Leonardo Bittencourt spielt aktuell trotz leichter Verletzung für Werder Bremen, Trainer Florian Kohfeldt segnet das ab.
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Leonardo Bittencourt spielt aktuell trotz leichter Verletzung für Werder Bremen, Trainer Florian Kohfeldt segnet das ab.

Werder-Profi beißt auf die Zähne

Leo Bittencourt spielt trotz leichter Verletzung - kein Problem, sagt Werder-Coach Kohfeldt

Alles halb so wild! Florian Kohfeldt, Trainer des SV Werder Bremen, hat klargestellt, dass Einsätze des immer noch leicht verletzten Leonardo Bittencourt medizinisch abgesegnet sind und keine Reaktion auf die fortwährende Verletzungsmisere darstellen.

„Das ist nicht der personellen Situation geschuldet“, erklärt Kohfeldt: „Leo will spielen, Leo kann damit auch spielen.“ Die Blessur sei „nichts, was man dauerhaft mit Schmerzmitteln abdecken müsste. Dann würde es vielleicht nochmal anders aussehen.“

Leonardo Bittencourt war im Trainingslager auf Mallorca umgeknickt und hatte sich dabei eine Kapselverletzung im rechten Sprunggelenk zugezogen. Nach Belastung schwillt der Knöchel immer noch an, Bittencourt hat Schmerzen. Kohfeldt nennt das eine „leichte körperliche Reaktion“, und „das ist ganz normal“. Grünes Licht also: Bittencourt will, darf und soll auch am Sonntag im Spiel des SV Werder Bremen gegen die TSG 1899 Hoffenheim wieder auf die Zähne beißen. (han)

Zur letzten Meldung vom 23. Januar 2020:

Knöchel dick, Schmerzen groß, aber Leonardo Bittencourt beißt sich bei Werder durch

Bremen – Als der SV Werder Bremen das Spiel in Düsseldorf gewonnen hatte, reckte Leonardo Bittencourt beim Gang in die Kabine den Daumen nach oben und zeigte ein triumphierendes Lächeln.

„Da ist er“, sagte er und meinte den bitter nötigen Sieg, zu dem er mit seinem Einsatz beigetragen hatte. Ein Einsatz über 80 Minuten und unter nicht ganz leichten Bedingungen. Denn Leonardo Bittencourt plagt sich immer noch mit Schmerzen im rechten Sprunggelenk herum. Es ist ein Andenken an das Trainingslager des SV Werder Bremen auf Mallorca, das ihm auch noch eine Weile erhalten bleiben wird. In die Partie gegen seinen Ex-Club TSG 1899 Hoffenheim (Sonntag, 15.30 Uhr) wird er jedenfalls erneut nicht beschwerdefrei gehen können.

Umgeknickt war der Mittelfeldspieler auf Mallorca, anschließend wurde eine leichte Kapselverletzung diagnostiziert. Obwohl das schon einige Tage her ist, schwillt der Knöchel nach starker Belastung immer noch an. Deshalb wurde das Gelenk nach dem Match in Düsseldorf sofort dick in Eis gepackt, deshalb trainiert Bittencourt in dieser Woche nicht in vollem Umfang. „Das geht im Moment nicht anders“, sagt er, fühlt sich aber für Hoffenheim absolut bereit. „Schön ist es nicht, aber in der aktuellen Phase muss man halt mal auf die Zähne beißen, auch wenn es vielleicht ein bisschen schlimmer ist“, meint der 26-Jährige, „aber so lange da kein größeres Risiko besteht, werde ich für die Mannschaft da sein.“

Werder Bremen: Leonardo Bittencourt hält trotz Verletzung durch

Zwischen den Spielen ist aber viel Behandlung und Schonung angesagt. So absolvierte Leonardo Bittencourt am Mittwoch nur eine von zwei Einheiten. Es ist ein Balanceakt zwischen nötigem Trainingspensum und Überforderung des Gelenks, den er bewältigen muss. Eine echte Pause „wäre ganz klar besser“, sagt der Deutsch-Brasilianer zwar, sie sei jedoch nicht zwingend nötig: „Ich kann die Schmerzen aushalten, also ist es kein Problem. Ich bin auch eher der Typ, der den Schmerz ignoriert, als dass er eine Pause macht. Ich hoffe, dass es mit der Zeit trotz der Belastung verheilt.“

Diese Vorgehensweise erscheint im Kontext der Bremer Verletzungsmisere seltsam. Club und Spieler würden dumm dastehen, wenn sich Bittencourt am Ende schlimmer verletzt. Aber diese Gefahr ist offenbar nicht gegeben. Bittencourt sagt: „Wir werden sehen, wie gut es funktioniert. Bis jetzt ist es in Ordnung, also werde ich es so weitermachen.“

Werder Bremen: Leonardo Bittencourt will gegen Ex-Club TSG 1899 Hoffenheim spielen

Übrigens ohne den dauerhaften Einsatz schmerzstillender Mittel – behauptet jedenfalls der Betroffene selbst. „Wir arbeiten so daran, dass es am Wochenende bestmöglich ohne Schmerzen geht. Am Anfang nimmst du vielleicht mal eine Schmerztablette, aber es ist nicht das Ziel, jeden Tag eine zu nehmen. Das machen wir nicht, das ist nicht die Art, wie bei Werder gearbeitet wird“, erklärt Bittencourt, der mit der Situation offenbar gut zurechtkommt. Nur der Tag nach dem Spiel ist „nicht so schön. Das Gelenk schwillt dann wieder an, und die ersten Schritte nach dem Aufstehen tun weh.“ Dann wird wieder behandelt, gemacht, getan, bis vor dem nächsten Spiel die Frage zur Beantwortung ansteht: Geht‘s oder geht‘s nicht? So wird es auch am Sonntag sein. Und natürlich will Bittencourt die Partie nicht verpassen.

Erst vor fünf Monaten war er von 1899 Hoffenheim zum SV Werder Bremen gewechselt – zunächst auf Leihbasis, ehe im Sommer eine Kaufverpflichtung greift. Logisch, dass er es dem Ex-Club zeigen will. Auch mit zusammengebissenen Zähnen. „Es ist meine Entscheidung, ob ich mich spielfähig fühle. Ob ich dann spiele, entscheidet aber der Trainer. Wenn er sieht, dass ich im Training nicht Vollgas geben kann, weil ich Schmerzen habe, wird er mich auch nicht spielen lassen“, meint Leonardo Bittencourt, ist aber absolut zuversichtlich: „Wir kriegen das hin.“ (csa)

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