zum entscheidenden Treffer nutzte. „Einer muss verschießen, damit eine Mannschaft gewinnen kann“, hielt der Pechvogel hinterher fest. Und weiter: „Ich bin super in den Abend gestartet, aber er ist beschissen zu Ende gegangen für mich.“ Übel nahm Bittencourt das niemand. „Das kann jedem passieren“, sagte Gruev. Und Werder Bremens Trainer Werner hob hervor: „Leo hat einen entscheidenden Teil dazu beigetragen, dass es überhaupt zum Elfmeterschießen gekommen ist. Ich mache ihm überhaupt keinen Vorwurf.“ (dco/kni)

Auch interessant: So seht Ihr das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und dem SC Freiburg live im TV und im Livestream!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare