Leonardo Bittencourt stand nach langer Verletzungspause zum ersten Mal in dieser Saison für Werder Bremen auf dem Platz.
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Leonardo Bittencourt stand nach langer Verletzungspause zum ersten Mal in dieser Saison für Werder Bremen auf dem Platz.

Die Rückkehr des Bremer Hoffnungsträgers

Bittencourt im Fokus: Werder Bremen verspricht sich viel vom Comeback des Angreifers

Bremen – 3.467 Tage, das sind umgerechnet 495 Wochen. Oder 113 Monate. Oder neuneinhalb Jahre. Also ein ziemlich langer Zeitraum. Für Leonardo Bittencourt ist er am vergangenen Sonntag zu Ende gegangen. Erstmals seit dem 20. April 2012 (damals noch für Energie Cottbus) bestritt der mittlerweile 27-Jährige wieder ein Spiel in der 2. Bundesliga. Während Werder Bremens 0:3-Pleite beim SV Darmstadt 98 durfte er in der Schlussphase für sechs Minuten ran, womit für Bittencourt noch ein weiterer Zeitraum endete. Ein kürzerer zwar, aber dennoch der deutlich wichtigere. Für den Angreifer war es nämlich die erste Partie nach auskurierter Knieverletzung, die er sich im Juli während eines Testspiels in Rotterdam zugezogen hatte. 

Entsprechend glücklich wirkte Leonardo Bittencourt (soweit das angesichts des Ergebnisses möglich war) nach seinem Comeback – und auch bei Werder Bremen sind mit seiner Rückkehr große Hoffnungen verbunden. „Seine Kreativität und Spielfreude werden uns guttun“, sagt der Leiter Profifußball Clemens Fritz, „denn Leo kann immer etwas initiieren, er kann unsere Stürmer einsetzen. Über seine Qualität müssen wir wirklich nicht sprechen.“

Leonardo Bittencourt meldet sich nach Verletzung beim SV Werder Bremen zurück

Zuletzt hatte es bei Werder Bremen vor allem im Angriffsspiel ordentlich gehakt. In den vergangenen vier Partien war die Mannschaft von Trainer Markus Anfang drei Mal ohne eigenen Treffer geblieben. Nach dem 0:3 in Darmstadt warf der Coach seinem Team zuletzt einen phasenweise zu lethargischen und mutlosen Auftritt vor. Heißt: Der frische Wind, für den ein fitter Leo Bittencourt auf dem Platz sorgen könnte, würde den Bremern sehr gut zu Gesicht stehen – zumal der Rückkehrer vom Positionsprofil her eine gute Alternative für die Baustelle auf den offensiven Flügeln darstellt.

In Anfangs bisher favorisiertem 4-3-3-System nehmen die beiden Außenstürmer eine zentrale Rolle ein. Seine personelle Idealbesetzung hat der Coach dafür aber noch nicht gefunden. In Felix Agu, Romano Schmid, Eren Dinkci, Abdenego Nankishi, Mitchell Weiser, Roger Assalé und Oscar Schönfelder kamen bereits sieben Profis aus dem aktuellen Kader auf den Flügeln zum Einsatz – durchgängig überzeugen konnte keiner von ihnen. Was Leonardo Bittencourt nun natürlich besonderes in den Blickpunkt rückt. Schließlich er mit 236 Pflichtspielen in erster und zweiter Bundesliga einer der erfahrensten Akteure im Aufgebot und hat vor allem während seiner Zeit beim 1. FC Köln auf der linken Außenbahn überzeugt. Markus Anfang schätzt ihn darüber hinaus auch als Typen sehr, als einen, der auch während seiner Verletzung großes Engagement rund um die Mannschaft gezeigt habe. Und innerhalb des Teams sei Bittencourt ohnehin mehr als anerkannt. „Er ist nicht umsonst im Mannschaftsrat. Die Mannschaft hat ihn gewählt. Dann kennt man den Stellenwert dieses Spielers für die Mannschaft“, hatte Anfang unlängst erklärt.

Werder Bremen: Leonardo Bittencourt gegen den SV Sandhausen ein Startelf-Kandidat?

Bei aller Freude über das Bittencourt-Comeback und bei aller Hoffnung, die damit verbunden ist – bei Werder Bremen wollen sie mit dem Spieler in nächster Zeit trotzdem noch sehr vorsichtig umgehen. „Es ist wichtig, dass er jetzt wieder zurück ist, aber wir dürfen ihn auch nicht zu sehr unter Druck setzen. Er kommt aus einer Verletzung“, sagt Fritz. Nach zwei intensiven Trainingswochen seien die Einsatzminuten für den Spieler in Darmstadt sehr wichtig gewesen. Nun könne die Belastung nach und nach gesteigert werden. Hört sich insgesamt nicht danach an, als sollte Leonardo Bittencourt schon für das Werder-Auswärtsspiel in Sandhausen (Sonntag, 13.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) wieder ein Kandidat für die Startelf sein. Fest steht jedoch, dass das Ziel erste Elf für ihn (und Werder) ein großes Stück näher gerückt ist. Fritz: „Ich habe das Gefühl, dass Leo unbedingt will. Bei ihm hat man schon in der Vorbereitung die große Lust auf diese Saison verspürt.“ (dco) Auch interessant: Werder Bremen-Sportchef Frank Baumann stellt sich schützend vor Trainer Markus Anfang! Und: Werder Bremen gegen den SV Sandhausen live im TV und im Live-Stream! So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen in Sandhausen aussehen!

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