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Aron Johannsson.

„Aron ist eine weitere Option im Sturm“

Letzte Chance für Johannsson

Bremen - Wenn am Neujahrstag der Flieger von Bremen Richtung Alicante startet, wird auch Aron Johannsson an Bord sitzen. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, denn eigentlich hätte der einstige US-Nationalspieler Werder längst verlassen sollen.

Nach dem Trainerwechsel bekommt der 27-Jährige eine neue Chance, es dürfte allerdings auch seine letzte bei Werder sein – trotz seines Vertrags bis 2019.

„Aron kann sich jetzt beweisen“, sagt Sportchef Frank Baumann: „Er ist eine weitere Option im Sturm.“ Eigentlich sogar so etwas wie ein Neuzugang. Denn der alte Coach Alexander Nouri hatte ihn aussortiert und ihn nur noch mittrainieren lassen, weil er es musste. Der angedachte Transfer von Johannsson im Sommer war nicht zustande gekommen.

Unter Florian Kohfeldt hat sich die Situation schlagartig verändert. Der neue Coach mag den spielstarken Angreifer, das ist nicht zu übersehen. Er hat ihn Anfang November sofort in den 18er-Kader für das Frankfurt-Spiel berufen und ihn dort auch eingewechselt. Danach fiel Johannsson verletzt aus. Aber als er wieder fit war, setzte Kohfeldt erneut auf ihn, brachte ihn sogar in den letzten sieben Minuten im Pokal gegen Freiburg. Eine gewagte Entscheidung. Werder führte 3:2, Freiburg griff vehement an – und Kohfeldt vertraute tatsächlich einem Stürmer. „Florian kennt Aron schon sehr lange“, erklärt Baumann und verweist damit auf Kohfeldts Zeit als Co-Trainer unter Viktor Skripnik: „Das Vertrauen ist da.“

Baumann sucht weiterhin nach Außenstürmer

Aus dem Verkaufskandidaten Johannsson ist wieder ein Hoffnungsträger geworden. Der US-Amerikaner mit isländischen Wurzeln, für den Werder 2015 eine Ablöse von 4,5 Million Euro an AZ Alkmaar überwiesen hat, passt mit seiner Spielweise gut zu Kohfeldts Idee von ansehnlichem, aber auch erfolgreichem Fußball. Möglicherweise könnte Johannsson sogar den verletzten Fin Bartels ersetzen, wenngleich ihm dafür etwas die Geschwindigkeit fehlt. Und Tempo kann das Bremer Spiel ebenfalls sehr gut gebrauchen. Deswegen sucht Baumann weiterhin nach einem Außenstürmer.

Wundertüte Johannsson

Aber nicht nur deshalb: Johannsson ist nämlich auch eine Wundertüte. Immer wieder stoppen ihn Verletzungen. Wie zuletzt. Im Testspiel gegen den BSV Rehden bekam er Mitte November einen Schlag aufs Knie und fiel gleich mehrere Wochen aus. Johannsson muss robuster werden, um dauerhaft Bundesliga spielen zu können. Umso wichtiger wird für ihn das Trainingslager im spanischen Algorfa. Ab Montag bereitet sich Werder dort eine Woche lang vor, ehe es am 13. Januar in der Bundesliga mit dem Heimspiel gegen Hoffenheim weitergeht.

Aron Johannsson: Seine Karriere in Bildern

Aron Johannsson
Die Karriere von Aron Johannsson hatte beim isländischen Club Fjölnir Reykjavik begonnen. Von dort ging es 2010 zum Aarhus GF in der dänischen Liga. Nach einer guten Hinrunde wechselte er im Winter 2013 schließlich zu AZ Alkmaar. © imago
Aron Johannsson
Die ersten Spiele der Rückrunde 2012/13 verpasste Johannsson wegen Leistenproblemen, konnte in den letzten sechs Partien aber noch drei Treffer erzielen. Beim Pokalsieg der Niederländer wurde er kurz vor Schluss eingewechselt. © imago
Aron Johannsson
In der folgenden Saison kam der Stürmer deutlich besser in den Tritt, erzielte in 32 Pflichtspielen 17 Tore. In der Europa League rückte er mit seiner Mannschaft bis ins Viertelfinale vor, im niederländischen Pokal bis ins Halbfinale. © imago
Aron Johannsson
Obwohl er fast die Hälfte der Saison 2014/15 wegen einer Knöchelverletzung und einer Leistenoperation verpasste, traf er neun Mal.  © imago
Aron Johannsson
Vor der Saison 2015/16 wechselte Aron Johannsson dann von Alkmaar zu Werder Bremen. © nph
Aron Johannsson
Dort sollte er den zu Schalke abgewanderten Franco di Santo ersetzen. © nordphoto
Aron Johannsson
Nach sechs Bundesliga-Einsätzen und zwei Toren fiel er jedoch für den Rest der Saison mit einer Hüftverletzung aus. © Gumz
Aron Johannsson
Die Saisonvorbereitung 2016/17 konnte er wieder voll absolvieren und stand in Testspielen auf dem Platz. © Gumz
Aron Johannsson
Auch beim Saisonauftakt gegen den FC Bayern war Johannsson dabei, im dritten Spiel sah er aber die Rote Karte und war für zwei Spiele gesperrt. Anschließend kam er nur zu Kurzeinsätzen und stand teilweise nicht einmal im Kader. © Gumz
Aron Johannsson
Für Belustigung sorgte Johannsson beim Mannschaftsfoto 2017: Gemeinsam mit Kollege Max Kruse entschied er sich für eine extravagante Frisur. © Gumz
Aron Johannsson
In den ersten zehn Spielen der Hinrunde 2017/18 stand er dann aber nur drei Minuten auf dem Platz und wurde ansonsten nicht berücksichtigt. © Gumz
Aron Johannsson
Johannsson wurde in den USA geboren, hat die isländische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er entschied sich, für das Nationalteam der USA aufzulaufen und nahm 2014 an der Weltmeisterschaft teil.  © imago
In der Rückrunde der Saison 2017/18 wurde Aaron Johannsson oft als Joker oder in der Startelf eingesetzt und zeigte dort gute Leistungen
In der Rückrunde der Saison 2017/18 wurde Aaron Johannsson oft als Joker oder in der Startelf eingesetzt und zeigte dort gute Leistungen © gumzmedia

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